Review: THE LOFT (2014)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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8/10 (8)

Darsteller: Karl Urban, James Marsden, Wentworth Miller
Regie: Erik Van Looy
Drehbuch: Wesley Strick
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Genre:

Es wäre wohl der insgeheime Traum vieler verheirateter Männer einen Ort zu haben, zu dem nur man selbst und die besten Kumpels Zugang haben und von dem die Ehefrau nichts weiß.
Da mag es Teil des Plans sein, dass dort auch hin und wieder eine hübsche Frau im Bett liegt, wenn diese aber tot ist, können die Dinge eine hässliche Wendung nehmen.

the loft

Genau das passiert in THE LOFT. Fünf verheiratete Männer mit guten Jobs kaufen sich gemeinsam ein edles Apartment um sich dort im Wechsel mit ihren Affären zu treffen. Als eines Tages eine blutüberströmte, ans Bett gefesselte Leiche gefunden wird, ist eines klar: nur fünf Menschen hatten Zugang.

Wer einen rohen Horrorfilm mit allerlei Gedärm sehen will, ist hier genau falsch, denn THE LOFT ist so edel wie ein Loft eben sein soll: viel Glas, hohe Quadratmeterpreise und zweimal die Woche kommt die Putzfrau.
Der Schmutz liegt eher unter der Oberfläche und seine Spannung zieht der Film -übrigens ein Remake eines belgischen Vorbildes- aus der Frage, wie es zu dem tragischen Ereignis kam.
the loft 2014

Ich will hier vorweg nehmen, dass mich das Ende und die Erklärung nicht komplett überzeugt hat, weil mal wieder ein paar Twists zu viel die Logik einschnürten, der Weg dahin ist aber durchaus spannend.

Vielleicht ist dies aber ein Film, den man(n) am besten alleine sieht, denn die Freundin/Frau dabei zu haben, kann die Frage auslösen, ob Männer wirklich so sind wie unsere 5 Hauptfiguren (ja, meistens schon). Schaut man THE LOFT mit dem besten Kumpel, gebt am besten keine Antwort auf die Frage, ob ihr was mit seiner Schwester oder gar seiner Freundin anfangen würdet, wenn sich die Gelegenheit ergebe (ja, meistens schon).
the-loft

Nein, dieser Film ist kein Beziehungsratgeber, aber manchmal zu ehrlich und mit den Personen im Film möchte man sicher nicht befreundet sein. Auf der anderen Seite mögen Männer Schweine sein, aber anders als in den zahlreichen Rückblenden, die das Puzzle zusammenfügen, denken wir nicht ausschließlich an Sex und daran, wie wir alle und jeden hintergehen können.
Dass Regisseur Erik Van Looy (auch Regisseur des Originals) das anders sieht, sei ihm verziehen, seinem Film hätte aber eine Komponente abseits des Beziehungswirrwarrs gut getan.

Schauspielerisch gibt es keine Klagen. Karl Urban (HERR DER RINGE) und James Marsden (STRAW DOGS) und die Kollegen spielen professionell. Es finden sich allerdings einige Figuren im Film, die austauschbar erscheinen. Ob die Oberflächlichkeit einem schwachen Drehbuch oder den Eigenarten der männlichen Charaktere geschuldet ist, muss jeder für sich entscheiden, klar ist dass es als Betrachter schwer fällt eine positive Beziehung zu einem von ihnen aufzubauen.
Die weiblichen Figuren finden hingegen nur optisch statt, sind zwar hier der Grund allen Übels, allerdings ohne eigenes Zutun. Sie sind da, sie werden begehrt, daraus entstehen Probleme, ansonsten haben Kerle das sagen.

Fazit:
Die unschöne Seite der Yuppies reicht nicht an AMERICAN PSYCHO heran, aber THE LOFT ist ein routinierter Thriller mit hübscher Fassade. Wenig logisch, aber unterhaltsam.

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