Review: RELLIK (Serie) (2017)

 

 
Overview
 

Darsteller: Richard Dormer, Jodi Balfour, Paterson Joseph
 
Regie: Sam Miller, Hans Herbots
 
Länge: 345 min
 
Veröffentlichung: 15. Dezember 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Concorde
 
Genre: ,
 
Land:
 
Freigabe:
 
Bewertung
7.5
7.5/ 10


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Posted 2. Januar 2018 by

RELLIK ist ein ungewöhnlicher Titel, macht auf den zweiten Blick aber durchaus Sinn. Liest man das Wort rückwärts, erhält man „Killer“. Anlass dafür ist die Erzählweise der 6-teiligen Serie, die ähnlich wie MEMENTO oder IRREVERSIBEL am Ende beginnt und sich dann nach vorne arbeitet.

So sehen wir als erstes, wie der verdächtige Serienmörder zur Strecke gebracht wird, doch schon bald drängt sich der Verdacht auf, dass der echte Killer weiter auf freiem Fuß ist.
Wie, warum, weshalb? Bevor wir sehen, wohin das führt, sehen wir was hierhin führte. All das wird uns in den nächsten Stunden näher gebracht, nur die letzte Folge wird dann doch noch auf traditionelle Weise erzählt.

Dieses „von hinten nach vorne“ muss man natürlich mögen und kann anfangs für Gehirnkrämpfe sorgen, es wird aber jeder Zeitsprung durch eine kleine Zwischensequenz eingeleitet, so dass alles übersichtlich bleibt.
Und so entblättern sich Stück für Stück der Strang der Ereignisse, die das erklären, was wir bereits kennen. Anders ausgedrückt, jede Szene ist ein Prequel der vorherigen und immer wieder werden neue Fragen eingeflochten, die sich durch die Reise in die Vergangenheit klären.

Hauptfigur dieses ungewöhnlichen Krimis ist Ermittler Gabriel Markham, der selbst entstellt ist, nachdem er einen Anschlag des Mörders, der seine Opfer mit Säure überschüttet, nur knapp überlebte.
Das macht die Jagd nicht nur zu einer persönlichen Angelegenheit, sondern sorgt auch für weitere Nebenhandlungen, die zeigen wie Markham mit seinem Äußeren hadert. Dazu kommt, dass der ohnehin kein Held in glänzender Rüstung ist, sondern eine Affäre mit seiner Kollegin Elaine pflegt, während seine Ehefrau davon weiß.

Aber er ist nicht die einzige Figur mit Makel, die Grenzen zwischen Gesetzeshüter und -brecher verschwimmen mehr als einmal und passen zum spröden Charme der britischen Serie,  die gewohnt grau und trist daherkommt.

Der Qualität schadet das definitiv nicht. Zwar wäre RELLIK bei gewöhnlicher Erzählstruktur auch „nur“ ein gewöhnlicher Krimi mit ein paar Gewalt- und Sex-Einlagen, aber selbst dann anständig geraten. Es ist aber eben genau das Rückwärtserzählen, das immer wieder dafür sorgt, dass wir unsere eigenen Erwartungen überdenken müssen und dort Überraschungen versteckt, wo man sie am wenigsten erwartet.

Fazit: Die erste Folge kann anstrengend sein, hat man sich erst mal eingewöhnt, ist RELLIK eine unkonventionelle, spannende Serie, die aufgrund der überschaubaren Gesamtdauer keine unnötigen Füller aufweist.

 

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