Review: DIE MUMIE (2017)

 

 
Overview
 

Darsteller: Tom Cruise, Sofia Boutella, Annabelle Wallis
 
Regie: Alex Kurtzman
 
Drehbuch: David Koepp, Christopher McQuarrie, Dylan Kussman, Jon Spaihts, Alex Kurtzman, Jenny Lumet
 
Länge: 107 min
 
Veröffentlichung: 19. Oktober 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Universal
 
Genre: , ,
 
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Freigabe:
 
Bewertung
5.5
5.5/ 10


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Posted 4. November 2017 by

Nach 1932, 1959 und 1999 lässt Hollywood erneut die Mumie aus ihrem Sarkophag steigen und wo sich zuvor Boris Karloff, Christopher Lee und Brendan Fresar tummelten, springt nun Tom Cruise in die Bresche.
Der Film erhielt schon im Vorfeld Kritik, was zum einen an Megastar Cruise, zum andern am schlichten Fakt liegt, dass es sich um ein Remake handelt.

Natürlich haben wir trotzdem einen Blick riskiert und trafen auf Licht und Schatten.
Zunächst muss man natürlich wissen, dass es sich bei der Mumie zwar um eines der klassischen Universal-Monster handelt, die Filmstudios heutzutage aber freilich für etwas anderes stehen als in den 1930er Jahren und ein Budget von weit über 100 Millionen Dollar danach schreit sich einem möglichst breiten Publikum anzubieten.

Mainstreamige Auffälligkeiten sind daher kein Zufall und wer Worte wie Indie, Geheimtipp und Blutbad liebt, sollte schleunigst das Weite suchen.

Inhalt:
Vor langer Zeit stand die ägyptische Prinzessin Ahmanet mit bösen Mächten im Bunde und wurde zur Strafe lebendig mumifiziert und begraben.
Mehr als 3000 Jahre später wird das Grab durch einen Militärschlag im heutigen Irak unbeabsichtigt freigelegt. Zusammen mit Ärchäologin Jenny (Annabelle Wallis ) steigen die Abenteurer Chris (Jake Johnson) und Nick (Cruise) zum Grabmal hinab und entdecken schnell dass es sich um keine gewöhnliche Ruhestätte handelt.
Als sie versuchen Ahmanets Sarg zu bergen und in die Heimat zu transportieren, kommt es im Flugzeug zur Katastrophe.

Man könnte noch einiges mehr zum Inhalt erzählen, denn obwohl die grobe Handlung (Mumie, Fluch) bekannt erscheint, mixt und mischt DIE MUMIE Versatzstücke diverser Genres und älterer Filme zusammen und gibt sich damit vielseitig.
Sichtbare Gänsehaut wird der Film hingegen nur bei Selten-Sehern auslösen, obwohl man sagen muss, dass gerade die erste halbe Stunde doch immerhin unheimlicher wirkt als die 99er-Verfilmung.
Trotzdem fühlt man sich gerade an diese Umsetzung erinnert und das auch weil Tom Cruise zeitweise die Rolle der sympathischen Knalltüte auf den Leib geschneidert wird, während sein Charakter später ernster erscheint. Das steht ihm zwar grundsätzlich besser, der Film hätte aber gut daran getan bei einer Linie zu bleiben und das gilt nicht nur für Cruise‘ Figur.

Man gewinnt den Eindruck, dass DIE MUMIE gerne so wäre wie der Handwerker, der gleichzeitig Schreiner, Schlosser, Maler und Maurer ist und die alte Wahrheit „Wer viel kann, kann nicht viel“ bewahrheitet sich mal wieder. Übersetzt bedeutet das: die 6 (!!!) Drehbuchautoren standen sich offenbar gewaltig gegenseitig auf den Füßen.

Action, Grusel, Komödie, ein Ansatz von Love Story…das muss sich im gleichen Film nicht ausschließen, hier hat man aber den Eindruck, kein gewachsenes Produkt zu sehen, sondern das Abarbeiten einer Checkliste.
In technischer Sicht ist das alles hochwertig geraten und wo Ende des alten Jahrtausends Computereffekte noch übel aufstießen, ist im aktuellen Film vieles ordentlich geworden und die Actionelemente müssen sich vor niemandem verstecken. Aber auch die Optik wirkt steril, selbst dann wenn Ratten und Untote durchs Bild laufen.

Über Hauptdarsteller Cruise kann man abseits der Leinwand denken was man will, aber der Mann ist seit 30 Jahren Garant für Erfolge (und sieht nebenbei erwähnt bei weitem keine 30 Jahre älter aus als zu TOP GUN Zeiten). Im Falle von DIE MUMIE ist es aber wohl mehr der Name als das Können das zum Engagement führte.
Nicht, dass Cruise viel verkehrt machen würde, es ist nur so, dass man für einen oberflächlichen Film nicht zwingend teure Stars braucht. Das gleiche lässt sich über Kollege Russell Crowe sagen (der deutlich schlechter alterte). Zudem spielt er eine Rolle, die man in einem Mumien-Film nicht erwarten würde.

SPOILER! Da wird dann plötzlich das Jekyll/Hyde – Thema eingearbeitet, was auf den ersten Blick wundert. Aber nicht lange, wenn man weiß, dass Universal das „Dark Universe“ etablieren will, eine Welt, in der die alten Filmmonster zu neuem Leben erwachen und parallel existieren. Da DIE MUMIE an den Kinokassen erfolgreich war, werden wir also sicher bald Zeuge, wie Frankensteins Monster mit dem Monster vom Amazonas und dem Phantom der Oper einen trinken geht.

Das klingt nach Popcorn-Kino und das möchte DIE MUMIE auch sein. Überzeugend ist es trotzdem nicht.

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