Review: HOLY GHOST PEOPLE (2013)

holy ghost people
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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5.5/10 (8)

Darsteller: Emma Greenwell, Joe Egender, Brendan McCarthy
Regie: Mitchell Altieri
Drehbuch: Mitchell Altieri, Phil Flores, Kevin Artigue, Joe Egender
Länge: 88 min
Freigabe: ab 18
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 13.05.2014 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment

In den 70ern gab es eine ganze Reihe von Filmen in denen der Teufel, dessen Kinder, seine Dämonen oder Tore zur Hölle die zentrale große Rolle einnahmen. In diesen Okkult-Filmen waren die Rollen klassisch verteilt. Die Ausgeburten der Hölle waren die Bösen, Diener der Kirche nahmen (wie in DER EXORZIST) oft eine positive Rolle ein.
Die Zeiten ändern sich und während gerade den großen Religionen die Anhänger davonlaufen, werden seit geraumer Zeit Filme gedreht, die wiederum obskure Glaubensgemeinschaften in den Mittelpunkt stellen, die ihren Jüngern und Außenstehenden nur wenig Liebe entgegenbringen.

Vertreter der Kult-Welle sind u.a. JUG FACE, WE ARE WHAT WE ARE, die noch nicht erschienenen APOCALYPTIC und THE SACRAMENT, aber auch HOLY GHOST PEOPLE.

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Hier heuert die 19-jährige Charlotte den ehemaligen Soldaten und Alkoholiker Wayne an, um ihr bei der Suche nach ihrer Schwester zu helfen. Diese vermutet sie im Umfeld einer Kirchengemeinde in den Wäldern der Appalachen, die von Prediger Billy geleitet wird, einem jungen Anführer, der nicht davor zurückschreckt seine Anhänger mit waghalsigen Mutproben zu konfrontieren.
Aber ist er für das Verschwinden von Charlottes Schwester verantwortlich?

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HOLY GHOST PEOPLE hat es wie fast alle oben genannten Filme nicht eilig und denkt nicht daran satte Action einzubauen. Stattdessen wird uns erneut ein Einblick in eine Gemeinschaft gegeben, deren Eigenarten und Regeln auf den ersten Blick etwas skurril wirken (das würden Außerirdische wohl auch über den Gottesdienst aller Weltreligionen sagen), beim Genaueren Hinsehen aber auch ein Stück weit nachvollziehbar werden.
Das geht soweit, dass sich Wayne gleichermaßen abgestoßen wie hingezogen fühlt, zuletzt aber doch einsehen muss, dass die Gruppe -und vor allem ihr Anführer Billy – keine Unschuldslämmer sind.

Das muss über alle wichtigen Figuren gesagt werden, denn auch Hauptfigur Charlotte, die uns gleichzeitig per Voice-over in die Ereignisse einführt, sagt nicht die Wahrheit.
Daraus ergeben sich komplexe und interessante Figuren, die sauber gespielt werden. Überhaupt ist der Film anständig umgesetzt, lässt aber zwischenzeitlich auch den Zug zur Rahmenhandlung vermissen.

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HOLY GHOST PEOPLE ist ein weiterer interessanter Indie-Film aus dem Hause Maritim Pictures, die z.B. auch JUG FACE und RESOLUTION veröffentlichten, zwei sehenswerte Filme mit lausiger Synchronisation. Da ist es schön zu sehen, dass der Ton von HOLY GHOST PEOPLE nicht unangenehm auffällt.

Regisseur Mitchell Altieri ist kein Unbekannter und war Teil der Butcher Brothers, die bereits kleinere Hits wie THE HAMLTONS und VON DER BÖSEN ART vorweisen können. Der andere „Bruder“ Phil Flores arbeite hier übrigens am Drehbuch mit.
Ob der Film unmittelbar von der gleichnamigen Dokumentation aus 1967 beeinflusst wurde, ist uns nicht bekannt, das Thema ist aber zumindest das gleiche.

Fazit: Kein Horrorfilm, aber ein solider spiritueller Thriller aus dem Biblebelt der USA.

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