Review: LOST RIVER (2014)

 

 
Overview
 

Darsteller: Christina Hendricks, Iain De Caestecker, Matt Smith, Saoirse Ronan
 
Regie: Ryan Gosling
 
Drehbuch: Ryan Gosling
 
Länge: 91 min
 
Land: USA
 
Veröffentlichung: 8. Oktober 2015 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Tiberius
 
Genre: , , , ,
 
Bewertung
7.5
7.5/ 10


User Rating
7 total ratings

 


0
Posted 21. November 2015 by

LOST RIVER, das ist das Regiedebüt von Ryan Gosling und wer die Karriere des 35jährigen verfolgte, wird bereits festgestellt haben, dass seine letzten Projekte die Mainstream-Autobahn verlassen haben und Gosling lieber die kleinen, aber landschaftlich aufregenderen Highways nimmt.

In Filmen wie DRIVE, ONLY GOD FORGIVES und THE PLACE BEYOND THE PINES hat Gosling in Summe etwa fünf Sätze gesprochen dabei aber genrebiegendes Kino erschaffen und das im Kreise ernstzunehmender Filmemacher.

Kein Wunder dass diese Einflüsse abfärben und so tauchen in LOST RIVER nicht nur Kolleginnen Eva Mendes, Ben Mendelsohn (beide THE PLACE BEYOND THE PINES) und Christina Hendricks (DRIVE) auf, es sind vor allem auch die Einflüsse von Ausnahmeregisseur Nicolas Winding Refn (DRIVE, ONLY GOD FORGIVES), aber auch David Lynch spürbar.

Lost River

Story: Bones lebt mit seiner Mutter Billy und seinem kleinen Bruder in einer sterbenden Stadt. Viele Häuser stehen leer, Jobs sind rar und während auch Billy die Raten fürs Eigenheim nicht mehr zahlen kann, zieht Bones durch die Gegend um alte Kupferleitungen aus Ruinen zu Geld zu machen. Das passt seinem brutalen Rivalen Bully überhaupt nicht.
Billy wird unterdessen ein Job in einem obskuren Nachtclub angeboten, der mit einer eigenwilligen Horrorshow aufwartet.

Beim Ansehen von LOST RIVER kommen diverse Filme/Bücher in den Sinn, die eine mehr oder minder große Verwandschaft aufzeigen. Da wären neben besagten Gosling-Werken einige neuere Stephen King-Stories, LIGHTNING BUG oder sogar BEASTS OF THE SOUTHERN WILD.
Daraus ergibt sich dann ein Coming-of-Age-Mystery-Drama mit derben Gewaltausbrüchen, Lovestory und Endzeiteinschlag oder kurz: ein Märchen für Erwachsene.

lost river

Vereinfacht gesagt geht es in LOST RIVER um eine kleine Familie, die ums Überleben kämpft und das ist auch problemlos zu erkennen, der Teufel steckt aber in vielen kleinen Details.
Der Film ist garantiert nicht jedermanns Geschmack, nicht nur, weil er zwischen den Genrestühlen schwebt, sondern auch, weil nicht alles auf den ersten Blick einen Sinn ergibt.
Während man in Filmen eines David Lynchs auch nur selten Erklärungen frei Haus geliefert bekommt, hat der Zuschauer doch stets den berechtigten Verdacht, dass es eine Erklärung gibt. In LOST RIVER mag man sich darüber nicht zu 100% sicher sein.
Dass Gosling eine Message versteckt, ist ihm abzunehmen, vielleicht ist sie aber etwas zu gut versteckt, während die Handlung nicht immer packt und vor allem das Finale überhastet wirkt.
lostriver

Optisch ist der Film hingegen über jeden Zweifel erhaben und auch der Soundtrack packt und erzeugt Stimmung.
Auch schauspielerisch gibt es nichts zu meckern. Neben den schon erwähnten Akteuren spielen Saoirse Ronan (BYZANTIUM) und Matt Smith (DOCTOR WHO) stark auf. Bones-Darsteller Iain De Caestecker wirkt in seiner Darstellung wie ein jüngerer Ryan Gosling und agiert entsprechend wortkarg.

Fazit: Jedes Review ist zu einem gewissen Grad subjektiv. Das gilt für einen Film wie LOST RIVER umso mehr und nur wem es reicht in einen Klang- und Bilderrausch gezogen zu werden, auch wenn dies klare Handlungsstränge vernebelt, wird hier Freude finden.

PS: Außerhalb der Bewertung muss die Frage erlaubt sein, warum dieses Werk auch in 3D veröffentlicht wurde. Ich hatte 90 Minuten lang eine alberne Brille auf der Nase und das einzige was ansatzweise dreidimensional wirkte waren zwei kleine untertitelte Szenen in denen sich die Schrift vom Bild abhob.

Facebook Comments


0 Comments



Be the first to comment!


Leave a Response


(required)