Review: MEINE TEUFLISCHEN NACHBARN (1989)

 
meine teuflischen nachbarn
meine teuflischen nachbarn
meine teuflischen nachbarn

 
Overview
 

Darsteller: Tom Hanks, Bruce Dern, Carrie Fisher
 
Regie: Joe Dante
 
Drehbuch: Dana Olsen
 
Länge: 97 min
 
Veröffentlichung: 1989
 
Verleih/Vertrieb: Universal
 
Genre: ,
 
Land:
 
Bewertung
9.5
9.5/ 10


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1
Posted 27. Juni 2010 by

Nein, dieser Film ist kein richtiger Horrorfilm. Weder wird man an irgendeiner Stelle vor Schreck aufspringen, noch ist mit Blutfontänen zu rechnen.
Aber zum einen hat MEINE TEUFLISCHEN NACHBARN doch immerhin eine FSK16-Freigabe (über die man heutzutage geteilter Meinung sein kann) und zum anderen ist der Streifen derart voll mit Anspielungen auf andere (Horror-) Filme, dass Horrorfans seit Generationen ihre Freude daran haben.

Gedreht wurde MEINE TEUFLISCHEN NACHBARN bereits 1989, ist also alles andere als taufrisch und dürfte vielen Lesern auch schon bekannt sein, wird aber zu häufig unterbewertet. Das Alter fällt in den meisten Situationen dadurch positiv auf, dass man wert auf Details legte, wie man es auch aus anderen 80er-Jahre Filmen, a la INDIANA JONES oder ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT kennt.
Auch schauspielerisch ist an MEINE TEUFLISCHEN NACHBARN nichts auszusetzen. Neben „Prinzessin Leia“-Carrie Fisher, Bruce Dern (THE HATEFUL EIGHT) und Corey Feldman (GOONIES, LOST BOYS) überzeugt hier vor allem Tom Hanks in der Hauptrolle des Ray.

Ray Peterson hat Urlaub und möchte diesen in seinem Haus und der vermeintlich ruhigen Nachbarschaft verbringen. Dass die neuen Nachbarn etwas seltsam zu sein scheinen, in einem verwahrlosten Haus wohnen und nur nachts herauskommen, lässt ihn zunächst kalt, doch als ein anderer Nachbar verschwindet, ist die Sache für seine Freunde Mark und Art klar und allmählich fragt sich auch Ray, wer da neben ihm wohnt. Langsam aber sicher steigert sich der Wahn, bis hin zur unvermeidlichen Katastrophe.
Wie DISTURBIA erinnert die Geschichte an DAS FENSTER ZUM HOF, es geht um Menschen, die ihren Nachbarn nachspionieren.

MEINE TEUFLISCHEN NACHBARN funktioniert auf verschiedenen Ebenen: zum einen ist er ähnlich wie heutzutage DESPERATE HOUSEWIVES eine Satire auf die Vorstadtbewohner und deren Gepflogenheiten, daher auch der Original-Titel „The burbs“, was die Abkürzung für Suburbs, also Vorstadt, ist. Übrigens handelt es sich bei Mayfield Place aus MEINE TEUFLISCHEN NACHBARN und der Wisteria Lane aus DESPERATE HOUSEWIVES um die gleiche Kulisse.

Geschichten aus der Vorstadt kennt man aus den 80ern zu genüge. Egal ob Spielbergs E.T., Tobe Hoopers POLTERGEIST oder GREMLINS, aber keiner von Ihnen beschäftigt sich so intensiv mit den Eigenheiten der Bewohner und niemand reduzierte den Schauplatz konsequent auf eine einzige Straße.
Das alleine hat mit Horror noch wenig zu tun. Dafür sorgt dann aber Regisseur Joe Dante, der für das Genre kein Unbekannter ist und mit THE HOWLING, PIRANHAS oder eben GREMLINS einige ordentliche Streifen abgedreht hat. Und so begnügen sich die Bewohner der Straße nicht damit, ihre Nachbarn für seltsam zu halten, sondern unterstellen ihnen schnell Mord, dämonische Verbindungen und satanische Rituale, ohne dass es wirklich Anhaltspunkte dafür gibt.

MEINE TEUFLISCHEN NACHBARN geizt nicht mit Zitaten und Anspielungen, sondern lebt davon. Neben der erwähnten Grundidee von DAS FENSTER ZUM HOF, erinnern einige Szenen deutlich an Western (inkl. Ennio Morricone Sound) und mehrere Horrorfilme finden Erwähnung. Der 70er-Jahre-Film HEXENSABBAT taucht auf und als Ray eines Nachts durch die Fernsehkanäle zappt, scheinen dort nur Horrorfilme zu laufen (Anmerkung des Verfassers: der erste, der mir alle drei nennen kann, bekommt einen Fleißstern). Alles in allem, ist der Film wohl als Gruselkomödie einzustufen, sollte aber nicht mit neueren Filmen wie SCARY MOVIE in einen Topf geworfen werden, wo man sich an einer dünnen Handlung entlang hangelt und die Zeit mit einer Aneinanderreihung von oftmals flachen Gags füllt. Joe Dante merkt man hingegen a) den Respekt an, den er für die Originale aufbringt und b) dass er das Handwerk eines Regisseurs versteht.

Die Erzählweise ist angenehm entspannt und langsam, aber nie langweilig. Echte Action kommt nur im Finale auf…und dies ist gleichzeitig der schwächste Teil des Films.

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