Review: THE BURROWERS (2008)

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Redaktion: 7.0

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8/10 (8)

Darsteller: William Mapother, Karl Geary, Doug Hutchison
Regie: J.T. Petty
Drehbuch: J.T. Petty
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THE BURROWERS aus dem Jahr 2008 ist ein Genre-Mix aus Western und Horrorfilm. Dass man Western mit anderen Filmtypen kreuzt, ist nicht gar so selten, aber Horrorfilme – insbesondere gute Horrorfilme – sind aus diesen Mixturen bislang selten entstanden. Irgendwo scheint es vielleicht auch unpassend grasende Büffelherden, Pioniergeist und Duelle in der Wüstensonne mit Zombies und Vampiren zu kreuzen (auch wenn 1966 ein Film mit dem vielversprechenden Namen BILLY THE KID VS. DRACULA erschien). Andererseits ging es zur damaligen Zeit offensichtlich durchaus blutig zu und man sollte denken, dass eigenwillige Indianerriten und –götter den einen oder anderen Drehbuchautor zu ein paar grusligen Gedanken inspiriert hätten.

Den Machern von THE BURROWERS ist es tatsächlich gelungen die verschiedenen Stile zu vermischen, ohne dass der Zuschauer die Schnittstellen als störend empfindet. Gleichzeitig erhalten wir originelle Monster, eine Prise Moral und genügend Gewalt.

Die Story beginnt im Jahre 1879 in einem Landstrich in dem der Westen noch wild ist. Eine Farmerfamilie wird vermeintlich von Indianern verschleppt. Zusammen mit einigen anderen Männern macht sich Fergus Coffey, der Verlobte einer der Entführten auf die Suche.
Die Kavallerie, zu denen die Männer unterwegs stoßen, glaubt die Probleme auf ihre Art lösen zu können. Indes stellt sich heraus, dass die Indianer zwar mit dem Verschwinden nichts zu tun haben, aber mehr als die Weißen über die Wesen wissen, die für die Tat verantwortlich sind. Als ein gefangener Indianer von den „Burrowers“ spricht, glauben die Männer zunächst an einen weiteren Indianerstamm, doch die Burrowers (dt.: Wühler, Gräber) leben unter der Erde, betäuben ihre Opfer, woraufhin sie in eine Art Wachkoma fallen und fressen sie, nachdem sie sie einige Zeit lebendig verscharrt lassen.

Sowohl diese Idee, als auch die Optik der Monster kann man als gelungen bezeichnen.

Die Idee von unter der Erde lebenden Monstern erinnert zunächst an TREMORS – IM LAND DER RAKETENWÜRMER mit Kevin Bacon, aber viel Humor sollte man in THE BURROWERS nicht erwarten.
Der Film vermittelt von Anfang an eine pessimistische Atmosphäre. Der wilde Westen ist nicht prunkvoll, sondern man bekommt eine Idee über die Gefahren, die von dem rauen, unbekannten Land ausgehen. Während von den Gräueltaten der Indianer nur berichtet wird, ist es vor allem der junge Anführer der Soldaten, der sich durch Arroganz und Brutalität schnell den Unmut aller zuzieht.
Den strahlenden Helden sucht man vergebens, selbst die Hauptfigur Coffey hat seine Schwächen.

Leider haftet dem Streifen öfters die Blässe eines TV-Films an und da wundert es auch nicht, dass es sich bei THE BURROWERS um das Pendant zu einer TV-Serie mit dem gleichen Namen handelt und manche Szenen wirken tatsächlich etwas episodenhaft. Kaum kommt zu der gelungenen Grundatmosphäre etwas Spannung hinzu, reitet man zum nächsten Kapitel. Selbst am Ende fehlt der große Show-down.
Dafür gibt Regisseur J.T. Petty dem Film eine seriöse Note, indem er auf alte Konflikte hinweist. Auch wenn die „Wühler“ die Monster sind, rangieren die Weißen, die das Land befallen nicht weit hinter ihnen, denn -so erfährt man- die Burrowers haben erst begonnen Menschenfleisch zu essen, als alle Büffel ausgestorben waren und auch am Schluss sind es wieder Weiße, die alle Hoffnung zunichte machen.

Als Kinofilm gedacht, hat es die Verfilmung doch nur aufs DVD-Regal geschafft. Dort gehört sie zwar hin, hat sich aber aufgrund ihrer Originalität einen der besseren Plätze erkämpft.

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