Review: TUCKER & DALE VS. EVIL (2010)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 9.5

Please rate this

10/10 (2)

Darsteller: Tyler Labine, Alan Tudyk, Katrina Bowden
Regie: Eli Craig
Drehbuch: Eli Craig, Morgan Jurgenson
Land: , , ,
Genre: ,
FSK: ab 16

Wenn man viel von einem Film erwartet, ist die Chance auf eine Enttäuschung entsprechend groß.
Nachdem ich frühzeitig den Trailer von TUCKER & DALE VS. EVIL zu sehen bekam und hellauf begeistert war, konnte es also nur noch bergab gehen.

Um es vorweg zu nehmen: Dieser Film hält alles was der Trailer verspricht. Zwar werden, wie in fast jeder Komödie, einige der besseren Gags bereits im Trailer verwendet, das mindert den Spaß am eigentlichen Film aber nur unmerklich.

Die Story: Eine Gruppe College-Kids, wie man sie aus jedem Backwood-Slasher kennt, macht Ferien in West Virginia, der Heimat aller Hillbillies. Solche sind auch Tucker und Dale:  unrasierte Typen in speckigen Shirts mit rostigen Pickup-Trucks, die den ganzen Tag jagen oder angeln. Obwohl die beiden nichts Böses im Schilde führen, sind die Teenager aufgrund diverser Missverständnisse schnell sicher, dass Tucker und Dale so sind, wie jeder Psycho-Redneck aus den gängigen Filmen.

Missverständnisse, Unfälle und Vorurteile führen zu einer Reihe unglücklicher Ereignisse, die wiederum dazu führen, dass die Kids Tucker und Dale für Mörder halten, während die umgekehrt von den Stadtmenschen das gleiche denken.

TUCKER & DALE VS. EVIL  ist keine Parodie, die nur alle bekannten Szenen aus Backwood-Filmen durch den Kakao zieht, sondern ein eigenständiger Film, den man als „Laie“ ebenso genießen kann, wie als Genre-Fan.

Kettensägen, Einmachgläser, eine Hütte im Wald und alte Zeitungsartikel an der Wand…all diese klischeebeladenen Bestandteile enthält auch TUCKER & DALE VS. EVIL, aber anders als gewohnt. Überhaupt nimmt es der Film mit den Genre-Regeln nicht zu genau. Statt dem üblichen Tod-nach- dem-Sex-Muster erwartet uns sogar eine kleine Romanze.

Wen die Worte „Komödie“ und „Romantik“ abschrecken, kann beruhigt sein, denn es geht auch anders. Im Film wird eine Menge Blut vergossen, sei es z.B. mit  einem Holzhäcksler, einer Motorsense und im Finale gar durch eine „Waffe“, die es so in der Filmgeschichte sicher noch nicht gab.

Auch in den ruhigen Momenten macht der Streifen Spaß. Insbesondere die Figur des schüchternen Hillbillies Dale ist großartig und sympathisch.

Ganz nebenbei transportiert der Film sogar noch die Botschaft, dass es sich lohnt genauer hinzusehen, bevor man über jemanden urteilt…das aber nur am Rande.

Fazit: Irgendwo stand, dass TUCKER & DALE VS. EVIL das für den Backwood-Film darstellt, was SHAUN OF THE DEAD für den Zombie-Film war. Eine Aussage, der ich nur zustimmen kann. Tucker und Dale beleben ein ausgelaugtes Genre wieder, das in den letzten Jahren absolut nichts Neues zu bieten hatte.

Der wiederholte spontane Szenenapplaus auf dem Fantasy Film Fest unterstreicht das nur.
Schaut euch den Film an solange es noch ein Geheimtipp ist, denn das wird sich schnell ändern.

 

Facebook Comments