Review: TED BUNDY: SELBSTPORTRÄT EINES SERIENMÖRDERS (Doku-Serie) (2019)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.0

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7.8/10 (4)

Darsteller: Ted Bundy, Hugh Aynesworth, Bob Keppel, Stephen Michaud
Regie: Joe Berlinger
Länge: ca 60 Minuten
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 25.01.2019
Verleih/ Vertrieb: Netflix
FSK: ab 16

Püntktlich zum 30. Jahrestag von der Hinrichtung von dem Serienmörder Ted Bundy, veröffentlicht Netflix die Doku-Serie TED BUNDY: SELBSTPORTRÄT EINES SERIENMÖRDERS und kündigt einen Spielfilm über Bundy an. EXTREMELY WICKED, SHOCKINGLY EVIL AND VILE zeigt Zac Efron in der Rolle des Ted Bundys und zeigt vor allem die Beziehung zwischen Bundy und Liz Kloepfer. Beide Machwerke von Netflix sind von Regisseur Joe Berlinger gedreht worden. 2019 scheint das Jahr von Bundy zu werden…

Inhalt von TED BUNDY: SELBSTPORTRÄT EINES SERIENMÖRDERS

Die vierteilige Doku-Serie beschäftigt sich vor allem damit, wie Bundy sich selbst gesehen oder zumindest dargestellt hat. Hierfür wird vor allem ein aufgenommenes Interview genutzt, dass entstanden ist, während der Serienmörder im Todestrakt saß. Aber es werden auch immer wieder Personen gezeigt, die auf die ein oder andere Weise in die vielen Morde verwickelt waren.

Resümee zu TED BUNDY: SELBSTPORTRÄT EINES SERIENMÖRDERS

Wer sich schon einmal mit dem Fall von Ted Bundy befasst hat, weiß schon ungefähr was die Dokumentation zeigen wird. Neu ist eher, dass der Mörder selbst zu Wort kommt. Hierfür werden immer wieder die Aufnahmen der Journalisten Stephen G. Michaud und Hugh Aynesworth eingespielt, die etliche Stunden im Gefängnis verbracht haben, um Bundy zu interviewen. Neben den vielen Videoufnahmen die Bundy hauptsächlich zeigen, kommt er also auch selbst zu Wort. Er berichtet über seine Kindheit, beteuert seine Unschuld und spricht darüber wie der Mörder wohl vorgegangen sein könnte – er spricht also quasi in dritter Person über sich selbst.

Die Machart der Dokumentation von Joe Berlinger ist solide und stimmig. Die Bilder passen zu den gerade abgespielten Aufnahmen und die eingespielten Originalaufnahmen passen auch immer dazu. Das Ganze hat natürlich einen Touch aus den 70er und 80ern, immerhin stammt das Originalmaterial aus dieser Zeit. Die Komposition an sich ist sehr stimmig und trotzdem stört irgendwas den Gesamteindruck

Dieser Störfaktor ist, dass einer der wohl berüchtigtsten Serienmörder in der Geschichte (sofern wir von einzelnen Personen und keinen Kriegssituationen ausgehen) beinahe sympathisch und bemitleidenswert dargestellt wird. Immer wieder wird betont wie gutaussehend und charmant der junge Bundy doch sei – höchstwahrscheinlich einer der Gründe, weshalb er überhaupt die hohe Anzahl von Morden begehen konnte. Viele der Aussagen von Ted Bundy werden mehr oder weniger unkommentiert gelassen, wohl gemerkt, dass er sich innerhalb des Interviews die ganze Zeit als unschuldig und einen guten Menschen präsentiert, der überraschend in diese Situation gekommen ist.
Dass hier etwas schiefgelaufen ist, zeigt auch, dass Netflix bei Twitter schrieb, dass es neben Bundy noch tausende anderer sehr attraktiver Männer gebe, die keine Serienmörder sind. Eine Reaktion darauf, dass sehr viele Menschen die „hotness“ von Ted Bundy kommentierten. Dieses Problem hatte Netflix auch schon mit YOU – DU WIRST MICH LIEBEN, wo sich sogar der Schauspieler Penn Badgley dazu berufen fühlte sich zu äußern. Fraglich ob das bei EXTREMELY WICKED, SHOCKINGLY EVIL AND VILE besser wird, mit Zac Efron in der Hauptrolle…

TED BUNDY: SELBSTPORTRÄT EINES SERIENMÖRDERS ist eine an sich spannende Doku-Reihe, die nochmal einen etwas anderen Blick auf Bundy wirft. Das Bild was er von sich selbst zeichnet steht im krassen Kontrast zu dem was wirklich war. Leider verpasst die Serie ein wenig die Aussagen kritisch einzuordnen.

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