Review: WAHRHEIT ODER PFLICHT (2018)

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Redaktion: 4.0

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Darsteller: Lucy Hale, Tyler Posey, Violett Beane
Regie: Jeff Wadlow
Drehbuch: Michael Reisz, Jillian Jacobs, Christopher Roach, Jeff Wadlow
Länge: 96 min
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 13. September 2018 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Universal
FSK: ab 16

 

Wahrheit oder Pflicht ist nicht nur ein beliebtes Partyspiel, der Titel (bzw. das englische Truth or Dare) wurde auch schon Dutzende Male für Kurz- und Langfilme und Serien verwendet. Da kann man schnell mal durcheinanderkommen.
Der hier vorliegende WAHRHEIT ODER PFLICHT entstammt der Erfolgscompany Blumhouse und während immer wieder erwähnenswert ist, dass Jasum Blum auch GET OUT, CREEP und OCULUS produzierte und diesen Werken viele liebevolle Details anzumerken sind, hat er sich  doch einen Ruf als Produzent von belangloser Teenie-Stangenware verdient.
Mal sehen, wo man WAHRHEIT ODER PFLICHT einordnen kann…

Eine Gruppe von Freunden fährt nach Mexiko, um es dort zum Spring Break gehörig krachen zu lassen. Nach einem feuchten Abend lernen sie einen netten Typen namens Carter kennen, der sie zu einer Runde „Wahrheit oder Pflicht“ in einer alten Kirche überredet. Das führt nicht nur zu den üblichen Peinlichkeiten, sondern auch dazu, dass sich Carter irgendwann verabschiedet und der Gruppe dabei verkündet, dass das Spiel ihnen nun folgen wird und sie es immerzu weiterspielen müssen.

Soso, unsere partygeilen Teenies fahren also zum Spring Break und statt mit 3 Promille und einem Spiegel voller Nasenstaub neben 15 nackten Fremden aufzuwachen, spielen sie das Äquivalent zu Flaschendrehen. Nichts mehr los mit den jungen Leuten.
Immerhin, das Spiel wirkt nach, verfolgt die Freunde wirklich zurück nach Kalifornien, wo bald jeder von ihnen von unheimlichen Fratzen (ein kleiner, aber gelungener Effekt) heimgesucht wird, die auffordern mitzuspielen. Lügt jemand oder verweigert die Tat, stirbt er.

Das erinnert zuweilen an die FINAL DESTINATION – Reihe, allerdings sind die Tode längst nicht so absurd kreativ und meist weniger blutig. Dafür sorgt allerdings der Faktor „Wahrheit“ des Öfteren für Unmut. So scheint Hauptfigur Lucy ein Auge auf den Freund ihrer besten Freundin geworfen zu haben. Das würde sie zwar lieber für sich behalten, aber diese und noch weitere unschöne Wahrheiten kommen Stück für Stück ans Licht.
Die „Pflicht“ endet indes nicht immer tödlich, sondern kann auch mal was Angenehmes sein, so dass zum Beispiel zwei Personen Sex haben müssen…allerdings finden eifersüchtige Partner das auch wieder nicht so toll.

Wohlwollend ausgedrückt ist das Spiel vielfältig, weniger nett gesagt wirkt der ganze Film als hätten die 4 (!) Drehbuchautoren einfach alle Ideen in einen Topf geworfen und dann jede eingebaut.
Weder ist durch die Vielzahl der Schreiber eine klare Linie zu erkennen, noch scheint es so was wie Spielregeln zu geben. Die lächelnd-schielenden Fratzen, die Teil eines Fluchs sind, hinter dem ein Dämon steckt, tauchen immer dann auf, wenn es gerade passt und die Protagonisten müssen sich durch einen Wust an ähnlich gelagerten und austauschbaren Aufgaben kämpfen.

Etwas mehr Humor wie eben FINAL DESTINATION hätte WAHRHEIT ODER PFLICHT gut gestanden, aber einen fünften Schreiber wollte man dafür  dann wohl nicht einstellen. Eine härtere/düstere Ausrichtung wäre auch nicht verkehrt gewesen, aber das Zielpublikum sind natürlich Horror-Anfänger. Dagegen ist nichts zu sagen, aber auch diese Zuschauer haben einen wertigen Film verdient und das ist dieser aber nur aus technischer Sicht.

Hübsche, junge Menschen, einige Teen-Probleme, uninspirierte Jumpscares und laue Kills, verteilt in eine von vorne bis hinten konstruiert wirkende Story. Da ist das (ACHTUNG SPOILER) an THE RING erinnernde Ende noch das fieseste Element, aber auch das wirkt gestohlen.

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