Review: ATROZ (2015)

 

 
Overview
 

Darsteller: David Aboussafy, Laurette Flores, Aleyda Gallardo
 
Regie: Lex Ortega
 
Drehbuch: Lex Ortega, Sergio Tello
 
Länge: 79 min
 
Veröffentlichung: 29. Oktober 2017
 
Verleih/Vertrieb: Extreme
 
Genre: , ,
 
Land:
 
Bewertung
3.0
3.0/ 10


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Posted 11. Januar 2018 by

In den letzten Jahren wurde Mexiko von einer Welle der Gewalt überrollt, in der Mafia und Drogenbosse skrupellos gegeneinander, gegen die Polizei und auch die ganz normale Bevölkerung kämpfen. Tausende Menschen werden jedes Jahr Opfer und selbst einstige beliebte Urlaubsorte wie Acapulco haben ihren Glanz verloren.
Wen wundert es da, dass in diesem rauen Klima auch raue Filme entstehen.
Der vorliegende ATROZ stammt aus Mexiko und er geizt nicht mit Härte.

Nach einem tödlichen Autounfall, bei dem eine Frau ums Leben kommt, findet die Polizei bei den Unfallfahrern eine Kamera mit Material, das zeigt, wie die beiden Männer einen Transvestiten foltern und töten. Die Polizisten sind selbst nicht zimperlich und wollen nun alles über die Täter wissen. In einem harten Verhör erfahren die Gesetzeshüter, dass sie es offenbar mit Serientätern zu tun haben.

Schade, was sich interessant anhört und in den Händen eines geschickten Autoren die Schärfe eines Skalpells hätte entwickeln können, ist so plump wie ein Löffel.
Es wird gefoltert, gemordet, gekotzt, geschissen, geschnitten, geschlagen, gefickt…kurz: es wird gezeigt was es zu zeigen gibt.

Da schmiert sich schon mal ein Täter die Fäkalien des Opfers ins Gesicht, wohl um dem Zuschauer zu zeigen, wie maximal pervers er ist. Ein anderes Opfer muss sterben, weil sie nicht ihre Tage hat und der Täter doch gerne Blut sehen will.
Das erinnert an ein Kind, das Papas Auto zerkratzt, um irgendwie etwas Aufmerksamkeit zu erhaschen, sinnig ist es nicht.

Selbst die optisch härteste Gewalt ist öde, wenn einem sowohl Täter als auch Opfer egal sind und man keinem von beiden glaubt, was hier passiert. Dass die Schauspieler keine Granaten sind und die Synchronisation sogar so katastrophal ist wie die mexikanische Sicherheitslage, erhöht den Spaßfaktor auch nicht.
Man muss aber dazu sagen, dass der Film für extrem schmales Geld abgedreht wurde, weswegen bei der Umsetzung Abstriche unumgänglich sind und da große Teile des Films im Found Footage Stil vorgetragen werden, eine wacklige Kamera mit Bildfehlern quasi sowieso zum guten Ton gehört.

Diese gefundenen Videos sind übrigens mehr oder weniger losgelöst voneinander zu sehen, gewissermaßen wie Kurzgeschichten, die durch die Rahmenhandlung verbunden sind.
Das erinnert an den weit mehr atmosphärischen, aber weniger brutalen THE POUGHKEEPSIE TAPES, aber natürlich drängen sich auch Vergleiche zu AUGUST UNDERGROUND und ähnlichem auf.

Sicher ist ATROZ unter dem Eindruck der trostlos-barbarischen Situation in Mexiko entstanden und sollte ein Stück weit im Kontext zur Entstehungszeit und – ort gesehen werden, er wirkt aber mehr wie eine unwillkürliche Reaktion, als ein durchdachtes Kommentar und ist zu sehr darauf bedacht in voyeuristischer Weise seine Mord- und Folterszenen abzubilden, um darüber hinaus ernstgenommen zu werden.
Alberner Höhepunkt ist dabei eine Vergewaltigung mit einem Stacheldrahtdildo. Und das aus der Ego-Perspektive des Dildos. Offenbar schaut man auch in Mexiko THE HUMAN CENTIPEDE 2. ATROZ raubt das auch die letzte Ernsthaftigkeit und macht aus dem Film ein Brutalo-Comic.
ATROZ wird im Sicko-Bereich seine Fans finden. Das bedeutet aber nicht, dass das gezeigt in irgendeiner Weise packend wäre.

Fazit:
ATROZ ist das spanische Wort für „grausam“ und egal, auf welchen Aspekt des Films man den Begriff bezieht, jeder wird darin seine Bestätigung finden.

Hier kann man den Film kaufen…und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bevor man ihn aus dem Verkehr zieht

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