Review: KILL.TV (2016)

 

 
Overview
 

Darsteller: D.C. Douglas, Astrea Campbell-Cobb, Heather Williams
 
Regie: William Collins
 
Drehbuch: Channing Whitaker
 
Länge: 83 min
 
Veröffentlichung: 02. November 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Tiberius
 
Genre: ,
 
Land:
 
Freigabe:
 
Bewertung
4.0
4.0/ 10


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Posted 2. Dezember 2017 by

Als 1938 KRIEG DER WELTEN als Hörspiel im amerikanischen Radio ausgestrahlt wurde, löste der natürlich fiktive Angriff der Marsmenschen bei vielen Menschen eine Panik aus.
In KILL.TV geht es zwar nicht um Außerirdische, ein Teil dieser Idee bleibt aber erhalten.

Der kleine Fernsehsender KILD (daher auch der Originaltitel KILD.TV) ist auf Horror spezialisiert, doch auf den realen Horror, der sich während einer Ausstrahlung zuträgt, hatte niemand auf dem Plan.
Erst wird einer der Mitarbeiter ermordet aufgefunden, dann stellt das verbleibende Team fest, dass alle Ausgänge versperrt und die Telefone tot sind.
Einziger Weg mit der Außenwelt Kontakt aufzunehmen, ist direkt über die Kamera einen Notruf an die Zuschauer abzusetzen ….doch das Publikum hält all das nur für einen Scherz.

Hübscher Einfall, dem allerdings weiteres Futter fehlt. Der Rest der Geschichte ist in einen standardisierten Slasher verpackt, bei dem man zwar mitraten kann, wer denn nun der Killer ist und blutig wird es hier und da auch. Highlights bleiben aber rar.

Im Gegenteil, das typische Zeig-den-Arsch-einer-Halbnackten-Cover hat mal wieder nichts mit dem Film zu tun und kann nicht davon ablenken, dass KILL.TV ein B-Film ist, in dem Show-Host Dr. Sederico während der regulären Sendezeit genauso unglaubwürdig wirkt, wie in dem Moment, als er einer Panik nahe die Zuschauer um Hilfe anfleht.

Damit passt er aber gut zu den Kollegen, die auch nicht gerade preisverdächtig agieren, von fragwürdigem Verhalten der Figuren ganz zu schweigen. Zwar wird immer wieder propagiert, dass alle Überlebenden zusammenbleiben müssen (offenbar haben diese Horror-Worker gelernt, wie man sich in Horrorfilmen verhalten sollte), nur leider hält sich niemand daran, was letztlich doch zum üblichen Leichenstapel führt.

Klar ist, dass das Budget knapp war, was KILL.TV in seinen Möglichkeiten von vorn herein einschränkt und neben Schauspielern hier auch vor allem durch gekünstelte Beleuchtung und etwas Amateur-Gore auffällt.
Dazu kommt, dass William Collins (Regie) und Channing Whitaker (Drehbuch) schon diverse Jobs im Filmbusiness ausführten. In der jeweiligen Funktion aber erst ihren zweiten bzw. ersten Langfilm abdrehten.

Allerdings soll fairerweise nicht unerwähnt bleiben, dass sich der Film nie unnötig ernst nimmt, den eingangs erwähnten Querverweis zu KRIEG DER WELTEN selbst zieht und teilweise auch ganz gezielt versucht mit Humor zu punkten. Die FSK weiß Späße meist zu schätzen, aber trotz der zuletzt oft weicheren Gangart der Jugendschützer bekam KILL.TV den roten „ab 18“-Aufkleber, was diskutabel aber nicht absurd ist.

Fazit: KILL.TV ist nicht hoffnungslos, lässt aber offen, welches Publikum er anspricht. Untergrund-Härtnern ist er sicher nicht hart genug, Trash-Fans nicht abgefahren genug,  Mainstream-Slasher-Fans nicht abgeklärt genug und Humoristen werden eher schmunzeln als laut lachen.

 

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