Review: BASKIN (2015)

 

 
Overview
 

Darsteller: Muharrem Bayrak, Mehmet Akif Budak, Fadik Bülbül
 
Regie: Can Evrenol
 
Drehbuch: Ogulcan Eren Akay, Can Evrenol, Cem Ozuduru, Ercin Sadikoglu
 
Länge: 97 min
 
Land: Türkei, USA
 
Veröffentlichung: 01.01.2016 (Kino)
 
Verleih/Vertrieb: Capelight
 
Genre: , , , ,
 
Bewertung
7.5
7.5/ 10


User Rating
28 total ratings

 


3
Posted 1. Januar 2016 by

Kommt da eine neue Horrorfilm-Welle aus unerwarteter Richtung auf uns zu? Aus der Türkei?
Befragt man die Filmdatenbank imdb, spuckt diese aus, dass es insgesamt nur 73 türkische Horrorfilme gibt. Rund ein Drittel dieser Filme entstand aber in den letzten zwei Jahren. Bisher weitestgehend im Stillen, ohne international Aufmerksamkeit zu erregen. Der Trailer zu BASKIN machte aber bereits neugierig und das aus gutem Grund.
Baskin
Story:
Eine Gruppe Polizisten wird zu einem Einsatz gerufen, doch schon der Weg zu dem leerstehenden großen Haus gestaltet sich schwierig. Die Männer überfahren einen unbekannten auf der Landstraße, landen in einen Fluß und einer von ihnen scheint zu halluzinieren.

Doch das ist erst der Anfang, denn was sie in den Kellern des Hauses vorfinden, ist der Stoff für Alpträume.
BASKIN ist ein Film, der in jedem denkbaren Sinne zwischen den Welten wandelt, was sich zunächst einmal auf den Inhalt beziehen lässt. Was hier real ist und was nicht, ist oft nicht völlig klar. Da vermengen sich (Alp-)Traum und Realität, Vergangenheit und Gegenwart und ist der Ort, an dem die Gruppe ums Überleben kämpfen muss, die Hölle oder nur kurz davor?

Die schon angesprochene Herkunft ist ebenfalls ein Gratwanderung, denn einerseits enthält BASKIN nicht nur glaubhafte Kultureinschübe, sondern erinnert gleichzeitig aber an weltweit bekannte Horrorfilme wie HELLRAISER oder EVENT HORIZON.
Ob Regisseur Can Evrenol, der hier sein Spielfilmdebüt gibt, nachdem er bereits 2013 einen gleichnamigen Kurzfilm drehte, eine generelle Aussage zur türkischen Polizei machen wollte, ist nicht überliefert. Er stellt aber eine teils sympathische, teils abstossende Truppe vor, die aber authentisch wirkt und natürlich tun Kulissen, die per se anders aussehen als Hollywood, ein Übriges.
Baskin
Dass BASKIN ein Horrorfilm ist, wird niemand bezweifeln, aber auch in diesem Punkt will er sich nicht genauer festlegen. Einerseits verfügt der Film über einen Klasse Score, der vor allem in der ersten Hälfte hilft, eine solch latent bedrohliche Stimmung aufzubauen, wie man es schon lange nicht mehr gesehen hat. Nicht alles, was gezeigt wird, erschließt sich sofort, ein aufmerksames Auge ist also gefragt. Andererseits ist BASKIN immer roh und zeigt diese Seite vor allem im hinteren Teil durch blanken Gore.

Leider verliert der Film dort aber auch etwas Zug. So widerlich die Gestalten auch sind, so brutal das Morden auch dargestellt wird, hier geschieht eben auch kaum mehr als das, dafür aber recht langatmig, wenig packend und blutige Messer abzulecken ist vielleicht auch einfach zu viel des Guten.
Baskin
Die Effekte, mit denen zu Werke gegangen wird, sind allesamt handgemacht und wirken zwar nicht immer 100% auf den Punkt, aber hier muss man dem Film zugutehalten, dass andere Splatter-Handwerker sich selbstverliebt blamieren, wohingegen man kleinere Problemstellen in BASKIN geschickt durch Schnitte, Musik etc. kaschiert.

Nein, Perfektion sieht anders aus, aber für einen kleinen Film aus einem kleinen (Film-)Land macht BASKIN vieles richtig. Das Gerücht, dass zu Beginn des Jahres nur schwache Filme in die Kinos kommen, widerlegt er locker und vermutlich bleibt er 2016 auch der gorigste Film, der es deutschlandweit ins Kino schafft.

Facebook Comments


3 Comments



Be the first to comment!


Leave a Response


(required)