Review: LAKE BODOM (2016)

 

 
Overview
 

Darsteller: Nelly Hirst-Gee, Mimosa Willamo, Mikael Gabriel
 
Regie: Taneli Mustonen
 
Drehbuch: Aleksi Hyvärinen, Taneli Mustonen
 
Länge: 82 min
 
Veröffentlichung: 27. Juli 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Koch Media
 
Genre: ,
 
Land:
 
Bewertung
6.5
6.5/ 10


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Posted 27. Juli 2017 by

Als im Juni des Jahres 1960 ein Mörder eine Gruppe Jugendlicher angriff, die am beschaulichen Bodom-See in den Wäldern Finnlands campten, ahnte wohl nicht einmal der Täter, wie lange sich die Welt mit diesem Fall beschäftigen würde.
Ein Grund dafür mag sein, dass einer der vier jungen Menschen überlebte und trotz schwerer Verletzungen selbst in Tatverdacht geriet.

In jedem Fall handelt es sich hier um eine makabre, aber wahre Geschichte, der z.B. die Band Children Of Bodom ihren Namen schuldet.
Wie man ahnen kann, steht auch der Film LAKE BODOM im Schatten der Tat, ist aber keine gradlinige Aufarbeitung sondern sagt über sich selbst, dass man von den Tathergangstheorien inspiriert wurde.

Die Handlung steigt entsprechend lange nach den Morden ein, schickt aber wieder vier junge Menschen an den Bodom-See, die sich der Tat bewußt sind und vor Ort weitere Nachforschungen anstellen wollen.
Unnötig zu erwähnen: das ist keine gute Idee.

Bereits vor und während der Anreise ahnen wir als Zuschauer, dass auch im zwischenmenschlichen Bereich etwas im Argen liegt, ohne aber alle Zusammenhänge zu kennen.
Erfreulich ist aber in jedem Fall, dass es sich bei den Protagonisten auf den ersten Blick nicht um jene unsympathischen Hohlbrot-Partypeople handelt, die sonst oft unsere Fersehbildschirme besudeln, sondern ganz normale Jugendliche.
Das hindert aber nicht daran, dass sich nach Einbruch der Dunkelheit erneut das Grauen über den Campern ausbreitet.

Bis hierhin sollte man meinen, dass LAKE BODOM der Prototyp eines Slashers ist und während das einerseits nicht zu verneinen ist, baut der Film eine ganze Reihe von Wendungen und Entwicklungen ein, die man z.B. aus FREITAG, DER 13. so nicht kennt.

Zudem hält der Film die Spannung, weil er zwar nach und nach einige Antworten zu den ausgelegten Rätseln gibt, gleichzeitig aber neue Fragen aufwirft.
Mischt man dann noch einige grimmige Morde und ein paar hübsche Bilder der skandinavischen Waldlandschaft ein, hätte alles so schön sein können…

HÄTTE! Denn leider nimmt der Film zwischendurch eine Entwicklung vom See weg und (ACHTUNG SPOILER) hin zum aktuellen Thema Mobbing, was zwar der weiteren Erklärung dienen soll, aber zu lang gezogen wird und einerseits die Atmosphäre angreift, andererseits für gravierende Logikfehler sorgt.

Merke: niemand, der in einem dunklen Wald auf der Flucht vor einem Mörder ist und noch das Blut des Kumpels im Gesicht kleben hat, würde über irgendwelche persönlichen Konflikte reden, die sich vor Monaten ereigneten.
Auch wenn die gute Absicht der Macher durchscheint, lässt sich diese und einige andere Szenen nur mit einem Was-soll-das-denn-jetzt-? kommentieren.

Denkt man etwas weiter wird sogar die komplette Konstellation der Menschen in Frage gestellt, die wohl nie zusammen ein Wochenende verbringen würden, es aber trotzdem tun.
Es scheint als hätten die Autoren Aleksi Hyvärinen und Taneli Mustonen ein vorgefertigtes Ziel im Blick gehabt, dass sie auch erreichen….allerdings auf fragwürdigem Wege.

Und doch ist LAKE BODOM kein Flop. Der Film bietet viele Elemente, die man mögen kann und zeigt zudem, dass er sich etwas mit den realen Ereignissen befasste und sie in kleinen Portionen einfließen lässt. Es ist aber auch so, dass die Chance auf einen großen Wurf leichtfertig vertan wurde.

 

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