Review: INCARNATE (2016)

 

 
Overview
 

Darsteller: Aaron Eckhart, Carice van Houten, Catalina Sandino Moreno
 
Regie: Brad Peyton
 
Drehbuch: Ronnie Christensen
 
Länge: 83 min
 
Veröffentlichung: 06. April 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Concorde
 
Genre:
 
Land:
 
Bewertung
7.5
7.5/ 10


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Posted 8. April 2017 by

An was denkt ihr beim Stichwort ‚Exorzismus‘?
Falls euch Kinder einfallen, die ihr Rückgrat verbiegen wie ein chinesischer Turner und in Grabesstimme Menschen beschimpfen, während sie über dem Bett schweben oder Priester, die lateinische Phrasen aus der Bibel vorlesen und dabei den Besessenen mit Weihwasser besprenkeln, dann ist das die Formel nach der so ziemlich jeder Film dieser Machart aufgebaut ist, seit das Meisterwerk DER EXORZIST erschien.

In bald 45 Jahren hat sich an den Grundzutaten wenig geändert und während hier und da sehenswerte Filme erschienen, die mal mehr (DER EXORZISMUS DER EMILY ROSE) mal weniger (CONJURING) viel Exorzismus enthielten, verlief die Teufelsaustreibung doch meist nach dem gleichen Muster.

INCARNATE geht anders an die Sache heran und nutzt Mittel, die man aus DREAMSCAPE, INCEPTION oder MINDSCAPE kennt.
Hier dringt nämlich Dr. Ember in die Traumwelt des Opfers ein, wo er ihnen klarmacht, dass sie gerade auf die falschen Versprechungen ihrer parasitären Dämonen hereinfallen.
Das ist natürlich kein einfacher Job und Ember verlor selbst seine Familie durch eines dieser Höllenwesen, den er nun in dem jungen Cameron zu finden glaubt.

INCARNATE beginnt direkt in einer solchen Traumszene und zäumt dann das Pferd von hinten auf. Das bedeutet, dass man als Zuschauer zunächst mit sichtbarem Fragezeichen ins Rennen geht und erst nach und nach die Hintergründe versteht.
Verkopft ist der Film deswegen nicht und diesen Fragen steht eine knackige und professionelle Inszenierung gegenüber, deren Hauptdarsteller kein unbekannter ist.

Aaron Eckhart kennt man aus THE DARK KNIGHT oder OLYMPUS HAS FALLEN und hier gibt er den an den Rollstuhl gefesselten Exorzisten. Nicht nur durch die Behinderung ist ihm die Krise, in der er sich befindet, anzumerken. Er ist unrasiert und hat fettige lange Haare. Doch wenn er in die Gedanken anderer eindringt, sieht er gepflegt aus und kann dort sogar wieder gehen. Das ist vielleicht oberflächlich, erfüllt aber seinen Zweck.

In jedem Fall ist Ember die Hauptfigur und steht dementsprechend fast nonstop im Mittelpunkt. Das ist insofern schade, als dass Eckhart die Rolle zwar mit Leben füllt, andere Figuren, wie seine Assistenten, Cameron oder dessen Mutter, aber nicht nur zur Nebensache, sondern fast schon zu Statisten macht, die wenig mehr ausrichten, als durchs Bild zu laufen.

Langeweile kommt aber trotzdem nicht auf. Im Gegenteil, obwohl INCARNATE eine weitere Blumhouse-Produktion ist, wo man nie weiß, ob nur 50 Jumpscares aneinandergereiht wurden oder auch jemand eine Story einfließen lässt, gehört der Film zu den besseren Outputs der Erfolgsschmiede.
Gruselmomente sind ausreichend vorhanden, auch verschiedene Standardklischees, aber auch echte Überraschungen und Twists.

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