Review: DAS VERSCHWINDEN (Serie) (2017)

 

 
Overview
 

Darsteller: Michael A. Grimm, Isabella Bartdorff, Mehmet Atesci
 
Regie: Hans-Christian Schmid
 
Drehbuch: Bernd Lange, Hans-Christian Schmid
 
Länge: 358 min
 
Veröffentlichung: 03. November 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Universum
 
Genre:
 
Land: ,
 
Freigabe:
 
Bewertung
4.5
4.5/ 10


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Posted 2. November 2017 by

Eine kleine deutsche Stadt an der tschechischen Grenze.
Hier wohnt Janine, die sehr zur Überraschung ihrer Mutter plötzlich ihren Job kündigt und kurz darauf verschwindet. Unklar ist der Grund. Während einiges daraufhin deutet, dass die 20-jährige das triste Landleben satt hatte, gibt es auch Hinweise auf einen dunkleren Grund. Nicht nur die Stadt hat ein Problem mit Drogen, die über die Grenze geschmuggelt werden, auch Janine war in dieser Szene involviert. Ist sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen?

Bevor sich jemand falsche Hoffnungen macht: DAS VERSCHWINDEN gibt sich zwar düster und mysteriös, ist aber keinesfalls spannungsgeladen, sondern bemüht sich den Fall auf einer persönlichen Ebene aufzuarbeiten. Zwar finden sich Wendungen und Konflikte zwischen Eltern, Teenagern, Polizei und Drogendealern, aber man sollte nicht von einem Thriller, sondern vielmehr einem Drama/Milieustudie sprechen.

Es sei dahingestellt, wie realistisch das Gezeigte ist, da es hier keine Explosionen und aufgeblasenes Popcorn-Action-Cinema gibt, wirkt vieles zumindest authentisch. Bayrische Felder, triste Plattenbauwohnungen und Menschen, die aussehen wie Menschen, nicht wie Filmstars.

Die Süddeutsche Zeitung nannte die 8-teilige Miniserie (im TV läuft die Serie in vier längeren Teilen) „nicht weniger als eine Sensation“ und übertreibt damit maßlos. Sicher, das Gezeigte ist neben den schon erwähnten Pluspunkten auch anständig geschauspielert, die insgesamt 6 Stunden Laufzeit ziehen sich aber auch wie Kaugummi.
Mit typisch deutscher Griesgrämigkeit ackern sich die Darsteller durch ihre Dialoge, erzählen schwerfällig von der Freundschaft von Janine und den Gleichaltrigen und beleuchtet die Beziehungen innerhalb Patchworkfamilien.

Dabei ist zu bemerken, dass Regisseur/Autor Hand-Christian Schmid (STURM, 23, NACH 5 IM URWALD) die ursprüngliche Fragestellung zwar als Aufhänger beibehält, es aber nicht eilig hat zum Ziel zu kommen, sondern sich auf zahlreichen Nebenkriegsschauplätzen verliert und ganz offensichtlich während der Arbeit bemerkt hat, dass ihn der Krimi-Anteil wenig interessiert.

Dass das Bild dunkel und kontrastarm erscheint, ist nicht negativ, sondern trägt zur lichtarmen Stimmung bei, es wirkt aber schlichtweg unprofessionell, wenn die Kamera auch in den vieen ruhigen Szenen vor sich hinwackelt, als hätte sich der Kameramann am Crystal Meth bedient, das in der Serie gedealt wird.

Fazit: In den besseren Augenblicken wirkt die Serie wie ein TATORT, der aber fast vollständig auf Polizeiarbeit verzichtet. In den schwächeren Momenten ist die Serie so unauffällig und uninteressant wie das Cover und es gibt es nur wenige Gründe einzuschalten.

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