Review: AMBULANCE (1990)

 

 
Overview
 

Darsteller: Eric Roberts, James Earl Jones, Megan Gallagher
 
Regie: Larry Cohen
 
Drehbuch: Larry Cohen
 
Länge: 95 min
 
FSK: ab 16
 
Veröffentlichung: 22. Juni 2017 (Mediabook)
 
Genre: ,
 
Land:
 
Bewertung
7.5
7.5/ 10


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Posted 9. Juli 2017 by

Ich kann mich erinnern vor vielen Jahren durch die Gänge meiner Lieblingsvideothek geschlendert zu sein, wo mir mehr als einmal AMBULANCE auffiel. Doch aus irgendeinem Grund habe ich den Film nie gesehen, die Videothek hat längst geschlossen und das Werk wäre wohl weiter an mir vorbei gegangen, wenn Koch Media den Film nicht im schicken Mediabook neuveröffentlicht hätte.
Warum diese Vorgeschichte? Weil AMBULANCE ein Zeitzeuge einer vergangenen Ära ist, ein Produkt das heute ebensowenig hergestellt wird wie VHS-Kassetten, aber in etwa den gleichen Charme mitbringt.

Inhalt:
Josh traut sich endlich die junge Frau anzusprechen, auf die er seit längerem ein Auge geworfen hat, da klappt die unbekannte plötzlich auf den belebten Straßen New Yorks zusammen, wird von einem Krankenwagen abgeholt und ist fortan unauffindbar.
Dass Josh Comic-Zeichner ist, hilft ihm die Fremde per Phantombild zu suchen, doch während er jede Spur verfolgt, verschwinden bald weitere Menschen und er selbst gerät ebenfalls in Gefahr.

Nominell ist AMBULANCE ein Thriller. 1990 entstanden ist hier aber noch die Leichtigkeit der 80er Jahre zu spüren. Mit den finster-nüchteren Serienmörderfilmen wie SIEBEN und DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER, die das Jahrzehnt prägten, hat er jedenfalls wenig gemeinsam. Obwohl nur selten echte Gags zu finden sind, ist ein komödiantischer Ansatz unverkennbar, größtenteils in den extravaganten Figuren und den Dialogen, sowie im sonnigen Gemüt von Hauptfigur Josh, der auch in größter Not noch einen kecken Spruch auf den Lippen hat.

Gespielt wird Josh von Eric Roberts, Veteran aus über 450 (!) Film- und TV-Einsätzen, und einer jener Schauspieler, wo man im Vorfeld nie weiß, was man bekommt. In AMBULANCE bekommt man jedenfalls den grausigsten Vokuhila, den man sich vorstellen kann. Während die Frisur seinerzeit sicher todschick war, ist sie heute wie der sprichwörtliche Autounfall, von dem man den Blick nicht abwenden kann.

Apropos Autounfall, AMBULANCE kommt ohne viele Effekte aus und während früh bekannt gegeben wird, dass die Entführungsopfer für medizinische Experimente missbraucht werden, sind nicht mal ansatzweise Bodyhorror oder grausige OPs enthalten. Dafür gibt es aber – auch das im Stile der 80er – quietschende Reifen und Verfolgungsjagden.

Man kann über diese zahme Ausrichtung sicher geteilter Meinung sein, denn AMBULANCE ist längst nicht der Horrorfilm, der das Cover inklusive Freigabe ab 16 womöglich suggeriert, der Film verfügt aber über einen hohen Unterhaltungswert und eine bemerkenswerte Naivität. Da darf man sich auch nicht wundern, dass das Krankenhaus/Hauptquartier der Verbrecher direkt über einer Disko untergebracht ist.
Wem diese Retro-Tour nichts gibt, kann sich AMBULANCE allerdings sparen.

Fazit: Früher war vielleicht nicht alles besser, aber anders.

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