Review: LIMEHOUSE GOLEM (2016)

 

 
Overview
 

Darsteller: Douglas Booth, Olivia Cooke, Sam Reid
 
Regie: Juan Carlos Medina
 
Drehbuch: Jane Goldman
 
Länge: 105 min
 
Veröffentlichung: 30. Dezember 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Concorde
 
Genre: , ,
 
Land:
 
Freigabe:
 
Bewertung
7.5
7.5/ 10


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Posted 6. Januar 2018 by

Denkt man an grausige Morde im viktorianischen London, ist der Name Jack The Ripper meist der erste, der einem einfällt, dessen Geschichte unzählige Male wiedergegeben wurde.
LIMEHOUSE GOLEM spielt zur gleichen Zeit, weist auch einige Parallelen auf, erzählt aber eine fiktive, dafür aber komplexe Story, um eine Mordserie und eine junge Schauspielerin, die darin verwickelt ist.

Als Kabarett-Star Lizzie Cree ihren Ehemann John vergiftet auffindet, dauert es nicht lang, bis sie selbst unter Verdacht gerät.
Der auf den Fall angesetzte Scotland Yard – Ermittler John Kildare findet heraus, dass mit Crees Tod gleichzeitig die Mordserie endete, die den Stadtteil Limehouse in Atem hielt.
Hat Lizzie ihren Mann umgebracht? Und war der ein brutaler Serienmörder? Und kann Kildare Lizzie vor dem Strick retten, bevor es zu spät ist?

LIMEHOUSE GOLEM beginnt mit dem Auffinden des toten John Cree  und arbeitet sich dann in beide zeitliche Richtungen weiter. Wir werden Zeuge des folgenden Gerichtsprozesses und der Ermittlungsarbeiten von Scotland Yard, sehen in zahlreichen Rückblenden aber auch immer wieder Ausschnitte aus Lizzies schwerer Kindheit oder wie sich die Morde zutrugen.

Dabei begegnen wir realen historischen Figuren wie Karl Marx und Schriftsteller George Gissing, die sich offenbar im Umfeld des Golem bewegen und ebenfalls in Verdacht geraten.
Beide spielen keine größere Rolle, zeigen aber, dass hier liebevoll kleine Details eingeflochten wurden, die man womöglich gar nicht auf den ersten Blick wahrnimmt.
Daher verwundert es nicht, dass LIMEHOUSE GOLEM  auf Peter Ackroyds Roman DER GOLEM VON LIMEHOUSE basiert und auch den Figuren die nötige Tiefe eingeräumt wird.

Da helfen vernünftige Schauspieler und Olivia Cooke, die die Lizzy spielt, liefert eine tadellose Leistung. Auch wenn Cooke in ihrer noch immer jungen Karriere neben guten Auftritten (BATES MOTEL, THE SIGNAL) auch Belangloses (OUIJA, THE QUIET ONES) ablieferte, mutiert sie langsam zur Scream Queen.
Ihr Gegenüber, John Kildare, wird von Bill Nighy (SHAUN OF THE DEAD) gespielt und auch hier gibt’s nichts zu meckern.

Womöglich wird der ein oder andere den titelgebenden Golem vermissen. Sorry, aber auch wenn der Mörder hier als Golem bezeichnet wird, bringt der Film nichts Übernatürliches mit sich. Die nächste Enttäuschung wird diejenigen treffen, die einen reinen Horrorfilm erwarten. Ein erneutes Sorry, der Film wartet zwar mit brutalen Szenen auf, legt aber mehr Wert auf die Geschichte drum herum. Hier und da erinnern die dunklen Kulissen gepaart mit den Rätseln, die den Polizisten aufgegeben werden, an SIEBEN, im LIMEHOUSE GOLEM finden sich aber auch viele Dramaanteile.

Etwas missraten ist der große Twist am Ende, zumindest wenn es ein großer Twist werden sollte, denn man ahnt als Beobachter doch relativ zeitig, dass es genau darauf hinauslaufen könnte.

Trotzdem ist der Film ein facettenreicher Genrebastard, der Fans von Kostüm-Krimis gut unterhält.

7,5

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