Review: RAMMBOCK (2010)

 

 
Overview
 

Darsteller: Michael Fuith, Theo Trebs, Anka Graczyk
 
Regie: Marvin Kren
 
Drehbuch: Marvin Kren, Benjamin Hessler
 
Länge: 61 min
 
FSK: ab 16
 
Veröffentlichung: 03. Dezember 2010 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Filmgalerie 451
 
Genre:
 
Land:
 
Bewertung
7.0
7.0/ 10


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Posted 10. Juli 2017 by

Kaum zu glauben, dass 1922 mit NOSFERATU einer der ersten Horrorfilme aus Deutschland kam, denn seitdem ist es vergleichsweise still um den heimischen Gruselfilm geworden und bei den meisten Eigengewächsen handelt es sich heutzutage um Komödien.

Mit RAMMBOCK wollte vor einigen Jahren mal wieder ein deutscher Horrorfilm ins Geschehen eingreifen und in die Fußstapfen von anderen europäischen Streifen wie [REC] oder 28 DAYS LATER treten. Dass ein Zombie-Film mit Unterstützung des ZDF produziert wurde, mögen Zyniker lustig finden, doch es gibt sicher schlechtere Wege, mit denen die als Renter-Sender verschrieenen Mainzer GEZ-Gebühren unters Volk bringen können. rammbock

Im Film reist der Österreicher Michael nach Berlin um seine Ex-Freundin zu sehen, stößt in ihrer Wohnung aber nur auf einen äußerst wütenden Heizungsmonteur. Zusammen mit dessen Azubi kann sich Michael in dem Apartment verschanzen. Nur über ein Fenster zum Hinterhof können die beiden Kontakt zu den anderen Bewohnern Kontakt aufnehmen, während draußen mehr und mehr Menschen zu aggressiven Bestien werden.

Wie [REC] spielt RAMMBOCK fast ausschließlich in einem Mehrfamilienhaus, man täte dem Film aber unrecht, würde man ihn als Plagiat bezeichnen. Auch wenn RAMMBOCK das Rad nicht neu erfindet, weist er alleine durch seine Herkunft eine gewisse Eigenständigkeit auf. Schauspieler und Ort wirken authentisch und wenn Michael vom Dach auf ein brennendes Berlin blickt, wirkt die Zombie-Apokalypse näher als wenn die Stadt Los Angeles hieße.

Das Fenster zum Hof, durch das Michael und der junge Harper immer wieder blicken, erinnert an Hitchcocks gleichnamigen Film. Von dort sehen sie, wie die Nachbarn mit der Bedrohung umgehen, wodurch Regisseur Marvin Kren (BLUTGLETSCHER) der Trick gelingt, dass er in verschiedene Wohnungen blickt, obwohl er eigentlich permanent bei den beiden Hauptdarstellern bleibt.

Naturgemäß enthält ein Zombiefilm einige brutale Szenen, trotzdem ist der Splatter-Faktor bei RAMMBOCK überraschend gering. Die Protagonisten probieren meist gar nicht erst sich gegen die befallenen Kreaturen zur Wehr zur setzen, sondern versuchen ihr Glück im Allgemeinen mit Flüchten und Verstecken.
Auch als Harper gegen Ende eine Methode findet, wie man die rasende Horde zeitweise zurückschlagen kann, geschieht dies ohne ein zu erwartendes Gemetzel.

Mit gerade einmal etwas mehr als 60 min Laufzeit ist der Film ziemlich kurz ausgefallen und da der Film seinerzeit in den Kinos lief, war wohl der eine oder andere enttäuscht, dass er dennoch den vollen Preis zahlen musste. Andererseits ist eine spannende Stunde allemal besser, als 90 min Langeweile.

Fazit: RAMMBOCK ist mit den Genregrößen nicht ganz auf einer Augenhöhe, zählt aber zu den besseren deutschen Zombiefilmen.

Übrigens: Bei den Infizierten handelt es sich um „schnelle“ Zombies.

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