Review: PONTYPOOL (2008)

 
pontypool - thrillandkill.com
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Overview
 

Genre:
 
Bewertung
9.0
9/ 10


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1
Posted 1. Januar 2013 by

Der vollständige deutsche Titel von Pontypool lautet „Pontypool – Radio Zombie“ und ist nicht weniger dämlich als viele andere deutsche Untertitel, die versuchen dem eigentlichen Filmtitel eine vollständige Inhaltsangabe mitzugeben. Im Falle von Pontypool lässt man aber geschickterweise gleich ganz die Finger von der deutschen Version und schaut sich den Film im Originalton auf englisch an…ach ja, ein paar Brocken französisch können auch nicht schaden.

Alles beginnt als Radio-Moderator Grant Mazzy auf dem Weg zur Arbeit auf eine scheinbar verwirrte Frau stößt, die auf unverständliche Weise mit ihm spricht und dann verschwindet. Später in der Radiostation: Außer Mazzy befinden sich im Studio Produzentin Sidney Briar und Assistentin Laurel-Ann und während Laurel-Ann ein Fan Mazzys ist, gibt es zwischen ihm und der Produzentin einige Spannungen. Mazzy greift den Vorfall mit der Frau in seiner Sendung auf, doch schon bald geschehen in Pontypool, Kanada merkwürdige Dinge, die gar nicht zu der harmlosen kleinen Stadt passen. So berichtet der Außenreporter Ken von einer aggressiven Menschenmenge vor einem Krankenhaus. Während sich Sidney noch um Normalität bemüht, scheint der Moderator zunächst froh über die Abwechslung, doch auch er ist bald entsetzt über die von außen hereinkommenden Berichte über kannibalische Wahnsinnige.
Gerade rechtzeitig schaffen es die drei die Türen zu verschließen um sich vor einer Horde Angreifern zu schützen. Als kurz darauf ein Arzt durch ein Fenster ins Gebäude gelangt, kommt etwas Licht ins Dunkel, doch gleichzeitig überschlagen sich die Ereignisse…

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Ja, hier klingt vieles nach einem Standard-Zombiefilm, aber diesmal ist alles anders.
Es liegt in der Natur der Sache, dass man Filme hauptsächlich mit dem Auge wahrnimmt, doch Pontypool nimmt uns diese Möglichkeit, da sich die Handlung fast ausschließlich in dem kleinen Radiosender abspielt und auch nur ein sehr  begrenzter Personenkreis darin auftaucht. Was uns bleibt ist die Akustik und damit einhergehend unsere Fantasie.
Man erwartet Gemetzel und Ausweidungen und bekommt diese auch, allerdings nicht visuell, sondern nur als Bericht des Reporters, der per Handy der Station zugeschaltet wird.
Die optischen Effekte sind rar; Töne, Wörter und Sprache spielen die Hauptrolle und das nicht nur weil als Location ein Radiosender dient, sondern auch, weil wir im Laufe des Films erfahren, dass sich die Infektion über die Sprache überträgt und von manchen Wörtern eine Gefahr ausgeht.

Nicht vergessen werden sollten die starken Schauspieler. Hier sucht man zwar vergeblich nach großen Namen, doch vor allem Stephen McHattie in der Rolle des Moderators Grant Mazzy weiß voll und ganz zu überzeugen. Seine rauchige, versoffene Stimme passt perfekt zu der Rolle und alleine sein Mienenspiel sollte einen Preis erhalten.

Vor allem die erste Hälfte des Films ist atmosphärisch dicht geraten und die Spannungsschraube wird Stück für Stück angezogen. Mit Eintreffen des verschrobenen Doktors, der die Bedrohung gar nicht wahrzunehmen scheint, löst sich diese Anspannung leider etwas, gleichzeitig werden aber neue Aspekte in die Handlung eingeführt, so dass bis zum Ende keine Langeweile aufkommt.

„Kill me“ – Sidney Briar
Wer glaubt, dieses Zitat richtig zu deuten, ohne den Film gesehen zu haben, dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit falsch liegen.
Pontypool ist anders als alle anderen Filme, was heutzutage reichlich selten ist. Wer Experimente mag und nicht aufgrund des irreführenden Untertitels mit falschen Erwartungen herangeht, sollte sich Pontypool unbedingt ansehen. Wie eingangs erwähnt, ist jedem, der der englischen Sprache halbwegs mächtig ist, zu empfehlen auf Originalton umzuschalten, da dies sowohl der Atmosphäre dient (insbesondere Außenreporter Ken ist in der deutschen Fassung sehr schwach) als auch einige Wortspiele sinnvoller macht.

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