Review: TÖDLICHES VERLANGEN (2017)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.5

Please rate this

6/10 (8)

Darsteller: Gina Gershon, Nicky Whelan, Nicolas Cage
Regie: Jonathan Baker
Drehbuch: Chloe King
Genre: Thriller
Land: Kanada,
FSK: ab 12

Eine Karriere wie Nicolas Cage hat nicht jeder…nicht mal jeder Hollywoodstar.
Einst oscarprämierter Charakterdarsteller, dann Actionheld, danach hochbezahlte Witzfigur, angebliche Geldproblem und nun?
Auf jeden Fall ist Cage noch immer gut im Geschäft und arbeitet zur Zeit an zahlreichen Projekten. Die sind aber meist eine Nummer kleiner als in den 90ern und in TÖDLICHES VERLANGEN konnte er nur eine Nebenrolle ergattern.

Angela und Brian führen ein eigentlich glückliches Leben. Sie sind beruflich erfolgreich, haben ein riesiges Haus, eine kleine Tochter (namens Cora) und Angela ist mit dem zweiten Kind schwanger.
Doch sie erleidet eine Fehlgeburt.
Etwa zu dieser Zeit tritt Katie in das Leben der beiden und zieht bald als Babysitterin im Gästehaus ein. Als Angela ein weiteres Kind will, bietet sich Katie als Leihmutter an.
Was niemand weiß: Katie trägt das Kind nicht nur aus, sondern ist auch die Spenderin der Eizelle. Damit nicht genug, bereits Cora stammte aus dieser Spende und Katie hat weitere Geheimnisse.

Wir wollen es an dieser Stelle mit dem Spoilern nicht übertreiben, aber selbst wenn wir euch alles  haarklein erzählen würden, müsste man wohl ein Diagramm dazulegen, um den Überblick zu bewahren. Wer gerade von wem schwanger ist und wessen Kind austrägt, ist so unübersichtlich wie der Verkehr einer italienischen Großstadt, dabei aber deutlich konstruierter.

Zwar stützt sich der Film auf eine überschaubare Anzahl Schauspieler und nutzt auch wenige Locations, sucht die Abwechslung aber offenbar im Skript. Einerseits löblich, hier aber zu viel des Guten, ohne dass die Story allzu neu wirkt.
Die unbekannte Frau, die als Nanny in das Haus mit dem gepflegten Rasen zieht, kennt man schon aus DAS KINDERMÄDCHEN und DIE HAND AN DER WIEGE und auch der weitere Verlauf folgt bekannten Bahnen. Etwas Herumschnüffeln, eigenartige Zufälle, in-den-Wahnsinn-treiben….

Nicht jeder überlebt den Film, besonders brutal wird es aber nicht. Alles wirkt recht sauber und eine physische Bedrohung ist selten zu spüren. OK, dann eben eher Psycho, aber aus den schon genannten Gründen springt der Funke auch in diesem Belang nicht über.

In einem Punkt trumpft TÖDLICHES VERLANGEN aber auf und das ist eine gewisse Starpower. Neben dem schon erwähnten Nicolas Cage erleben wir Gina Gershon (KILLER JOE, BREATHLESS), außerdem Nicky Whelan (HALLOWEEN 2) und Faye Dunaway (CHINATOWN, THOMAS CROWN IST NICHT ZU FASSEN). Keine A-Riege (mehr), aber bekannte Namen und solide Schauspieler.
Nic Cage hält sich überraschenderweise im Hintergrund und das auffälligste an ihm sind seine ungeschickt gefärbten Haare.

Fazit: TÖDLICHES VERLANGEN wirkt am Reissbrett entworfen Das macht ihn noch nicht zum filmischen Armageddon, ein Highlight ist er aber garantiert auch nicht.

Facebook Comments