Review: THE NUN (2018)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.0

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4.5/10 (6)

Darsteller: Demián Bichir, Taissa Farmiga, Jonas Bloquet
Regie: Corin Hardy
Drehbuch: Gary Dauberman
Länge: 92 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 17. Januar 2019 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Warner
FSK: ab 16

 

Das CONJURING-Universum weitet sich aus. Zwischen den beiden ANNABELLE-Filmen und dem bevorstehenden THE CROOKED MAN reiht sich THE NUN ein. Die Figur ist aus dem zweiten Teil von CONJURING bekannt und hier wird die Vorgeschichte erzählt.

Die beginnt 1952 in einem Kloster in Rumänien, wo eine Nonne Selbstmord begeht. Um diesen zu ergründen, wird Father Burke zusammen mit der Novizin Irene nach Osteuropa geschickt. Allerdings braucht es keiner besonderer Fähigkeiten, um festzustellen, dass dort etwas Dunkles im Argen liegt.

Was erwartet uns und die beiden Geistlichen? Genau das was man erwarten darf, wenn man CONJURING/ANNABELLE kennt. Also Grusel und Schocks, wenig Gewalt, professionell in Szene gesetzt, aber leicht verdaulich.

Für das In-Szene-setzen war primär Regisseur Corin Hardy verantwortlich, der vor drei Jahren mit THE HALLOW einen überraschend guten Einstand hinlegte und in einigen Belangen auch THE NUN seinen Stempel aufdrückt. Die Parallelen sehen allerdings so aus, dass Hardy geschickt Elemente anderer Filme zusammenträgt und dann einfließen lässt. Bei THE HALLOW waren es TANZ DER TEUFEL und DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT, in THE NUN alte Hammer Studio – Filme und etwas TANZ DER VAMPIRE.

Da Hardy recht dezent „klaut“, sei ihm das verziehen, trotzdem lassen die Mischung aus Jumpscares und traditionellen Grusel a la nebliger Friedhof auch Parallelen zu DIE FRAU IN SCHWARZ zu…der wiederum ein moderner Hammer Film war.

Einem ziel- und mittellosen Mockbuster wie THE CURSE OF THE NUN ist THE NUN natürlich lässig überlegen, hier sind Profis am Werk und genug Geld war auch da. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass alles perfekt wäre. Davon abgesehen, dass es Nörgler gibt, die Hochglanz-Horror aus dem James Wan – Umfeld per se anzweifeln, lässt THE NUN ein paar Logiklücken offen. Warum die Nonne, die sich per Strick das Leben nahm, so lange herumhängt, bis Burke und Irene (mutmaßlich viele Tage später) auftauchen, wird zwar am Ende klar, bis dahin aber offenbar auch nicht hinterfragt.

Der Grund ist aber auch klar, es geht hier nicht um schlüssige Handlungen, sondern primär um aneinandergereihte Gruselszenen. Die beste davon wurde leider schon im Trailer gezeigt, aber man weiß, dass sie gut ist, wenn sie mehr als einmal zündet.

Der Moment, in dem sich Burke wie aus dem Nichts in einem Sarg unter der Erde wiederfindet, mag hingegen beklemmend erscheinen, ist aber auch beklemmend hohl. Hätte Dämon Valak, der sich in Gestalt der titelgebenden Nonne zeigt, diese Macht, wäre es wohl ein Leichtes seine Gegner auszuschalten.

Irene wird übrigens von Taissa Farmiga gespielt Die kennt man nicht nur aus AMERICAN HORROR STORY, FINAL GIRLS und MINDSCAPE, sie ist natürlich auch die jüngere Schwester von Vera Farmiga, die als Lorraine Warren in CONJURING 2 selbst schon Probleme mit der bösen Nonne hatte.

Trotzdem bleibt THE NUN eine durchwachsene Angelegenheit, aber auch das war zu erwarten. Dem kommerziellen Erfolg schadet dieser Umstand nicht, im Gegenteil.
Aus künstlerischer Sicht wäre es wünschenswert gewesen, dass Corin Hardy noch einige Filme im Stile von THE HALLOW gedreht hätte, aber Drehbuchautor Gary Dauberman (ANNABELLE, ES) weiß wie Mainstreamhorror heute auszusehen hat.

 

 

 

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