Review: RED, WHITE AND BLUE (2010)

 
red white and blue
red white and blue
red white and blue

 
Overview
 

Darsteller: Noah Taylor, Amanda Fuller, Marc Senter
 
Regie: Simon Rumley
 
Drehbuch: Simon Rumley
 
Länge: 100 min
 
FSK: ab 18
 
Land: USA
 
Veröffentlichung: 27.05.11 (DVD+BD)
 
Verleih/Vertrieb: I-On New Media
 
Bewertung
7.0
7/ 10


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Posted 25. Mai 2011 by

RED WHITE AND BLUE ist einer jener Vertreter, deren Beschreibung auf dem Backcover der DVD nur die halbe Wahrheit erzählen.
Dort steht sinngemäß, dass die Hauptfigur Erica nach außen hin Party, Alkohol und Sex zelebriert während sie innerlich eine zerrüttete Persönlichkeit ist. Das ändert sich, als sie den stillen Nate kennen lernt, einer der wenigen Männer, die nett zu ihr sind. Doch mit ihm beginnt ein Kreislauf der Gewalt…
All das trifft zu, funktioniert aber anders als man es erwartet und ist zudem nur Teil der Geschichte.

red white and blue

Dass mit Nate nicht gut Kirschen essen ist, wird früh klar, als er sich als Tierquäler outet. Trotzdem ist sein Auftreten gegenüber Erica tadellos. Während diese auch vor einem Vierer mit 3 fremden Männern nicht zurückschreckt und sich in der Mittagspause ein paar Dollar dazuverdient, indem sie die Kollegen befriedigt, reicht es Nate den Arm um sie zu legen. Umgekehrt stellt Erica ihm gegenüber von Anfang an klar, dass sie keinen Sex mit ihm haben wird, was ob der sonstigen Freizügigkeit zunächst eigenartig erscheint, aber Sinn ergibt, als die Story ihr Hauptaugenmerk sich auf Franki richtet, der an diesem Vierer mit Erica beteiligt war.
Auch in seinem Leben läuft nicht alles perfekt, vor allem als er erfährt, dass er sich bei Erica mit HIV infiziert hat.
Zusammen mit seinen Kumpels macht er sich auf die Suche nach ihr…

Auch hiermit ist noch nicht alles gesagt, zeigt aber hoffentlich, dass RED WHITE & BLUE kein 08/15-Werk ist und auch nicht mit NATURAL BORN KILLERS und ähnlichem verglichen werden kann.
Tatsächlich kann man darüber streiten welchem Genre man den Film überhaupt zuordnet. Während Regisseur Simon Rumley von einem Horrorfilm spricht, ist er für Hauptdarsteller Noah Taylor eher ein Drama mit erschreckenden Elementen. Einen üblichen Genrefilm haben wir hier jedenfalls nicht vorliegen, was nicht zuletzt daran gezeigt wird, dass der Film in seiner ersten Hälfte äußerst zurückhaltend beginnt und die realistischen Figuren in aller Ruhe vorstellt.
Dafür sind selten viele Worte notwendig. Geräusche sind ohnehin rar, ein Soundtrack besteht nur aus seltenen Pianoklängen.
Stattdessen sind es immer wieder kurze Episoden und Bilder, die für sich sprechen und die Charaktere wachsen lassen.

red white and blue horrorfilm

So glaubwürdig dies auch passiert, fragt man sich doch irgendwann worauf alles hinausläuft. Auch wenn der Film am Ende durchaus Sinn ergibt, wird die Geduld des Zuschauers zunächst strapaziert.

Erleichtert wird dieser Umstand aber durch gelungene Kulissen, die selbst in guten Momenten nach White Trash aussehen und allem vorweg starken Schauspielern, die Mut zur Hässlichkeit mitbringen.
Mit fragwürdigen Frisuren, Bärten oder Ohrringen geben die Darsteller äußerlich alles, aber es ist vor allem die Zerrissenheit ihrer Rollen, die wunderbar dargestellt wird.
Helden sucht man in RED WHITE & BLUE vergebens, diese Menschen haben Fehler, viele Fehler und uneingeschränkte Sympathie kommt niemandem zu; dennoch hat jeder von ihnen etwas an sich, das man verstehen kann.

Der grafische Horror hält erst tief in der zweiten Filmhälfte Einzug, fehlt zuvor fast komplett und wird höchstens kurz angedeutet; doch dann zieht RED WHITE & BLUE alle Register und lässt Härte walten, was die FSK 18-Freigabe letztlich rechtfertigt.

Fazit: RED WHITE & BLUE erscheint in der Störkanal-Reihe und wie fast immer gilt, dass man das Unerwartete erwarten sollte. Der Film ist sicher nicht nach jedermanns Geschmack, nichts für nebenbei, aber wenn man sich darauf einlassen kann, durchaus sehenswert.

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