Review: LOST GIRL – FÜRCHTE DIE ERLÖSUNG (2014)

 

 
Overview
 

Darsteller: Tilda Cobham-Hervey, Sara West, Mark Leonard Winter
 
Regie: Nick Matthews
 
Drehbuch: Craig Behenna, Nick Matthews
 
Länge: 99 min
 
FSK: ab 16
 
Veröffentlichung: 02. März 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Tiberius
 
Genre: ,
 
Land:
 
Bewertung
4.5
4.5/ 10


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Posted 20. März 2017 by

Filme, die sich mit Kulten/Sekten befassen, gibt es reichlich und egal ob man reale Vorbilder nimmt, fiktiv bleibt oder irgendwo dazwischen, gemeinsam haben Filme wie THE SACRAMENT, HELTER SKELTER – DIE NACHT DER LANGEN MESSER, DER KULT – DIE TOTEN KOMMEN WIEDER, RED STATE, APOCALYPTIC etc, dass jene fragwürdigen Gemeinschaften schlecht abschneiden.

Man sehe uns also den Spoiler nach, wenn wir verraten, dass sich auch LOST GIRL nicht auf die Seite des Kults schlägt, um den es hier geht. Allerdings ist die Herangehensweise eine andere, wie in vielen der genannten Filme.

Im Mittelpunkt steht der junge Psychiater Travis, der unter dem Suizid einer Patientin leidet, was ihn selbst in Depressionen stürzt. Während dieser dunklen Lebensphase gerät er in Kontakt mit einer Gruppe, deren Sitzungen er besucht und als er davor steht sich mit einer Überdosis selbst zu töten, retten ihn diese Menschen, nehmen ihn bei sich auf und helfen ihm wieder auf die Beine zu kommen.
Doch es ist nicht alles eitel Sonnenschein…
Bitte erwartet bei LOST GIRL nichts anderes als ein Drama. Zwar tun sich hier einige Abgründe auf und am Ende wird es auch brutaler, echter Thrill oder Horror wollen –zumindest im Sinne des Genres- aber kaum aufkommen.

Das wäre nicht weiter schlimm, da die Ausgangssituation trotzdem vielversprechend ist, allerdings fehlt es dem Film nicht nur an Überraschungen, sondern auch einer Bezugsperson.
Travis bietet sich zwar an, ist aber trotz intimer Einblicke in sein Seelenleben ein unnahbarer Geselle, was gerade einem solchen Film schadet. Dass er kein glanzvoller Held ist, ist sowieso klar, darum geht es auch nicht, aber trotz dauerhafter Beobachtung bleibt die Beziehung zwischen Zuschauer und ihm kühl.

Kühl sind auch die Farben des Films, vor allem die erste Hälfte, die in der Großstadt spielt. Die zweite Hälfte spielt nicht nur auf dem Land, sondern hebt sich auch optisch ab. Insgesamt erscheint LOST GIRLs Optik einerseits roh, zeigt aber auch hin und wieder eine stylische Seite.
Inhaltlich erleben wir, wie sich Travis in seinem neuen Zuhause einfindet und Teil der Community wird…und das recht ausführlich, um nicht zu sagen in Überlänge.
Nun muss man LOST GIRL lassen, dass diese ausführliche realitätsnahe Beschreibung womöglich die Intention der Macher war, da aber weder Handlung noch Figuren packen, empfand der Verfasser dieser Zeilen die Laufzeit des Films länger als die offiziellen 99 Minuten.

Wer Indiefilme mit ordentlichen Schauspielern mag, sollte bei aller Kritik einen Blick riskieren, für mich bleibt LOST GIRL aber zu berechenbar, zu distanziert und mit schwachem Timing ausgestattet.

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