Review: UNKNOWN USER: DARK WEB

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.5

Please rate this

6/10 (2)

Darsteller: Colin Woodell, Stephanie Nogueras, Betty Gabriel
Regie: Stephen Susco
Drehbuch: Stephen Susco
Länge: 89 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 11. April 2019 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Universal
FSK: ab 16

Für die meisten ist das Dark Web ein Mysterium. Einige halten es sogar für einen Mythos, andere wissen nicht, wie man hineingelangt oder verzichten gerne darauf damit Kontakt zu haben.
UNKNOWN USER: DARK WEB nimmt uns und die Protagonisten mit hinein, ob wir wollen oder nicht.

Story:
Matias hat einen neuen Laptop. Das Gerät hat jemand verloren und das Passwort ist schnell geknackt.
Eigentlich will Matias nur mit seinen Freunden einen Skype-Spieleabend abhalten, aber immer wieder erhält er Facebook-Nachrichten, die sich an den Vorbesitzer richten und zweifelhafter Natur sind. Als er weiter nachforscht, stößt er auf eine Reihe unheimlicher Videos auf der Festplatte und einem Zugang in die Tiefen des Internets….und muss feststellen, dass seine Freunde und er in Gefahr sind.

Wie sein Vorgänger UNKNOWN USER spielt sich auch der zweite Teil komplett am Bildschirm ab. Heißt: wir sehen Videochats, Facebook-Messenger, Webseiten und Videos, als würden wir auf den eigenen Rechner starren.
Wer sich einen Film anschaut, um dem PC mal zu entkommen, wird daran natürlich wenig Spaß haben, die Idee ist aber auch beim zweiten Anlauf vergleichsweise frisch und da es diesmal keine übernatürliche Bedrohung gibt, wirkt alles greifbarer.

Vor allem die versteckten Videos auf Matias Festplatte können verstören, egal ob es eine junge Frau ist, die man offenbar in einem Fass gefangen hält (MEGAN IS MISSING lässt grüßen) oder auch nur die Aufnahmen eines schlafenden Babys.

Bis Matias und seine Freunde bemerken was los, meldet sich aber schon der Eigentümer des Laptops und möchte das Gerät wiederhaben.
Im Laufe des Films wird uns klar gemacht, dass die Vereinigung, zu der diese Person gehört, sehr, sehr mächtig ist und offenbar nichts mit den Hackern gemein hat, die mit 35 noch bei Mama wohnen, sich von Fastfood ernähren und ihr Handy am Gürtel tragen, sondern in der Lage sind U-Bahnen anzuhalten, dein Licht auszuschalten oder deine Klospülung betätigen können.
Außerdem können diese Typen auch in physischer Form überall eindringen.

Schaut, ich weiß, dass es im Internet kaputte Menschen gibt und hätte man das Bild eines Folterrings erzeugt, der natürlich seine Geheimnisse schützen will, hätte man hier einen hässlichen kleinen Streifen erzeugen können. Stattdessen verliert sich die Blumhouse-Produktion in Teen-gerechten Spielereien und witzlosen Twists. Und ich bin nicht willens zu glauben, dass diese Hacker-Mannschaft innerhalb von Minuten und ohne Spuren zu hinterlassen an den verschiedensten Orten sein und Gewalttaten verüben kann.
Davon abgesehen, warum sollte etwa der Laptop-Eigentümer bei Matias Freundin vorbeischauen, statt ihm selbst einen Besuch abzustatten?

Somit wird die vermeintliche Stärke des Films, sich Themen zu bedienen, mit denen sich das Publikum identifizieren kann, zum Nachteil. Zu überzogen wirken die Möglichkeiten des Dark Web – Kults und statt beim Zuschauer eine gewisse Paranoia zu erzeugen, die ihn dazu bringt seine Webcam abzukleben, wird großzügig übertrieben.

Das heißt nicht, dass UNKNOWN USER: DARK WEB nicht unterhaltsame Momente hätte und als Online-Slasher funktioniert, aber wer nicht ohnehin aufgrund der unkonventionellen Herangehensweise abwinkt, muss sich in diesem Fall auch noch große Logikgräben zuschütten, um genießen zu können.

 

 

 

 

Facebook Comments