Review: DAS KINDERMÄDCHEN (1990)

 

 
Overview
 

Darsteller: Jenny Seagrove, Dwier Brown, Carey Lowell
 
Regie: William Friedkin
 
Drehbuch: Stephen Volk, Dan Greenburg, William Friedkin
 
Länge: 89 min
 
Veröffentlichung: 13. Juli 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Koch Media
 
Genre: , ,
 
Land:
 
Bewertung
6.0
6.0/ 10


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Posted 31. Juli 2017 by

William Friedkin hat in seiner langen Karriere verschiedene Genres bedient, verstand sich aber immer darauf Spannung zu erzeugen. Irgendwo zwischen DER EXORZIST und FRENCH CONNECTION auf der einen, BUG und KILLER JOE auf der anderen Seite, entstand 1990 DAS KINDERMÄDCHEN, ein Film der sowohl Elemente der meist spaßigen 80er Jahre, als auch der unterkühlten 90er enthält.

In dem Film zieht eine junge Familie nach Los Angeles und da sowohl Papa Phil, als auch Mama Kate berufstätig sind, bleibt wenig Zeit für das Baby, so dass die beiden Babysitterin Camilla anheuern.
Die junge Frau kümmert sich liebevoll um den Nachwuchs, trotzdem wächst in ihren Arbeitgebern allmählich der Verdacht, dass mit ihr etwas nicht stimmt.
Zu Recht, denn Camilla ist eine Druidin/Hexe, die das Kind einem Baumgott opfern will.

Nicht nur optisch bewegt sich DAS KINDERMÄDCHEN dank der typischen bläulichen Bilder in den 90ern, es ist auch eine gewisse Nähe zu DIE HAND AN DER WIEGE zu spüren (der allerdings später entstand).
Auf der anderen Seite heißt es, dass Sam Raimi vor Friedkin als Regisseur im Gespräch war und wie wir alle wissen, hat der TANZ DER TEUFEL –Regisseur Erfahrung mit bösartigen Hölzern mit dämonischem Eigenleben. Daher ist es wohl kein Zufall, dass Hauptfigur Phil, gespielt von Dwier Brown, eine gewisse Ähnlichkeit mit Bruce Campbell ausweist und der besagte mächtige Baum nicht nur wie ein typischer 80s-Effekt erscheint, sondern auch den wahnwitzigen Ideen Raimis standgehalten hätte. Eine Kettensäge finden wir übrigens uch wieder vor.

Hier liegt aber auch das Problem des Films, dessen Bestandteile manchmal nicht zueinander passen wollen und so wirkt als hätte man Friedkins kühleren, ernsteren Regiestil erst verpflichtet nachdem man Plan A verlassen musste.
Aber ganz gleich, welchem Jahrzehnt man ihn mehr zuordnet, zu seiner Entstehungszeit wirkte DAS KINDERMÄDCHEN sicher modern wie die ein neonfarbenes Sweatshirt. 25 Jahre später mag man anders urteilen.
Insgesamt kann man DAS KINDERMÄDCHEN wohl als „kommerziellen“ Film einordnen, wie er heutzutage von Blumhouse gedreht werden würde. Das soll allerdings nicht bedeuten, dass nicht trotzdem Talent zu erkennen wäre. Die Figuren werden sauber eingeführt, Kinderwohl ist natürlich (gerade für Eltern) ein heikles Thema und die Effekte sind blutig genug, dass der Film erst Anfang 2017 vom Index gestrichen wurde.

Das ist allerdings auch ein Zug, der klar überfällig war. Die Freigabe ab 16 ist nach heutigem Maßstab eindeutig gerechtfertigter.
Fazit: Man kann DAS KINDERMÄDCHEN ansehen ohne sich hinterher zu ärgern, Friedkin hat aber deutlich bessere Filme in seinem Lebenslauf stehen, die außerdem dem Zahn der Zeit besser trotzten.

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