Review: THE MIMIC (2017)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.0

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7.8/10 (13)

Darsteller: Jin Heo, Jun Hyeok Lee, Hyuk-kwon Park
Regie: Jung Huh
Drehbuch: Jung Huh
Land:
Genre:
FSK: ab 16

Die Zeit der asiatischen Gruselfilme schien vorbei. Wurde man vor etwa 15 Jahren förmlich überschwemmt von Filmen wie JU-ON, RINGU, NOROI, DARK WATER oder THE TALE OF TWO SISTERS, ebbte die Flut der fernöstlichen Gänsehautgaranten (von denen viele ein US-Remake erhielten) irgendwann ab.
THE MIMIC darf man aber getrost in die gleiche Schublade stecken und sehen lässt sich der Film auch.

Jahre nachdem der kleine Sohn von Hee-Yeon und ihrem Mann spurlos verschwand, ziehen die beiden mit ihrer Tochter und Hee-Yeons kranker Mutter aufs Land. Zu diesem Zeitpunkt weiß noch niemand, dass sich in den nahegelegenen Wäldern ein Tunnel befindet, dessen Eingang aus gutem Grund zugemauert wurde.
Nach einem unheimlichen Zwischenfall mit zwei Kindern, die in der Nähe des Tunnels spielen, wird dort eine Leiche entdeckt und Hee-Yeon findet ein stummes und verlassenes Mädchen in den Wäldern und nimmt die Kleine mit nach Hause. Dort beginnt sie nicht nur zu sprechen, sondern hat auch die ungewöhnliche Fähigkeit andere Stimmen nachzuahmen. Erst Stück für Stück findet Hee-Yeon heraus, wie all das zusammenhängt.

Mimic bedeutet so viel wie nachahmen und im Film geht es auch um Nachahmer und Doppelgänger, was für all die Kritiker fernöstlicher Filme, die beklagen, dass die Schauspieler einander ähneln, an Ironie grenzen muss. Für mitteleurpoäische Sehgewohnheiten kann THE MIMIC wenig, dafür kann man ihm aber zugutehalten, dass er sich Mühe gibt keine anderen Filme zu imitieren.

Zwar findet sich eine gewisse Ähnlichkeit zu der bekannten 2-Satz-Horrorgeschichte „Du hörst deine Mutter rufen, du sollst in die Küche kommen. Auf dem Weg hörst du eine Stimme aus dem Kleiderschrank ‚Geh nicht dahin, Schatz, ich habe es auch gehört'“, ist aber deutlich komplexer.
Vielleicht schon zu komplex, denn immer wenn man glaubt der Ursache des Übels, das sich über die Familie ausbreitet, auf die Schliche zu kommen, erweitert Regisseur Huh Jung (HIDE & SEEK) seine Geschichte um eine Ebene.
Dadurch wird es dem Zuschauer nicht langweilig, umgekehrt ist aber eine gewisse Aufmerksamkeit gefordert.

THE MIMIC ist allerdings kein Streifen, der übertrieben intellektuell erscheint. Mystery und Horror stehen im Vordergrund und auch wenn der Film nicht an die eingangs genannten Werke heranreicht, baut er doch eine bedrohliche Atmosphäre auf und verfügt über eine Reihe grusliger Szenen.

Hier und da hätte man wohl noch etwas am Skript feilen und unnötigen Ballast (wie Figuren, die kurz auftauchen, dann aber wieder verschwinden oder bedrohliche Szenen, die im Sande verlaufen) über Bord werfen sollen, das Endergebnis muss sich aber auch so nicht verstecken.

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