Review: UFO – ES IST HIER (2015)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 3.5

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3.5/10 (24)

Darsteller: Laura Berlin, Fabio Cimpeanu, Nika Cimpeanu
Regie: Daniele Crieco
Drehbuch: Daniele Crieco
Land:
Genre: ,

Eine Gruppe Filmstudenten arbeitet an einer Dokumentation im örtlichen Zoo und führt gerade ein Interview, als plötzlich sämtliche Tiere durchdrehen. Der Grund ist schnell gefunden, ein Meteorit ist deutlich am Himmel zu entdecken und scheint auf der Erde einzuschlagen.
Die fünf wittern ihre Chance und fahren sofort zum Ort des Aufpralls, wo sie als erste Ankommen. Sie beschließen über Nacht zu bleiben und alles auf Kamera festzuhalten, doch als einer von ihnen verschwindet und nur verstörendes Bildmaterial zurückbleibt, machen sich die anderen auf die Suche und stellen fest, dass mit dem Aufprall außerirdisches Leben auf die Erde kam.
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Und nun noch mal langsam: wir befinden uns nicht in Sibirien, sondern mitten in Europa. Trotzdem scheint keiner außer den fünf Helden den Meteoriten bemerkt zu haben. An denen scheint aber ein Astronom verloren gegangen zu ein, denn sie schaffen es zielsicher dem Absturzort so nahe zu kommen, dass eine Rauchfahne zum exakten Ziel führt. Der Rauch scheint hingegen ebenfalls niemand sonst zu interessieren.
Vor Ort legt man zwar fest, dass man alles filmen will, macht es sich dann aber am Lagerfeuer bequem. Am nächsten Tag ist der Kumpel weg, aber erneut wittern unsere Spürnasen wohin sie gehen müssen….

Nein, Horrorfilme müssen nicht durchweg logisch sein, aber muss man unsere Intelligenz mit Füßen treten, statt einfach eine halbwegs glaubhafte Story zu erzählen?
Kurz gesagt: Schwachpunkt ist das lieb- und einfallslose Drehbuch, das mit bekannten Klischees vollgestopft wurde: 5 Jugendliche… im Wald…kein Handyempfang….ihr wisst was ich meine.
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Das Handy klingelt dann ausgerechnet in einer Höhle tief unter der Erde doch; man hat solche Angst vor dem Alien, dass man ein Lagerfeuer entfacht, das die eigene Position sofort verrät und schreit permanent panisch durchs Unterholz um jeden Verfolger auf sich aufmerksam zu machen.
Das ist alles so gedankenlos hingerotzt, dass auch die verschiedenen –teils interessanten – Locations, wie Zoo, Wald, Höhle und Farmhaus nicht mehr viel retten können.
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Mit Found Footage ist 2016 ohnehin kein Blumentopf mehr zu gewinnen, daran ändert auch U.F.O. nichts. Um aber fair zu bleiben: allzu oft wurden Außerirdische im Found Footage Film noch nicht verwurstet und mit Werken wie CLOVERFIELD hat dieser Streifen wenig gemein.
Stattdessen hat man hier eher das Gefühl, dass PREDATOR bei BLAIR WITCH PROJECT vorbei schaut. Entliehen sind zumindest dessen Geräusche, ansonsten wird aber betont wenig gezeigt.
Was wir zu sehen bekommen, sind Alien-Eier und andere schleimige Angelegenheiten, der Film macht aber nicht den Fehler auf dicke Effekte zu setzen, die er sich sowieso nicht leisten kann.

Schaut man etwas hinter die Kulissen, erkennt man schnell, dass U.F.O. von Daniele Grieco, dem Macher von DIE PRÄSENZ, stammt. Auch der glänzte nicht eben durch Originalität, wies für einen Low Budget – Film aber anständige Schauspieler auf. Dieser Linie bleibt Grieco treu und vermeidet trotz oberflächlicher Figuren zumindest hölzerne Dialoge zum Fremdschämen, wie man sie aus vergleichbaren Werken kennt.
Dass die Akteure das hanebüchene Drehbuch ohne Widerspruch umsetzten, macht sie aber zu Mittätern.

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