Review: THE QUIET ONES (2014)

the quiet ones
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.5

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6.2/10 (20)

Darsteller: Jared Harris, Sam Claflin, Olivia Cooke
Regie: John Pogue
Drehbuch: John Pogue, Tom de Ville, Craig Rosenberg, Oren Moverman
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Im Namen der Wissenschaft wurden bekanntermaßen schreckliche Dinge getan, es passt also nur, dass dies auch in Horrorfilmen thematisiert wird. In THE QUIET ONES geht es zwar auch um missglückte Experimente, vor allem aber um das was Menschen anderen antun, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Professor Coupland untersucht den eigenartigen Fall einer jungen Frau, die von einer dunklen Macht besessen scheint. Dazu scharrt eine kleine Gruppe Studenten um sich, die ihm hilft die Patientin Jane zu isolieren und die Ereignisse zu dokumentieren. Jane wird von einem Wesen names Evie heimgesucht, hat aber immer wieder klare Momente und es dauert nicht lange bis Kameramann Brian Gefühle für sie entwickelt und ihr helfen will. Aber ist es dafür bereits zu spät?

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Zwei der großen Trends der letzten Jahre sind paranormale Aktivitäten und Found Footage. Beide Elemente finden sich auch in THE QUIET ONES wieder, werden aber vergleichsweise eigenwillig in Szene gesetzt.
So ist der Film nicht durchgängig in der subjektiven Sicht gefilmt, sondern setzt den Blickwinkel von Kameramann Brian nur dort ein, wo es sinnvoll erscheint und bleibt ansonsten meist in der klassischen Kameraführung. Der Vorteil liegt auf der Hand: die immerwährende Frage, warum jemand in den unmöglichsten Szenen weiterfilmt erledigt sich hier, in einigen unheimlichen Momenten sind wir aber trotzdem ganz nah dran.

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Was das Paranormale und die dazugehörigen Effekte betrifft, weiß der Film offenbar nicht ganz wo er hin will. Einerseits gibt man sich Mühe die Atmosphäre der 70er, in denen die Handlung angesiedelt ist, einzufangen und bemüht sich um eine finstere Stimmung statt um platte FX, setzt diese anderenorts aber doch ein und das sogar mit ganz und gar nicht gelungenen Computertricks.

Ähnliche Sorgenfalten türmen sich an der Schauspielfront. Einerseits erleben wir eine solide Leistung der fünf Hauptakteuere, wobei besonders Jared Harris (SHERLOCK HOLMES) in der Rolle des Professors und Olivia Cooke (BATES MOTEL) als Jane hervorstechen. Andererseits ist es gerade die Figur des Professor Coupland, die nicht stimmig wirkt und den Schwächen des Skripts zum Opfer fällt.

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Das Drehbuch trägt dann auch Schuld daran, dass der Film nur selten fesseln kann. Auch wenn nur wenige Szenen total daneben liegen, fehlt es an den Momenten, die den Zuschauer zum Weitersehen zwingen, ihn in den Sessel pressen und wirklich packen. Dass gleich vier Autoren am Buch beteiligt waren, passt ins Bild. Hier durfte offenbar jeder ein paar Gedanken einbringen, wie aus einem Guss wirkt das Ergebnis aber nicht. Stattdessen wollte wohl ein Teil der Schreiber einen „erwachsenen“ Horrorfilm wie sie in den 70ern produziert wurden, andere biedern sich bei den Sehgewohnheiten des jungen Publikums an.
Einer der Autoren ist übrigens Regisseur John Pogue. Der durfte zuvor QUARANTÄNE 2 verfilmen.

Unterm Strich ist THE QUIET ONES aber keine Katastrophe und mit einer meist ruhigen Machart näher am Titel als am actionreichen Trailer. Viel hängen bleibt von der Sichtung aber nicht und nach wenigen Tagen gerät der Film bereits wieder in Vergessenheit.

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