Review: AMONG THE LIVING (2013)

 

 
Overview
 

Darsteller: Anne Marivin, Théo Fernandez, Francis Renaud
 
Regie: Juliene Maury, Alexandre Bustillo
 
Drehbuch: Juliene Maury, Alexandre Bustillo
 
Länge: 84 min
 
Land: Frankreich
 
Veröffentlichung: 05. März 2015 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Tiberius
 
Genre: , ,
 
Bewertung
7.5
7.5/ 10


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Posted 4. März 2015 by

Juliene Maury und Alexandre Bustillo sind zurück und wollen mit AMONG THE LIVING die französische Flagge des Horrors hochhalten. Nachdem namhafte Kollegen wie Alexandre Aja (HIGH TENSION), Pascal Laugier (MARTYRS) und Xavier Gens (FRONTIER(S)) inzwischen in Amerika ihre Brötchen verdienen, sind die beiden Metzger ihrer Heimat erneut treu geblieben.

Nachdem INSIDE bei Jugendschützern Kopfschmerzen erzeugte, Hard(c)gore-Fans aber in Entzücken versetzte, spaltete der Zweitling LIVID die Anhänger. Man durfte also gespannt sein in welche Ecke das Duo mit ihrem dritten Film gehen würden.

Die Story: es ist der letzte Schultag vor den Sommerferien, doch die Rabauken Victor, Tom und Dan werden mal wieder zum Nachsitzen verdonnert. Allerdings denken die drei gar nicht daran ihre Strafe abzusitzen und schwänzen einfach die Schule. Nachdem sie die Gegend erkundet und eine Scheune in Brand gesteckt haben, verschlägt es sie in die verlassenen „Black Woods“-Filmstudios. Dort werden Zeuge wie ein maskierter Mann eine gefesselte Frau in ein Kellerloch schleift. Bei dem Versuch ihr zu helfen, werden sie selbst entdeckt. Zwar können sie entkommen, doch dass ihnen niemand glaubt, ist noch das kleinste Problem.

Among-the-Living

Langsam aber sicher entwickeln Maury und Bustillo ihren ganz eigenen Stil. Teil davon ist Béatrice Dalle, die in INSIDE die Irre spielte, in LIVID eine kleine Rolle einnahm und auch in AMONG THE LIVING einen Gastauftritt als schwangere (!!) hat. Sie ist zwar nur im Prolog zu sehen, hier wird aber nochmal richtig im Stile des Debüts geschlachtet, bevor der Film seine eigentliche Geschichte aufgreift. Die hat mit Horror zunächst wenig zu tun, sondern erinnert eher an STAND BY ME, bevor dann doch noch das Genrepublikum bedient wird und das auf eine Weise, die eben den Stil ausmacht, der sich mit LIVID andeutete. Statt ein einziges Subgenre des Horrorfilms zu bedienen, mischen und mixen die beiden Regisseure hier allerlei durcheinander und weigern sich in eine Schublade zu passen.

Der Film hält mehrere Wendungen parat, stellt uns die Figuren samt ihren Familien ausgiebig vor und obwohl das Morden nicht zu kurz kommt, kriegen wir einiges davon gar nicht erst zu Gesicht, weil es Offscreen geschieht.
Entschädigt wird man als Fan mit zahlreichen spannenden Momenten und einem nicht alltäglichen Bösewicht (ein „Was zur Hölle…?“-Moment ist garantiert). Handwerklich ist sowieso alles im Lot. Ob schauspielerisch oder in Hinblick auf die Effekte, hier sind echte Profis am Werk.

Among the living horrorfilme

Trotzdem wird man den Eindruck nicht los, dass die zwei Filmemacher nicht so recht wussten, wohin sie steuern wollen. Nicht nur wegen des STAND BY ME – Vergleichs fühlt man sich an Stephen King – Geschichten erinnert, die oft zu gewaltig sind um in 90 Minuten Film zu passen und dadurch nicht ganz rund wirken, wenn man es doch probiert.
Auch AMONG THE LIVING erscheint nicht immer wie aus einem Guss und es wäre nicht verwunderlich, wenn Bustillo und Maury, von denen auch das Drehbuch kommt, eigentlich noch mehr zu sagen gehabt hätten, sich aber aufgrund eines begrenzten Zeitbudgets einschränkten.

among the living bustillo

Dazu kommt die generelle Geschmacksfrage. Wer mit LIVID seine Sorgen hatte, wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch AMONG THE LIVING nicht viel abgewinnen.

Das ist aber Jammern auf hohem Niveau. Wäre jeder Horrorfilm auf diesem Level, wäre die Welt ein besserer Ort.

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