Review: ALONE (2015)

 

 
Overview
 

Darsteller: Fergus Riordan, Madeleine Kelly, McKell David
 
Regie: Thierry Poiraud
 
Drehbuch: Marie Garel Weiss
 
Länge: 78 min
 
Veröffentlichung: 24. März 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Capelight
 
Genre: ,
 
Land: ,
 
Bewertung
5.0
5.0/ 10


User Rating
6 total ratings

 


0
Posted 21. März 2017 by



In diesem Jahr bewiesen bereits zwei Zombiefilme, dass man dem vermeintlich ausgelutschten Genre durch stramme Inszenierung (TRAIN TO BUSAN) oder inhaltliche Besonderheiten (THE GIRL WITH ALL THE GIFTS) immer noch frisches Leben einhauchen kann.
ALONE, der wie die beiden genannten auf dem letztjährigen Fantasy Filmfest lief (dort aber noch unter dem Namen DON’T GROW UP), wählt den zweiten Weg und in diesem Fall wird jeder zu einem bösartigen Wesen, der erwachsen wird.

Das führt dazu. Dass die jugendlichen Bewohner eines Kinderheims erst einmal die neu gewonnene Freiheit feiern, als plötzlich alle Erzieher und Betreuer verschwunden sind. Doch als diese wieder auftauchen, beginnt der Kampf ums nackte Überleben.

Zu ALONE muss man wissen, dass es sich hier um eine französisch-spanische Produktion handelt, aber nicht nur optisch  britisch anmutet, sondern auch in englischer Sprache gedreht wurde.
Eine bunte Mischung also, wer aber französische Härte erwartet, wird (größtenteils) ebenso unterfordert wie Fans spanischer Erzählkunst.
Diejenigen, die sowieso nur wegen den Zombies/Infizierten einschalten, werden aber auch nicht satt.
Klar, es gibt Gewalt, es gibt irre Volljährige und man müht sich um eine „echte“ Geschichte, aber was dabei herauskommt, funktioniert nur bedingt.

Der Grundgedanke, nämlich dass Erwachsenwerden tödlich ist, ist gut und wird durch Rückblenden eines Protagonisten, der in einem zerrütteten und gewalttätigen Elternhaus aufwuchs noch bestätigt. Gleichzeitig ist die Idee aber zu dünn, um einen Spielfilm daraus zu formen.

ALONE hat zweifelsohne seine Momente, aber auch Anti-Momente, in denen die kleine Gruppe Dinge tut, die man in Gefahrensituationen selten tut oder schlichtweg nichts passiert, was die charakterliche und/oder inhaltliche Entwicklung vorantreibt.

Dass diese Längen trotz einer Spielzeit von knapp 80 Minuten auffallen, ist kein gutes Zeichen, zumal mit Thierry Poiraud ein Zombieprofi auf dem Regiestuhl saß, der aber den amüsanten und direkten Kurs, den er und Autorin Marie Garel Weiss mit GOAL OF THE DEAD verfolgten, offenbar bewusst umging.
ALONE will ernst genommen werden und das gelingt, aber nicht nur auf Kosten der Action und Unterhaltung, sondern auch der Spannung.

Immerhin durch menschenleere Straßen und hübsche Landschaftsaufnahmen entsteht eine gewisse Stimmung, es braucht aber nicht viel Fantasie, um unausgeschöpftes Potential im Film zu entdecken.

Fazit: Kein Totalausfall, aber viele verschenkte Möglichkeiten.

 

Facebook Comments


0 Comments



Be the first to comment!


Leave a Response


(required)