Review: THE FIRST PURGE (2018)

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Redaktion: 5

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Darsteller: Y'lan Noel, Lex Scott Davis, Joivan Wade, Marisa Tomei,
Regie: Gerard McMurray
Drehbuch: James DeMonaco
Länge: 98 Minuten
Land:
Genre:
FSK: ab 18

„Sobald die Sirene ertönt, sind sämtliche Verbrechen, einschließlich Mord, für 12 Stunden erlaubt.“ Diese Meldung weckt bei vielen Menschen eine Vorfreude, wie Sie Weihnachten, Ostern und der eigene Geburtstag auf einen Tag gefallen nicht erzeugen könnten. Diese Vorfreude muss in THE FIRST PURGE allerdings erst geschaffen werden. Der mittlerweile vierte Teil der Reihe fungiert als Prequel und erzählt uns von der ersten PURGE-Nacht.

Der Film startet mit Ausschnitten aus Nachrichtensendungen und wir erfahren schnell, dass die Regierung einem Experiment der Psychologin Dr. Updale, welches von der Partei NFFA finanziert wird, zugestimmt hat. Das Experiment findet in einem sozialen Brennpunkt auf Staten Island, New York statt und soll dazu dienen, dass sich die kriminellen Energien der Menschen mal so richtig entladen können. 12 Stunden ohne Gesetze ist schon eine Ansage! Der gewählte Bezirk erleichtert die Suche nach freiwilligen Personen, welche für 5000 Dollar während des Experiments auf Staten Island bleiben und versuchen sollen, die Nacht zu überstehen. Für die aktive Teilnahme an dem Experiment sollen weitere Vergütungen folgen. Einfach gesagt, wer tötet macht ordentlich Cash. Die Unternehmungslust der Freiwilligen soll mittels Kontaktlinsenkameras aus erster Reihe verfolgt werden. Getreu dem Slogan „mittendrin statt nur dabei“. Dass dieses Experiment auf Kritik stößt, steht außer Frage und somit gibt es heftige Proteste.

Die Gegenreden treffen selbstverständlich auf taube Ohren und wir dürfen uns auf verschiedene Handlungsstränge in der ersten PURGE-Nacht freuen, die im Verlauf der Nacht alle zusammenführen. Allen voran die Protestanführerin Nya, welche ihr Zuhause nicht verlassen möchte und für alle Gleichgesinnten einstehen möchte. Daneben verfolgen wir Isaiah, Nya’s Bruder, welcher eigentlich Staten Island verlassen wollte, aufgrund eines Zwischenfalls die PURGE-Nacht lieber für einen Rache-Feldzug nutzen möchte. Oder Dimitri, der nur sein schwer verdientes Geld als Gangster sowie laufende Geschäfte beschützen möchte und den Abend mit professionellen Mädels verbringt, die ihr Handwerk verstehen. Die NFFA und Dr. Updale verfolgen natürlich das Experiment und stellen fest, dass hier alles nicht so richtig in die Gänge kommt. Dauert es einfach nur eine Weile, bis die Menschen sich gegenseitig abschlachten oder brauchen wir andere Ideen?

Das Potenzial der Geschichte um THE FIRST PURGE ist groß und die Erwartungshaltung auf der dementsprechend gleichen Ebene. Vor der Sichtung dieses Prequels sollte man diese Erwartung allerdings herunterschrauben und sich auf stumpfe Unterhaltung einstellen. Das politische Thema, welches durchaus präsent ist, wird zu wenig genutzt und wirkt die ganze Zeit aufgesetzt und unwirklich. Somit verfehlt diese Verfilmung den gesellschaftskritischen Aspekt völlig. Dieser Punkt ist vielleicht auch nicht der Anspruch des Schöpfers James DeMonaco , welcher auch schon die ersten drei PURGE-Teile zu Papier gebracht hat. Die erwähnten Kontaktlinsen zur First-Person-Aufzeichnung der Ereignisse leuchten in verschiedenen Farben und wirken lächerlich statt bedrohlich und hätten getrost weggelassen werden können. Dass die PURGE Reihe gern überzeichnete Charaktere aufzeigt macht zwar noch immer Spaß, wirkt aber an einigen Stellen deplatziert. Trotzdem gibt es Kostüme, die bedrohlich wirken und man denkt sich „Dem möchte ich nicht im Dunkeln begegnen.“

Die Darstellung der Action und Gewalt ist in einem hohen Maße als Orgie zu betiteln, und so ist dies der erste Teil der PURGE-Reihe, der ab 18 Jahren freigegeben ist. Ja, das Geschlachte macht Spaß und sorgt dafür, dass der Film sehr kurzweilig daher kommt. Wir bekommen sogar eine Rambo meets Chuck Norris One-Man-Show geboten, die einem fast zum Jubeln einlädt. Für uns Filmnerds sei noch zu erwähnen, dass es ganz am Anfang des Films einen unscheinbaren Cameo Auftritt eines anderen Horrofilms gibt, der einen aus aktuellem Anlass zum Schmunzeln bringt.

Am Ende ist THE FIRST PURGE eben doch nur eine weitere Darstellung einer PURGE-Nacht und bietet nicht die erwartete Vorgeschichte der ersten drei Teile oder et­wa­ige Verbindungen. Die Auflösung, warum es denn eigentlich zu weiteren PURGE Nächten kommt ist ausbaufähig gewesen und auch woher der Begriff PURGEN überhaubt kommt ist leider einfallslos.

Wenn man einen Thriller mit viel Gewaltdarstellung ohne Anspruch auf eine tiefgreifende Story möchte oder man Fan dieses Franchise ist, hat man bei THE FIRST PURGE auf jeden Fall Spaß.

 

 

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