Review: JAMIE MARKS IS DEAD (2014)

 

 
Overview
 

Darsteller: Morgan Saylor, Noah Silver, Cameron Monaghan, Liv Tyler
 
Regie: Carter Smith
 
Drehbuch: Carter Smith
 
Länge: 101 min
 
Land: USA
 
Veröffentlichung: 20. November 2015 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Donau Film
 
Genre: , ,
 
Bewertung
7.0
7.0/ 10


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Posted 28. November 2015 by

Ich verrate wohl nicht zu viel, wenn ich euch erzähle, dass Jamie Marks tot ist. Seine fast nackte Leiche wird gleich zu Beginn in einem Flussbett gefunden.
Jamie war ein einsamer Teenager, der von Schulkameraden gemobbt wurde. Ob die etwas mit seinem Tod zu tun haben, klärt sich so schnell aber nicht auf und ist insgesamt Nebensache.

Dafür lernen wir erst einmal Adam näher kennen, der mit Mitschülern keine Probleme hat, aber mit dem Erwachsenwerden und seinem familiären Umfeld hadert. In der Zeit nach Jamies Tod freundet er sich mit Gracie an, die die Leiche gefunden hat. Beide verbindet außerdem, dass sie Jamies Geist sehen können und vor allem Adam, der zunehmend die Welt der Toten kennenlernt, gerät dadurch in große Gefahr.
jamie marks is dead
Von JAMIE MARKS IS DEAD sollte man in Bezug auf Genredenken möglichst wenig erwarten, vor allem keinen Horrorfilm. Auch wenn hier jemand tote Menschen sehen kann, versucht der Film nicht einmal durch Schocks oder Gewalt zu punkten, sondern erzählt eine übersinnliche Geschichte von Tod, Freundschaft, Liebe und Erwachsenwerden und ist damit mehr Drama als Gruselfilm.

Eine grimmig-kalte Atmosphäre kann der Streifen dennoch vorweisen und stellenweise wird es creepy und vereinzelt sogar blutig, es ist aber jederzeit zu merken, dass Regisseur/Autor Carter Smith (RUINEN) mehr an der Geschichte als Effekthascherei interessiert ist.
Ob man diese Ausrichtung mag, ist freilich Geschmackssache, dass uns alberne durchsichtige Geister oder andere Billig-FX erspart bleiben, ist aber in jedem Fall lobenswert, vor allem weil JAMIE MARKS IS DEAD ein Indiefilm ist, der sich durch bemühte Effekte, die er sich eigentlich gar nicht leisten kann, wohl nur hätte schaden können.
jamie-marks- is-dead liv tyler

Das vorhandene Budget wurde stattdessen konsequenterweise in Schauspieler gesteckt und so taucht in diesem kleinen Film beispielsweise Liv Tyler (HERR DER RINGE) auf, die Adams Mutter spielt. Aber auch die unbekannteren Darsteller spielen ordentlich und dass Noah Silver, der Jamie spielt, optisch etwas an Harry Potter erinnert, ist zuweilen verwirrend, kann aber kein Vorwurf sein.

Basis für den Film bildete der Roman ONE FOR SORROW von Christopher Barzak. Bei den Hauptfiguren ist den ausgefeilten Charakteren anzumerken, dass hier ein literarische Grundlage existiert, umgekehrt tauchen im Film aber auch Personen, wie Adams Bruder oder eine Freundin der Mutter, auf, die nie genauer vorgestellt werden und dadurch überflüssig erscheinen. Konzentrieren sollte man sich daher auf die Hauptfiguren Gracie, Adam und Jamie.
Jamie-Marks-Is-Dead
Erwarten würde man von einem Werk, das Geister und Mobbing vereint, einen Rachefeldzug des Toten, aber Vergeltung spielt gar keine Rolle, hier geht es eher um zweite Chancen.
Das macht JAMIE MARKS IS DEAD, trotz des negativen Titels, trotz der miesepetrigen Winteroptik, trotz der melancholischen Auseinandersetzung mit dem Tod auch zu einem hoffnungsvollen Film.

Fazit: Ich würde niemanden verübeln, wenn er diesen Film langweilig findet, aber vermutlich liegt das an der falschen Erwartung.

 

 

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