Review: WE ARE STILL HERE (2015)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.0

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7.8/10 (129)

Darsteller: Barbara Crampton, Andrew Sensenig, Lisa Marie
Regie: Ted Geoghegan
Drehbuch: Ted Geoghegan
Land:
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Nach dem Unfalltod ihres Sohnes zieht ein Ehepaar mittleren Alters aufs Land. Die Ruhe soll bei der Trauerbewältigung helfen. Schon bald ereignet sich dort Merkwürdiges und Mutter Anne glaubt, dass ihr Sohn Kontakt mit ihnen aufnehmen will. Doch es ist das Haus, das alle 30 Jahre Opfer fordert und es hat keine guten Absichten.

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Da ist sie wieder, die Familie, die nach dem Umzug Ärger mit paranormalem hat. Ihr glaubt, ihr kennt dem Rest? Dachte ich auch. Ich lag falsch.
Sicher zunächst ist WE ARE STILL HERE der typische Haunted House – Film und bereits in den ersten Minuten werden die neuen Bewohner auf die tragische Geschichte des Hauses hingewiesen (nein, es ist kein Indianerfriedhof im Vorgarten, aber auch nicht weit davon entfernt). Darauf folgen harmlosere Vorfälle, ein Medium wird in Form von Annes Freundin May zur Hilfe gerufen und irgendwann geht’s richtig rund.
Aaaaber, statt Gegenständen, die von A nach B schweben, unsichtbarer Kräfte und lau(t)er Jumpscares gibt es in der zweiten Filmhälfte handfesten Splatter.

Das ist nicht nur überraschend (na ja, jetzt nicht mehr), sondern bietet vor allem einen interessanten Mix. Zudem sind die Hauptfiguren nicht die übliche Familie mit Kind, sondern Leute, die der Rente näher sind als dem Abitur. Das alleine macht noch keinen ernstzunehmenden Film, Namen wie Larry Fessenden (VAMPIRE NATION, SESSION 9), Lisa Marie (SLEEPY HOLLOW, LORDS OF SALEM) und vor allem Barbara Crampton (FROM BEYOND, DER RE-ANIMATOR) deren Frühreferenzen wunderbar zu WE ARE STILL HERE passen, helfen aber dabei.
we are still here 2

Man muss aber auch berücksichtigen, dass WE ARE STILL HERE eine kleine Produktion ist und wenn man sieht, dass Crewmitglieder in der Vergangenheit an BARRICADE, 100 TEARS, CONTRACTED und ALMOST HUMAN beteiligt waren, passt auch das ins Bild. Der Film wirkt daher auch ungeschliffen, was mit der verschneiten Landschaft und dem 70er-Ambiente aber gut harmoniert.
Über allem schwebt aber der Geist Lucio Fulcis, dessen DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER offenkundig Pate stand.
we are still here 1
Vielleicht hätte WE ARE STILL HERE daher mit dem 3-fachen Budget gar nicht funktionieren können, ein paar Dollar mehr hätten aber wohl nicht geschadet, um die eine oder andere Schwäche auszumerzen. Zum Beispiel das belanglose Indie-Piano-Geklimper, das sich trotz insgesamt ansprechenden Soundtracks auch hier einschleicht.
Auch der Story hätte hier und da ein kleiner Kniff gut getan, wobei das sicher reine Geschmacksache ist und der Minimalismus ist angebrachter als ein überladenes Drehbuch.

Fazit: Empfehlenswert…sofern man dem Indie-Chic nicht abgeneigt ist.

 

 

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