Review: SHUT IN (2016)

 

 
Overview
 

Darsteller: Naomi Watts, Charlie Heaton, Jacob Tremblay
 
Regie: Farren Blackburn
 
Drehbuch: Christina Hodson
 
Länge: 91 min
 
Veröffentlichung: 21. April 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Universum
 
Genre: ,
 
Land: ,
 
Bewertung
3.0
3.0/ 10


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Posted 9. April 2017 by

Naomi Watts ist vielleicht nicht der erste Name, den man mit dem Titel Scream Queen assoziiert, aber die Australierin hat in ihrer Karriere in vielen Produktionen mitgewirkt, die von fantastischem Kino (MULHOLLAND DRIVE, KING KONG) bis zu Horror (FUNNY GAMES U.S., THE RING) reichen, ohne sich selbst zu wiederholen.
Dass sie nun die Hauptrolle in SHUT IN spielt, überrascht daher nicht und verspricht zudem Qualität.

Nach einem Autounfall ist der Mann von Mary tot, der Stiefsohn an den Rollstuhl gefesselt und nicht ansprechbar.
Die Frau lebt alleine auf dem Land, in einem abgelegenen Haus, wo sie als Psychologin arbeitet und ihre Patienten empfängt. Sie hilft anderen mit seelischen Problemen, leidet aber selbst an den vergangenen und aktuellen Ereignissen. Doch es sind nicht nur ihre Ängste und Träume, die sie immer wieder plagen, in dem Haus gehen seltsame Dinge vor sich und niemand ist bereit ihr zu glauben.

Neben Mary, Stiefsohn Stephen und ein paar Patienten ist der Personenkreis in SHUT IN überschaubar. Erwähnenswert wäre hier Marys Arzt Dr. Wilson, mit dem sie per Videochat Kontakt hält und der 9jährige Ausreißer Tom, zunächst bei ihr Unterschlupf sucht, dann aber plötzlich verschwindet.

Man kann erahnen, dass sich das Drehbuch für Naomi Watts besser gelesen hat, als das Endprodukt erahnen lässt, vielleicht wird aber auch sie einfach Opfer des Jugendwahns in Hollywood und muss mit fast 50 Jahren Lebensalter nehmen, was man ihr anbietet.
Jedenfalls beginnt SHUT IN tatsächlich vielversprechend und Watts spielt gewohnt souverän, ab einem gewissen Punkt verhakt sich der Film aber über seine eigens ausgelegten Konstrukte und verliert gleichermaßen an Logik wie Spannung.

Da wäre etwa der Schneesturm zu nennen, der von Beginn an als große Sache zelebriert wird und der uns erahnen lässt, dass Mary durch die Wetterlage nicht nur von der Außenwelt abgeschnitten sein wird, sondern dann auch der Showdown ansteht.
Offenbar weiß der Wetterbericht locker eine Woche im Voraus, dass der Sturm kommt…nur er kommt nie. Als Dr. Wilson in einer Rettungsaktion zu dem abgelegenen Haus aufbricht, was an den Koch Halloran aus SHINING erinnert, regnet es zwar mal heftig, als er vor Ort ankommt, weht aber kein Lüftchen und offenbar hat jemand sogar mitten in der Nacht die Einfahrt freigeschaufelt.
Die ist übrigens nur eine von mehreren Szenen, die von SHINING geborgt wurden. Rückwärtslaufen im Schnee, um seine Spuren zu verwischen, gibt es auch in SHUT IN.

Das ist aber nicht der einzige Punkt, wo es klemmt.
Wir warnen hier allerdings vor SPOILERN:
Dass sich Stephen plötzlich als kerngesund entpuppt, ist sicher eine unerwartete Wendung und zwar deswegen, weil sie so saudumm ist und wird wohl nur noch von seinem Motiv getoppt:
er fühlt sich also von Mama vernachlässigt. Klar, dann kann man schon mal monatelang eine Querschnittslähmung und Katatonie vortäuschen.
Und Ausreißer Tom hat sich aus Angst vor Stephen in die Wände des Hauses geflüchtet? Tagelang??
Wirklich???
SPOILERENDE

SHUT IN ist der typische Fall von Film, der sein Publikum für dumm hält. Das kann man auch nicht damit schönreden, dass etwa Autorin Christina Hodson ihr Drehbuchdebüt gab oder Regisseur Farren Blackburn sonst im TV-Bereich unterwegs ist. Beide haben hier versagt und auch wenn sich der Film in professioneller Optik präsentiert, kann man förmlich Naomi Watts‘ Schmerz spüren, als sie diesen Quatsch das erste Mal komplett sehen musste.

Fazit: Lasst euch nicht verarschen. SHUT IN – Schalt aus!

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