Review: THE EVIL ONES (2017)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.5

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5/10 (2)

Darsteller: Margaret Judson, Devin Goodsell, Michael Johnston
Regie: Alexander Babaev
Drehbuch: Alexander Babaev
Länge: 77 min
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 05. April 2018 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Tiberius
FSK: ab 18

Fünf junge Menschen, eine Waldhütte, Selbstverstümmelung, dämonische Besessenheit, Blut, Mord und Totschlag.
Da mag sich der ein oder andere Fan an TANZ DER TEUFEL / EVIL DEAD (und 200 andere Filme) erinnert fühlen, Filmemacher und deren Geldgeber juckt es wenig.
Einen originellen Film sollten THE EVIL ONES – Schauer daher nicht erwarten, aber immerhin auch keinen Totalausfall.

Story:
Seit dem Unfalltod der Mutter kümmert sich Emily rührend um ihren an spastischer Tetraparese leidenden Bruder Zach. Damit es ihm besser geht, hat sie ein abgelegenes Haus in den Wäldern gekauft, wohin sie Lebensgefährte Jesse und ein befreundetes Paar begleitet. Abgesehen von den vernagelten Fenstern entpuppt sich das Häuschen als preiswertes Schmuckstück und überraschenderweise bessert sich Zachs Zustand schneller als es jemand erwartet hätte. Zu diesem Zeitpunkt ahnt jedoch noch niemand, dass die Symbole auf den Brettern vorm Fenster mit den Stimmen zusammenhängen, die zu Zach sprechen….

Es wäre verlogen zu behaupten, dass die Gruppe um Ash, die 1981 in die Wälder fuhr aus ausgeklügelten Charakteren bestanden hätte, trotzdem ist die Ansammlung gutaussehender, uninteressanter, glattgebügelter, vögelgeiler Pappnasen, wie man sie zu oft in Filmen sieht, essentieller Bestandteil von THE EVIL ONES.

Allerdings ist die Herangehensweise des Films gar nicht so übel.
So schließt Zach gewissermaßen einen Deal mit den Mächten, die im Haus leben, was zwar nicht ganz freiwillig geschieht, aber genannte Vorteile mit sich bringt.
Die Dämonen, die sich in die Gruppe schleichen, wirken bestimmter und planvoller als in TANZ DER TEUFEL, was THE EVIL ONES näher in Richtung Exorzistenfilm schiebt. Andererseits erinnert die Selbstverletzung und andere Gewaltakte eben doch an die bekannte Vorlage.

Man kann übrigens darüber philosophieren, ob sich der Film eher an TANZ DER TEUFEL oder EVIL DEAD orientiert, ob es sich (wie auf dem Cover zu lesen eher um eine „Hommage“ oder doch eher um „Ideenklau“ handelt, das ist aber ohnehin Haarspalterei und die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. In jedem Fall bedeutet es eine gute Portion Brutalität. Da wird unter anderem ein Auge aufgespießt, was zunächst so schmerzhaft dargestellt wird, wie es klingt, interessanterweise ist das „Problem“ aber schnell wieder vergessen.

Es sind diese Details, die den Film unrund wirken lassen. Für ein ernsthaftes Werk ist er zu wenig zwingend und statt der Over-The-Top-Mentalität seiner Vorbilder fortzuführen, ist er zu konventionell.
Hier scheint Regisseur/Autor Alexander Babaev und seiner Mannschaft dann doch die Kompromisslosigkeit zu fehlen, die Sam Raimi und Co. auszeichnete.

Kann man aber mit ein paar Abstrichen leben und mit den bekannten Trademarks trotzdem etwas anfangen, gibt es deutlich schlechtere Filme als THE EVIL ONES und die meist handgemachten, „ab18“-würdigen Effekte können sich sehen lassen.

Fazit: Kurzweiliger B-Hüttenhorror.

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