Review: THE HOLE IN THE GROUND (2018)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.5

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6.5/10 (2)

Darsteller: Seána Kerslake, James Quinn Markey, Simone Kirby
Regie: Lee Cronin
Drehbuch: Lee Cronin, Stephen Shields
Länge: 91 min
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Veröffentlichung: 02. Mai 2019 (Kino); 13. September 2019 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Weltkino
FSK: ab 16

Es ist noch nicht allzu lange her, da wurden ungewöhnliche Filme wie DER BABADOOK vor der Veröffentlichung als 0815-Horrorstreifen vermarktet, weil man keine potentiellen Kunden vergraulen wollte. In den letzten Jahren schwappte aber eine gesunde Arthouse-Welle durch die Szene und plötzlich wird ein Film wie THE HOLE IN THE GROUND im Vorfeld mit HEREDITARY verglichen.

Story:
Sarah zieht mit ihrem Sohn Chris aus der Großstadt in ein kleines irisches Dorf um ihre zerrüttete Ehe hinter sich zu lassen.
Die erste Begegnung mit den Einheimischen hat sie in Form einer verwirrten alten Dame, die sie um ein Haar auf der Landstraße überfährt. Davon angesehen empfängt man die beiden freundlich, doch als Chris nach einem Streit in die Wälder rennt und ihn Sarah in der Nähe eines großen Erdlochs wiederfindet, scheint sich der Kleine zu verändern.
Ausgerechnet die alte Frau scheint dazu eine Meinung zu haben und berichtet, dass einst ihr eigenes Kind „ausgetauscht“ wurde…

Nein, obwohl THE HOLE IN THE GROUND auf dem Sundance Filmfestival lief, gehört er nicht in die Liga von THE WITCH, HEREDITARY und Co, allenfalls ein paar BABADOOK-Anleihen mag man aufgrund der schwierigen Mutter-Kind-Beziehung entdecken, aber auch hier kann all denen, die den Jungen in BABADOOK hassen, Entwarnung gegeben werden. Chris entwickelt zwar verdammt hässliche Eigenschaften, nervt dabei aber weniger das Publikum.

Im Übrigen kann man dem Film kaum vorwerfen, nicht übermäßig komplex zu sein, denn zieht man falsch geschürte Erwartungen ab, bleibt ein solider Horrorfilm, in dem man zwar mehr entdecken kann, aber nicht zwingend muss, um sich gut zu unterhalten.

So gibt die Geschichte eben nicht nur die Wechselbalg-Thematik her, man mag in dem fremden Kind auch eine persönliche Entfremdung durch die Trennung der Eltern sehen, denn obwohl man den Vater nie kennenlernt, schwebt sein Schatten doch über dem Leben von Sarah und Chris und beeinflusst das Miteinander.
the hole in the ground sarah
Sieht man THE HOLE IN THE GROUND als reinen Horrorfilm, fällt hingegen auf, dass er die irische Natur und das Landleben sauber einfängt und zunächst etwas an THE HALLOW erinnert.
Das ist alles nicht bahnbrechend neu, aber sauber inszeniert und lässt durch eine stimmige Atmosphäre und schaurige Einzelszenen Grusel entstehen, ohne mit der platten Jumpscarekeule um sich zu schlagen oder in allzu bekannte Klischees zu verfallen.

Leider verhaspelt sich Regisseur Lee Cronin, der bisher vor allem Shorts drehte, gegen Ende etwas mit dem Timing und nach einem langen, ruhigen Aufbau kommt ein knapp geratenes Finale, das wirkt, als wären Geld, Zeit oder Ideen knapp geworden.

Fazit:
THE HOLE IN THE GROUND ist ein anständiger Film geworden, der vielleicht nicht im Arthouse-Kino laufen muss, aber sich durch Slow-Burn-Attitüde doch von Popcorn-Produktionen abhebt.

 

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