Review: DAS SPIEL (2017)

 

 
Overview
 

Darsteller: Carla Gugino, Henry Thomas, Bruce Greenwood
 
Regie: Mike Flanagan
 
Drehbuch: Jeff Howard, Mike Flanagan
 
Länge: 103 min
 
Land: USA
 
Veröffentlichung: 29.September 2017 (Netflix)
 
Verleih/Vertrieb: derzeit nur Netflix
 
Genre: , ,
 
Land:
 
Bewertung
7.5
7.5/ 10


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Posted 1. Oktober 2017 by

Es gibt Romane, die beim Lesen Hochspannung bieten, aber sich kaum verfilmen lassen. Entweder weil sie so episch sind, dass viel Zeit und Geld notwendig wäre oder aber, weil sie so wenig Action bieten, dass der Kameramann sein Arbeitsgerät kaum bewegen muss.

DAS SPIEL, der auf dem gleichnamigen Roman von Stephen King basiert, gehört zur zweiten Kategorie und überspitzt gesagt, hat der Film kaum mehr zu bieten als eine Frau, die ans Bett gefesselt ist.
Nicht nur im übertragenen Sinn, sondern wortwörtlich, denn sie trägt Handschellen und das anfänglich sogar freiwillig.

Story:
Gerald und Jessie führen eine Ehe, die dringend Pep benötigt. Im Bett läuft bei den beiden seit Monaten nichts und auch manch anderes steht unausgesprochen zwischen den beiden.
Ein Wochenende im Ferienhaus soll Abhilfe schaffen. Jessie zieht sexy Unterwäsche an, Gerald wirft eine Viagra ein und fesselt dann seine Frau an die Bettpfosten. Was anfangs ein einvernehmliches Spiel ist, eskaliert schnell und plötzlich bricht Gerald tot zusammen…

Es ist die klassische Was-wäre-wenn-Situation, der sich Stephen King oft bedient, bei der man sich aber fragt, wie man daraus einen Roman bzw. einen abendfüllenden Film kreieren will.
Nun, vieles spielt sich im Kopf der Frau ab, sei es durch Selbstgespräche, Unterhaltungen mit ihrem toten Mann oder Rückblicke in die Kindheit.

Im Film werden diese imaginären Figuren lebendig und so sehen wir etwa eine gutfrisierte Jessie, die mit der angeketteten zerzausten Jessie spricht und sich als Ratgeberin erweist. Auch Gerald ist wieder lebendig (während er gleichzeitig verwesend am Boden liegt) und gibt sich als Klugscheisser.
Dementsprechend ist DAS SPIEL dialoglastig und gleichzeitig ein Trip in Jessies Psyche, die zunehmend leidet. Gleichzeitig scheint sie aber auch Probleme der Vergangenheit aufzuarbeiten.

Horror findet sich trotzdem. Natürlich versucht Jessie der Situation zu entkommen, aber Bett und Fesseln sind solide und einzige Nahrung ist ein Glas Wasser, das sie eben so erreichen kann.
Besser lässt es sich da ein streunender Hund gehen, der ins Haus eindringt und Gefallen an Geralds Leiche findet….und das ist nicht der einzige Eindringling.

Mike Flanagan führte bei DAS SPIEL Regie und der zeigt einmal mehr sein außergewöhnliches Talent, das er schon mit OCULUS, OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN, STILL-HUSH oder BEFORE I WAKE unter Beweis stellte. Flanagan erschafft dunkle Stoffe, die zwar der breiten Masse zusagen, biedert sich dabei aber nicht dem plumpen Mainstream an. Das zeigt sich auch in Kleinigkeiten: Jessie und Gerald sind keine 18 mehr. Das typische Teenies-Titten-Tote-Publikum spricht man damit nicht an. Dafür erleben wir ordentliche Schauspieler.

Die schwierige Umsetzung des Romans ist insgesamt gelungen, auch wenn es nicht Flanagans bester Film geworden ist. Allerdings will mir beim besten Willen nicht einfallen, wie man den sperrigen Ausgangsstoff, der einige Nebenkriegsschauplätze aufmacht, geschickter hätte umsetzen können.

Kleiner Spoiler: Kenner des Buches werden sich darüber freuen, dass die kleine Verbindung zu einem anderen King-Werk erhalten geblieben ist. Wer den Roman nicht kennt, wird mit der Referenz allerdings wenig anfangen können.

Für Fans von King und Flanagan sowieso zu empfehlen. Wer keine Idee hat, was ihn erwartet: purer Horror sieht anders aus, 1-2 Szenen sind aber selbst für das geübte Auge harter Stoff.

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