Review: GREEN ROOM (2015)

 

 
Overview
 

Darsteller: Anton Yelchin, Imogen Poots, Alia Shawkat, Patrick Stewart
 
Regie: Jeremy Saulnier
 
Drehbuch: Jeremy Saulnier
 
Länge: 91 min
 
Land: USA
 
Veröffentlichung: 07. Oktober 2016 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Universum
 
Genre: ,
 
Bewertung
8.5
8.5/ 10


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6 total ratings

 


1
Posted 8. Oktober 2016 by

Es ist egal, was du glaubst über Horrorfilme zu wissen. Wenn Robert „Freddy“ Englund dir einen empfiehlt, hörst du zu! Der Mann hat immerhin in mehr Filmen gespielt, als manch einer gesehen hat und wurde in den letzten Monaten nicht müde GREEN ROOM anzupreisen. Also haben wir uns den Film ebenfalls angesehen….und stellen fest, dass Mr. Englund Recht hat.

Eine erfolglose Punkband zieht im Van durch den Nordwesten der USA. Als ihnen ein Gig in einem abgelegenen Club vermittelt wird, zögern sie nicht lange, obwohl das Publikum aus vielen Nazis besteht.
Trotz einiger Provokationen verläuft das Konzert ohne größere Zwischenfälle, doch dann werden die vier Zeugen eines brutalen Mordes und müssen nun selbst um ihr Leben fürchten.green-room-imogen-poots

GREEN ROOM ist der letzte Film des auf tragische Weise ums Leben gekommenen Anton Yelchin (ODD THOMAS, FRIGHT NIGHT), der hier noch mal zeigt, dass er eine Lücke in der Filmwelt hinterlassen wird. Yelchin ist der Junge von nebenan, wie es früher auch Michael J. Fox war und passt damit in eine Riege von Figuren, die nicht dem Hollywood-Klonlabor entsprungen sind, sondern aussehen wie du und ich.

Ebenso authentisch wirken gerade die ersten Minuten des Films, in der die Band im Auto schläft, Benzin klaut, ein Konzert vor 15 Menschen spielt und trotzdem eine gute Zeit hat.
Selbst als sie bemerken, dass ihr Publikum fragwürdiger Gesinnung ist und in bester Punk-Attitüde „Nazi-punks fuck off“ spielen, nimmt man der Bande ihr Tun ab und die Kaschemme, in der der Großteil der Handlung spielt, sieht so aus, wie ein siffiger Untergrundclub eben aussieht.
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Kein Wunder, denn Regisseur Jeremy Saulnier (BLUE RUIN) entstammt dieser Szene und so riecht der ganze Film nach Punk und Schweiß und hinterlässt den Wunsch nach einer Dusche. Letzteres liegt mitunter an der drastischen Gewaltdarstellung, die selbst Vielsehern noch etwas abverlangt, gerade weil sie teilweise überraschend daherkommt.

GREEN ROOM fesselt, weil er simpel ist wie ein Drei-Akkorde-Song, aber ebenso mitreißend. Hier finden sich keine ausgeklügelten Tötungsmaschinen, Fallen oder Maskenkiller, sondern ein paar Leute, die sich mit einfachen Waffen wie Teppichmessern aus einer schier ausweglosen Situation befreien müssen.

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Etwas Kritik ist trotzdem notwendig, denn während die Nazibande um Anführer Darcy (Patrick Stewart) fast schon so abgeklärt mit der Situation umgeht, als würde diese häufiger eintreten, scheint auch die Band teilweise weniger panisch und schicksalsergebener als man das erwarten könnte.

Auch ein abgegriffener Satz wie „Wir sollten uns aufteilen“ schleicht sich ein, ansonsten bleibt GREEN ROOM aber nicht nur angenehm klischeefrei, sondern hinterlässt eine starken Gesamteindruck.

Fazit: Punks not dead….und nen geilen Soundtrack hat der Film auch noch.

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