Review: LIFE (2017)

 

 
Overview
 

Darsteller: Jake Gyllenhaal, Rebecca Ferguson, Ryan Reynolds
 
Regie: Daniel Espinosa
 
Drehbuch: Rhett Reese, Paul Wernick
 
Länge: 100 min
 
Veröffentlichung: 03. August 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Sony
 
Genre: ,
 
Land:
 
Bewertung
8.5
8.5/ 10


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Posted 6. August 2017 by

Die alte ALIEN – Weisheit „Im Weltall hört dich niemand schreien“ gilt noch immer. Auch wenn die internationale Raumstation ISS auf der LIFE spielt, quasi in Sichtweite der Erde ist, ist sie ein verlassener Ort an dem eine Handvoll Wissenschaftler ihre Experimente ausüben.

Als sie von einer Marssonde eine Bodenprobe erhalten, die einen Einzeller erhält, versucht ihn Biologe Dr. Derry wieder zum Leben zu erwecken. Mit Erfolg: das spielerisch auf „Calvin“ getaufte, mikroskopisch kleine Wesen wächst und gedeiht in seiner Petrischale.

Nun wäre LIFE nicht in unseren Fokus gerückt, wenn alles nach Plan laufen würde und als Calvin nach einem Missgeschick in Schockstarre verfällt, versucht Derry ihn mit leichten Stromstößen zu wecken, was der inzwischen auf Handflächengröße gewachsene Organismus als Angriff deutet. Als es dem tentakelartigen Wesen gelingt seinem Gefängnis zu entkommen, wissen die Forscher, dass sie in größter Gefahr sind.

Eine kleine Personengruppe, die in einem Raumschiff einen fremdartigen Organismus an Bord nimmt, der schnell wächst, unglaublich resistent und gleichzeitig intelligent und aggressiv ist und auf gar keinen Fall auf die Erde gelangen soll…die Parallelen zu ALIEN liegen wirklich auf der Hand, was LIFE aber nicht ist, ist ein witzloser Abklatsch.

Trotzdem kann man davon ausgehen, dass jeder der mit der Entstehung dieses Films zu tun hatte wusste, dass genau dieser Vergleich wieder und wieder kommen würde und fast scheint es als habe Cast und Crew Überstunden geschoben, um mehr zu bieten als ein Quasi-Remake.

Dass LIFE beinahe 40 Jahre nach ALIEN entstand ist trotzdem nicht zu verleugnen, was vor allem durch die Tricks deutlich wird. Auch als CGI-Skeptiker kann man aber von einem insgesamt guten Ergebnis sprechen. Zwar sind eben jene Computereffekte als solche zu erkennen, wirken aber nicht lächerlich.

Bei der Besetzung wurde nicht gespart und mit Jake Gyllenhaal und Ryan Raynolds erleben wir zwei äußerst bekannte Mimen an Bord der ISS, die beide dem fantastischen Kino nicht abgeneigt sind, aber während Reynolds mit VOICES, BURIED oder dem AMITYVILLE-Remake öfter von der unterhaltsamen Seite kommt, scheut sich Gyllenhaal in ENEMY oder DONNIE DARKO auch nicht vor anspruchsvollem Stoff.
LIFE fällt eher in erste Kategorie, dies ist ein Spannungsfilm, zumindest für einen Weltraumlaien gibt es aber nichts zu entdecken, was völlig absurd wäre und man scheint sich sowohl bei technischen Fragen als auch den Entscheidungen, die die Menschen betreffen, Gedanken gemacht zu haben.

Technisch und schauspielerisch ist damit alles im grünen Bereich und die Rahmenhandlung ist zwar nicht hochkomplex, dafür aber packend inszeniert und sowohl mit schwerelosen Szenen in der Station als auch Augenblicken im All gewürzt. Eine besondere Dramatik liegt in der Tatsache, dass der rasant wachsende Calvin nicht nur klug, sondern auch nahezu unverletzlich ist und alles getan werden muss, um ihn von der Erde fernzuhalten.

Achtung dieser Absatz enthält SPOILER.
Als ob das nicht für einen spannungsgeladenen Abend reichen würde, weiß LIFE an zwei Stellen wirklich zu überraschen, einmal mit einem inhaltlichen Twist, zum anderen dadurch, dass eine der nominellen Hauptfiguren schon zu Beginn stirbt.

Für meinen persönlichen Geschmack hätte man doch noch hier und da einige handgemachte Effekte nutzen dürfen und das Creature Design, in dem man dem zunächst unförmigen Kraken-Wesen eine Art Gesicht gab, hätte es ebenfalls nicht gebraucht, am äußerst positiven Gesamteindruck kann das aber wenig mindern.

Fazit: Besser als viele ALIEN –Sequels und –Prequels.

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