Review: FRANKENSTEIN’S ARMY (2013)

 

 
Overview
 

Darsteller: Karel Roden, Joshua Sasse, Robert Gwilym
 
Regie: Richard Raaphorst
 
Drehbuch: Richard Raaphorst, Chris W. Mitchell, Miguel Tejada-Flores
 
Länge: 81 min
 
Land: Niederlande, USA, Tschechien
 
Veröffentlichung: 24.09.2013 (DVD+BD)
 
Verleih/Vertrieb: Ascot Elite Home
 
Bewertung
7.0
7/ 10


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Posted 24. September 2013 by

Der Titel FRANKENSTEINS ARMY hält genau was er verspricht: Eine Armee aus Leichenteilen, zusammengehalten von ein paar Schrauben und Bolzen, angetrieben von bösen Nazis und verdammt schlecht gelaunt.

1944 befindet sich die Rote Armee auf dem Vormarsch Richtung Berlin. Als ein Trupp russischer Soldaten einen Funkspruch empfängt, in dem Kameraden um ihre Hilfe bitten, machen sie sich auf den Weg zu einer alten Fabrik. Was sie dort vorfinden sprengt jede Vorstellungskraft. Die Wehrmacht experimentiert mit untoten Soldaten und braucht dringend Nachschub.

Frankensteins Army

Regisseur Richard Raaphurst liefert nach diversen Kurzfilmen mit FRANKENSTEIN’S ARMY sein Spielfilmdebüt ab und wirkte zudem auch als Produzent und Autor mit. Vor allem aber hat er die skurrilen Kreaturen entworfen, die das Herzstück des Films bilden.

Dass Soldaten in den Kriegswirren an einen Ort kommen, wo Böses vor sich geht, ist kein neuer Einfall und wurde u.a. in DIE UNHEIMLICHE MACHT, OUTPOST oder zuletzt WAR OF THE DEAD thematisiert.
Die Ereignisse eines Films mit einer subjektiven Kamera festzuhalten ist freilich auch nichts mehr Neues und stößt hier an die gleichen Denkfehler wie in anderen Found Footage Filmen: Gefilmt wird (immerhin standesgemäß mit alter Cam) auch in Situationen wo jeder halbwegs denkende Mensch sich selbst der Nächste ist und das Weite sucht.
Das alles ist demzufolge nicht bahnbrechend und bestenfalls Mittelmaß. Diesen Eindruck hinterlässt auch manche laienhaft eingerichtete Kulisse oder Requisite.

Frankenstein's Army

Was FRANKENSTEIN’S ARMY von dieser Durchschnittlichkeit abhebt ist Frankensteins Armee selbt. Jene Monster, die Raaphorst „Zombots“ nennt, nämlich eine todbringende Kreation zwischen (toten) Menschen und Maschine. Ob es ein wuchtiger Typ ist, der statt eines Kopfs einen gewaltigen Propeller trägt oder eine Mischung aus Mannloch und Kochtopf auf zwei Beinen, eine bizarre Kreativität kann man den Figuren nicht absprechen.

Da der Film grundsätzlich nicht als Komödie ausgelegt ist, konzentrieren sich die Lacher auf genau jene Momente, wenn ein neuer Zombot eingeführt wird, was oft mit Blutvergießen passiert.
Ein typischer Splatterfilm ist FRANKENSTEIN’S ARMY auch nicht (obwohl gerade in der zweiten Filmhälfte gerne und oft gemetzelt wird), was weiter dazu beiträgt, dass der Streifen sich nur schwer in Schubladen packen lässt.

Frankenstein's Army

Vielleicht muss man das auch gar nicht, reicht es doch, wenn man erkennt, dass das Werk weit davon entfernt ist, perfekt zu sein, sondern einem echten B-Film entspricht, dafür aber mit einer positiv-naiven Art daherkommt und nicht nur feine handgemachte Effekte beinhaltet, sondern auch die kultverdächtigen Zombots, von denen einige zu den coolsten Kreaturen des Jahres gehören.

Hätte es zu Mary Shelleys Zeiten schon das Found Footage Genre gegeben, hätte das Ergebnis vielleicht so ausgesehen wie dieser Film.

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