Review: HOSPITAL DER GEISTER (Serie)

 

 
Overview
 

Darsteller: Ernst-Hugo Järegard, Kirsten Roloffes, Holger Juul Hansen
 
Regie: Lars von Trier
 
Länge: 540 Minuten (2 Staffeln a 4 Folgen)
 
FSK: ab 16
 
Veröffentlichung: 02.02.2016 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Koch Media
 
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Bewertung
8.0
8.0/ 10


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Posted 8. Februar 2017 by

In den 90ern hatten Serien längst noch nicht den Stellenwert, den sie heute haben. Sicher, es gab TWIN PEAKS und AKTE X, ansonsten aber meist typische TV-Kost.
HOSPITAL DER GEISTER zählt ebenfalls zu den Serien, die sich durch Stil und Ernsthaftigkeit abhoben, hatte es aber aufgrund der dänischen Herkunft zunächst schwerer in den Fokus zu rücken.
20 Jahre später ist Lars von Trier (ANTICHRIST, NYMPHOMANIAC), der Macher hinter HOSPITAL DER GEISTER,  natürlich längst ein global anerkannter Name und wir haben noch mal nachgeschaut, ob die 8-teilige Reihe noch immer eine Sichtung wert ist.


Eigentlich ist das Krankenhaus, um das es hier geht, eines wie alle anderen. Da gibt es herrische Oberärzte, Affären zwischen Mitarbeitern, Behandlungsfehler, gestresstes Pflegepersonal, schräge Patienten, überarbeitete Ärzte, gelangweilte Hausmeister…im Grunde ein Abbild der SCHWARZWALDKLINIK, EMERGENCY ROOM oder jeder anderen Krankenhausserie.

Mir wäre allerdings entgangen, dass in der Schwarzwildklinik Seancen durchgeführt oder in den Katakomben der Klinik Zusammenkünfte von Geheimlogen abgehalten wurden.
Natürlich finden sich in HOSPITAL DER GEISTER auch Geister, die Serie lässt es allerdings ruhig angehen und bitte erwartet keine freshen Schocks und hippen Jumpscares.

HOSPITAL DER GEISTER sieht so sehr nach 90ern aus, dass man damit rechnet, dass jede Sekunde Nirvana durchs Bild laufen oder ein Techno-Soundtrack ertönt.
Die Kameraführung ist mitunter wild, die Schnitte sorgen für eine Orientierungslosigkeit des Zuschauers und das grobkörnige Bild ist in einen dunklen Sepia-Filter gepackt.
Die Geistereffekte beschränken sich meist auf durchsichtige Schemen und lösen wenig Schrecken aus.

Aber egal wie man zu dieser in die Jahre gekommenen Optik steht, erzählt ist das Ganze auf hohem Niveau. Die Figuren werden ordentlich vorgestellt und weiterentwickelt und Stück für Stück schleichen sich nicht nur übersinnliche Phänomene, sondern auch Anflüge von Humor ein.

Dabei werden so unterschiedliche Charaktere etabliert wie Oberarzt Stig Helmer, ein Choleriker, der sich einen Behandlungsfehler erlaubt hat oder Sigrid Druss, eine Patientin, die gemeinsam mit ihrem Sohn – einem Pfleger – allem Paranormalem nachgeht. Und was zur Hölle haben die beiden mongoloiden Küchenhilfen mit allem zu tun?
Gib dort einen Schuss Voodoo, sowie ein entstelltes Monsterbaby dazu und fertig ist eine der unkonventionellsten Ärzteserien.

Lars von Trier hat eingeräumt von David Lynchs TWIN PEAKS beeinflusst worden zu sein. Mit HOSPITAL DER GEISTER hat er seinerseits aber ebenfalls namhafte Macher abgefärbt. So ist es kein Geheimnis, dass Stephen Kings KINGDOM HOSPITAL als US-Remake zu verstehen ist.

Fazit: Ob sich die Serie jüngeren Zuschauern erschließt bleibt fraglich, eins ist aber klar: HOSPITAL DER GEISTER steht auf eigenen Füßen und diese Originalität ist selten.

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