Review: ROSEMARY’S BABY (Mini-Serie) (2014)

 

 
Overview
 

Darsteller: Jason Isaacs, Patrick J. Adams, Zoe Saldana
 
Regie: Agnieszka Holland
 
Drehbuch: Scott Abbott, James Wong
 
Länge: 169 min
 
Land: USA
 
Veröffentlichung: 21.01.2016 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Studiocanal
 
Genre: ,
 
Bewertung
6.0
6.0/ 10


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Posted 24. Januar 2016 by

Seit ein paar Jahren ist es chic den Geschichten von Horrorfilmen per TV-Serie eine Vorgeschichte hinzuzufügen oder einfach die bereits vorhandene Story noch mal aufzuwärmen.
Ersteres kann wie im Falle von HANNIBAL oder BATES MOTEL Sinn machen, wenn man nicht der Versuchung verfällt unnötig viele Füller einzubauen. Kritischer sind reine Fernseh-Remakes zu sehen.

Sicher, man investiert heute auch in die TV-Landschaft viel Geld, aber kann eine 2-Stunden-Handlung auf 5 Stunden ausgedehnt werden, ohne Löcher zu sehen? Und tut man sich einen Gefallen, wenn man dafür Kultfilme wie FROM DUSK TILL DAWN oder in diesem Fall ROSEMARY‘S BABY auswählt?
Andererseits ist Roman Polanskis Verfilmung von Ira Levins Roman von 1968, war selbst für die Okkult-Welle ein Vorreiter und stammt aus einer Horrorepoche, die sich mit der heutigen kaum vergleichen lässt.
Rosemarys-Baby zoe zaldana
In der aktuellen Miniserie zieht Rosemary mit ihrem Mann Guy in ein Pariser Apartment. Auf den ersten Blick geht es den beiden prächtig, doch Rosemary hadert mit der Sprache und Taschendieben und Guy ist Schriftsteller, der an einer Schreibblockade leidet. Die Dinge scheinen sich zum Besseren zu wenden, als sie die Castevets kennenlernen, ein (hilf)reiches Ehepaar. Und dann ist Rosemary auch noch schwanger, doch ist mit dem Baby alles in Ordnung?

48 Jahre nach dem Originalfilm ist Rosemary schwarz, aus New York wurde Paris und Guy ist kein Schauspieler sondern Schriftsteller. Unwichtige Details im Grunde, aus denen man niemanden einen Strick drehen kann und die neue Location frischt das Gesamtpaket sogar auf.
Die klassischen Wahrzeichen Paris‘ werden ebenso untergebracht, wie die dunklen Katakomben der Stadt und sollten vor allem beim US-Publikum für einen exotischen Touch sorgen.

Der merklichste Unterschied für Horrorfans findet sich aber in der Anwendung von Effekten. Man kann behaupten, dass Polanski in seiner Verfilmung auf brutale FX verzichtete, weil der Horrorfilm einfach noch nicht so weit war, man kann aber auch sagen, dass er es einfach nicht brauchte, denn sein Film lebte von Spannung, Ungewissheit und Zweifeln.
rosemarys baby 2014
Das Drehbuch zur Serie stammt hingegen von James Wong, Autor und Regisseur von FINAL DESTINATION 1 und 3 und das zeigt sich. Auch wenn er weniger überzogen zu Werke geht, ereignen sich auch in ROSEMARY’S BABY zahlreiche blutige „Unfälle“, die wohl von einem unsichtbaren Strippenzieher gesteuert werden.
Natürlich ist das anders, aber ist es schlechter? Nun, eine 1:1 Neuverfilmung kann sich ja niemand wünschen.

Kritisieren muss man hingegen das lange Vorgeplänkel. Erst nach der Hälfte der Zeit erfährt der Zuschauer offiziell von Rosemarys Schwangerschaft, um die es doch eigentlich gehen soll. Obwohl die Serie nur etwa 30 Minuten länger dauert als der Film drängt sich einfach der Verdacht auf, dass auch hier einige Minuten generiert wurden, die nicht mehr Sinn haben als Sendezeit zu füllen.
rosemarys-baby-2014
Schauspielerin Zoe Zaldana kommt als Rosemary natürlich die meiste Aufmerksamkeit zu und liefert, wie die meisten anderen Akteure, eine gute Leistung. Was allerdings schwer zu verdauen ist, ist die deutsche Synchronisation. Die war schon in der FROM DUSK TILL DAWN – Serie übel, zieht in diesem Fall aber ein ansonsten professionell erschaffenes und schaubares TV-Ereignis unnötig nach unten.
Jedem, der ein paar Brocken englisch kann, sei daher nahegelegt die Audiospur zu wechseln, auf Dauer sollten aber die Verantwortlichen für die Eindeutschung erwägen, Sprecher zu wählen, die nicht hauptberuflich für die emotionslose Ansage der nächsten Haltestellen in Straßenbahnen zuständig sind.

Fazit: Für eine TV-Produktion solide. Wer auf Englisch umschalten kann, darf einen Punkt hinzufügen.

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