Review: UNTER FREUNDEN (2012)

unter freunden
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 3.0

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3.5/10 (16)

Darsteller: Alyssa Lobit, Jennifer Blanc, Kamala Jones
Regie: Danielle Harris
Drehbuch: Alyssa Lobit
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Genre:

Wenn Danielle Harris (HALLOWEEN), Kane Hodder (FREITAG, DER 13.), Michael Biehn (ALIENS) und Ehefrau Jennifer Blanc (THE DIVIDE) sowie Regisseur Xavier Gens (FRONTIERE(S)) gemeinsame Sache machen, ist man als Fan des gepflegten Horrorfilms geneigt den Schampus kalt zu legen.
Die Beteiligten kennen sich, haben teilweise mehr als einmal miteinander gedreht, man ist gewissermaßen UNTER FREUNDEN.
Wie könnte man diese Konstellation versauen?

Nun, zum Beispiel dadurch, dass man einfach mal die Rollen tauscht. Nicht Gens ist der Regisseur, sondern Danielle Harris. Die hat sich in dieser Funktion zwar bereits 2008 in dem kaum bekannten PRANK versucht, das aber im Dreierteam und muss nun erstmals alleine ran. Das Drehbuch kommt dabei von Alyssa Lobit, einer weiteren ehemaligen Weggefährtin (u.a. in VICTIM) die sich auch gleich eine der Hauptrollen zurechtgeschrieben hat.

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Sie spielt darin Psychiaterin Bernadette, die ihre Freunde zu einer Dinnerparty einlädt. Dort soll eine Partie „Murder Mystery“ gespielt werden, doch Bernadette hat eigene Pläne. Sie macht die anderen bewegungsunfähig und zwingt sie sich Videos anzusehen, die sie in verwerflichen Situationen zeigen. Wenn Bernadette ihnen den Spiegel vorhält, ist vom einfachen Fremdgehen bis zur Vergewaltigung alles geboten…und nicht jeder wird diese Nacht überleben.

Wie man Hochspannung erzeugt ohne auch nur vom Tisch aufzustehen, zeigte Anfang dieses Jahres WOULD YOU RATHER. Der war einfallsreich, schlüssig und gut besetzt. Das ist UNTER FREUNDEN trotz der wohlklingenden Namen nicht. Biehn und Hodder sind nur in kleinen Rollen zu sehen und Jennifer Blanc kann leider nicht schauspielern.

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Dass sich Menschen für eine Mini-Party in 80er Jahre – Kostüme werfen und mit der Stretch-Limo vorfahren, mag man glauben. Dass sich diese Menschen mit einem Drogencocktail vollballern als wollten sie auf die Loveparade, um sich dann aber einem -vermeintlich- harmlosen Unterhaltungsspiel zu widmen, darf hinterfragt werden. Dass von den Freunden heimlich gefilmte Kameraaufnahmen existieren, die aber aus etlichen professionellen Blickwinkeln geschossen wurden, muss aber komplett ins Reich der Legenden verwiesen werden.

in UNTER FREUNDEN wird mit Profanitäten nicht gespart und wer nach bösen Wörtern wie „Fotze“ nachts nicht schlafen kann und von Sexszenen in denen nicht mal ein Nippel zu sehen ist, Bluthochdruck bekommt, wird seine helle Freude haben. Alle anderen wird auffallen, dass dieser Trockensex nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass der Film lange nicht so hart ist, wie er es gerne wäre…übrigens auch nicht in Sachen Gewalt, die eher sporadisch zum Einsatz kommt.

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So bleibt es also meist bei viel blabla und die Nettospielzeit von knapp über 70 min erscheint länger als sie ist. Highlight des Films bleibt daher das Wiedererkennen bekannter Gesichter. Ein paar Minuten Kane Hodder als griesgrämiger Chauffeur und wenige Sekunden Danielle Harris (immerhin im Halloween 4-Kostüm), Michael Biehn und Xavier Gens rechtfertigen aber nicht den Kauf dieses reichlich uninspirierten Streifens.

Fazit: Ich träume davon die Beteiligten ebenfalls an den Tisch zu fesseln, ihnen den Film vorzuspielen und ihre beschämten Gesichter zu sehen.

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