Review: TO KILL A MAN (2016)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.0

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Darsteller: Tye Sheridan, Bel Powley, Emory Cohen, Stephen Moyer, John Lynch
Regie: Christopher Smith
Drehbuch: Christopher Smith
Land: ,
Genre: ,
FSK: ab 16

Regisseur Christopher Smith ist zwar nicht so bekannt wie mancher Kollege, kann mit Filmen wie CREEP, TRIANGLE, BLACK DEATH oder SEVERANCE einen stattlichen Lebenslauf aufweisen.
Mit TO KILL A MAN (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Film von 2014) schickt er uns auf einen blutigen Roadtrip nach Las Vegas und macht erneut vieles richtig.

Harper hasst seinen Stiefvater Vincent, dem er die Schuld dafür gibt, dass seine Mutter im Koma liegt. Er hasst ihn sogar so sehr, dass er in einer nach einer Nacht an der Bar leichtfertig auf das Angebot des windigen Schlägers Johnny Ray eingeht, der ihm anbietet Vincent für immer verschwinden zu lassen.
Ganz ernst meint das der Jurastudent aber nicht und ist verwundert, als Johhny Ray zusammen mit der Nutte Cherry am nächsten Tag bei ihm vor der Tür steht und nach Vegas fahren will, wo Vincent das Zeitliche segnen soll.

Tye Sheridan (SCOUTS VS. ZOMBIES, THE STANFORD PRISON EXPERIMENT) spielt den unschuldigen Harper, der die meiste Zeit mit der Situation überfordert wirkt Emory Cohen (THE OA) seinen Gegenspieler, der wiederum meist den abgebrühten Hund spielt, aber selbst im Laufe des Films an seine Grenzen stößt.
Und dann ist da Cherry, der ein Freier das Gesicht zerschnitt und die meist nur stumme Zeugin des Geschehens ist, was sie schwer auszurechnen macht, aber wie das mit den stillen Wassern so ist…

Die drei spielen gut, füllen die ihnen zugeteilten Rollen und verfallen nicht mehr in Klischees als nötig.
Star von TO KILL A MAN ist aber die Inszenierung durch Christopher Smith, die spoilerfrei als unkonventionell zu bezeichnen ist.
Wer mehr wissen will, läuft Gefahr, dass wir etwas preisgeben, was ihr noch gar nicht wissen wollt, also Vorsicht!

Als Johnny Ray auf Harper trifft, soll der sich vorstellen wie es wäre, wenn er sich teilen könnte und ein Teil von ihm einfach Zuhause bleibt, während der andere Teil nach Las Vegas fährt um den ungeliebten Stiefvater zu ermorden. Der Film arbeitet hier mit Splitscreen und führt diesen Ansatz später fort und erzählt zwei alternative Handlungen, was an die Romanze SIE LIEBT IHN, SIE LIEBT IHN NICHT erinnert. Romantisch ist TO KILL A MAN aber nur, wenn man den rauen Charme durchschaut, der durch Mord, Drogen und Prostitution eingebracht wird.
Selbst diese ungewöhnliche Erzählweise birgt noch Überraschungen. Nein, Zeitreisen/-schleifen wie Smiths TRIANGLE bietet der Film nicht, aber die nichtlineare Geschichte weckt Assoziationen.

Mindfuck, Roadmovie, Thriller…vielleicht ist dieses Abwechslungsreichtum nicht jedermanns Sache, es aber wer nicht schon nach 5 Minuten den ganzen Film kennen will, sondern offen ist für smartes Kino, sollte sich TO KILL A MAN zulegen.

 

 

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