Review: THE SEASONING HOUSE (2012)

the seasoning house
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7

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6.7/10 (46)

Darsteller: Rosie Day, Sean Pertwee, Kevin Howarth
Regie: Paul Hyett
Drehbuch: Paul Hyett, Conal Palmer, Adrian Rigelsford , Helen Solomon
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Es ist die bittere Wahrheit, dass es während des jugoslawischen Bürgerkriegs nicht nur zu Massakern an Zivilisten, sondern auch gezielten Vergewaltigungen kam. THE SEASONING HOUSE spielt zu dieser Zeit und erzählt die Geschichte eines stummen Mädchens, dessen Familie von gegnerischen Soldaten ermordet wird.

Seasoning House

Sie selbst wird zusammen mit anderen Frauen in ein Bordell entführt, wo ihre Aufgabe darin besteht, die anderen zur Prostitution gezwungenen unter Drogen zu setzen und die Drecksarbeit für den brutalen Zuhälter Viktor zu erledigen. Der fühlt sich zu der jungen Frau hingezogen und nennt sie Angel.
Gewalt ist an der Tagesordnung, doch Angel findet auch eine Freundin. Da sie sich heimlich durch die Luftschächte des Gebäudes bewegen kann, freundet sie sich mit einer Gefangenen an, doch als die Frau ermordet wird, überschlagen sich die Ereignisse.

THE SEASONING HOUSE nimmt für sich nicht in Anspruch auf wahren Begebenheiten zu beruhen, wirkt stellenweise aber dennoch bedrohlich realistisch, was an verstörenden Vergewaltigungen und anderen Gewaltakten, aber auch kalten Bildern und schmutzigen Kulissen liegt.

Seasoning House

Wie eingangs erwähnt soll die Handlung im ehemaligen Jugoslawien spielen, auf Details wird aber nicht eingegangen und historische Genauigkeit ist auch nicht die Stärke des Films. Das rührt wohl daher, dass die Autoren Briten sind, also die damaligen Schrecken nur oberflächlich in den Medien aufschnappten.

Zwar wirkten insgesamt vier Personen am Drehbuch mit, darunter auch Regisseur Paul Hyett, viel Erfahrung brachte aber keiner von ihnen mit und zwei der Autoren sind hauptberuflich Makeup-Experten. Daher scheint THE SEASONING HOUSE in verschiedenen Belangen nicht zu Ende gedacht. Egal ob es die plötzlich auftauchenden Soldaten sind, die offenbar ein wichtiges Anliegen haben, das aber nie erläutert wird oder dass Viktor ein scheinbar gut organisiertes Bordell betreibt, in dem die Frauen über lange Zeit untergebracht sind, aber dauerhaft ans Bett gefesselt sind ohne auch nur die Toilette nutzen zu können.
Das sind Details, die man bei Betrachtung der harten Bilder leicht übersehen kann, trotzdem wird klar, dass sich der Film manche kreative Freiheit gönnt.
Und da haben wir noch nicht einmal darüber gesprochen, dass Angel bei ihrer Flucht permanent an der falschen Tür klopft…

Seasoning House

Sieht man das Werk einfach nur als derben Thriller, kommt man aber auf seine Kosten, denn es handelt sich hierbei weder um einen standardisierten Rape&Revenge-Film und trotz des Luftschacht-Szenarios, auch nicht um eine STIRB LANGSAM – Hommage.

Fazit: Einem genaueren Blick kann das Konstrukt THE SEASONING HOUSE nicht standhalten, dafür kann der Film beim ersten Durchlauf gleichermaßen schocken wie unterhalten.

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