Review: SPLIT (2016)

 

 
Overview
 

Darsteller: James McAvoy, Anya Taylor-Joy, Haley Lu Richardson
 
Regie: M. Night Shyamalan
 
Drehbuch: M. Night Shyamalan
 
Länge: 113 min
 
Veröffentlichung: 8. Juni 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Universal
 
Genre: ,
 
Land: ,
 
Bewertung
7.5
7.5/ 10


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Posted 7. Juni 2017 by

M. Night Shyamalan bleibt auch im Jahr 18 nach seinem Überraschungserfolg THE SIXTH SENSE eine Größe. Wie die meisten anderen Regisseure hatte er seine Ups und Downs, man muss dem gebürtigen Inder aber zugestehen, dass er immer darauf aus war, unkonventionelle Geschichten zu erzählen und SPLIT macht da keine Ausnahme.

Als Teenagerin Casey und ihre beiden Freundinnen von einem Parkplatz weg entführt werden und in einem fensterlosen Verlies erwachen, haben sie noch keine Idee, wer ihr Entführer ist. Doch eins ist klar, der Mann verhält sich seltsam, verkleidet sich teilweise wie eine Frau, spricht manchmal wie ein Kind und ist damit zwar unberechenbar, allerdings auch für sich selbst.
Während die drei Mädchen versuchen aus ihrem Gefängnis zu entkommen, läuft ihnen die Zeit davon, denn eine der Persönlichkeiten des Entführers ist eine Bestie.

Eine gespaltene Persönlichkeit bzw. Dissoziative Persönlichkeitsstörung gehört zu den komplexesten psychischen Krankheiten,  wird im Volksmund gerne mit Schizophrenie verwechselt und war lange Zeit selbst unter Psychologen umstritten.

Fürs Kino wurde das Thema beispielsweise in IDENTITÄT, ZWIELICHT und SHELTER angefasst, allesamt anständige bis sehr gute Filme, wenn auch nicht immer um wissenschaftlich-akkurates Auftreten bemüht. Damit übertreibt es auch SPLIT nicht, trotzdem kommt er dem realen Krankheitsbild wohl am nächsten.

Auf der anderen Seite bedeutet es, dass man jedem geneigten Zuschauer für die Sichtung von SPLIT empfehlen kann sich etwas in die Materie einzulesen, wie sich diese Störung äußert, denn Shyamalan wirft uns hier doch ziemlich ins kalte Wasser. Er erläutert zwar, dass es vorkommen kann, dass eine Identität einer Person z.B. Bluthochdruck hat, während die andere das nicht hat, vieles bleibt aber schwer nachvollziehbar.

Spannend ist der Film aber auf zweierlei Ebenen. Zum einen sind da die drei Opfer, die um ihr Leben fürchten und nichts unversucht lassen, zum anderen tauchen wir zunehmend tiefer in die Psyche von Kevin Wendell Crumb ein, in dessen körperlicher Hülle insgesamt 23 Identitäten wohnen.
Die lernen wir zwar nicht alle kennen, nicht mal die Hälfte davon, trotzdem bietet Schauspieler James McAvoy (X-MEN) eine vielschichtige Leistung,

Ob als Mann, Frau, Kind oder „Bestie“, McAvoy hat jeweils eine unterschiedliche Gestik, Mimik und Sprachstil parat und auch wenn das Wort „oscarreif“ heutzutage inflationär gebraucht wird, hätte er für die Performance doch mehr Aufmerksamkeit verdient.

Schauspielerisch auf der Höhe sind auch die drei Teenagerinnen, wobei Stacey, die von Anya Taylor-Joy (THE WITCH) gespielt wird, der wichtigste Part zukommt. Sie spielt ihre Rolle gut, schwammig ist hingegen das Zusammenspiel der drei Damen miteinander, was sich aber im Laufe des Films erklärt.

Apropos THE WITCH: zwar stehen sich THE WITCH und SPLIT inhaltlich nicht nahe, gemeinsam haben die beiden aber, dass psychologischer Schrecken überwiegt und obwohl hier Teenies in Unterwäsche zu sehen sind, nicht das Mainstream-Publikum angesprochen werden, die Maskenmänner beim Macheten-Morden sehen wollen.

Kommen wir zum spoiler-gefährdeten Bereich:
Wer Shyamalan kennt, rechnet inzwischen in jedem Film mit einem Twist. Ganz ohne geht es auch diesmal nicht, der große Wow-Effekt wie man ihn aus anderen Werken kennt, bleibt aber aus.
In gewisser Weise ist die Überraschung das Fehlen der Überraschung….

Statt einer 180 Grad – Wende vollzieht SPLIT eher eine langgezogene Kurve und schießt sich vom Psychothriller in einen surrealen Rahmen, was meiner Meinung nach Schade ist, wenngleich die Umsetzung nicht verkehrt ist.

Am Ende wirkt die Geschichte nicht komplett und inzwischen wurde auch angekündigt, dass es ein Sequel namens GLASS geben wird. Während die meisten Fortsetzungen wenig Neues bieten, macht diese womöglich Sinn.

Fazit: Trotz vorhandener Kritikpunkte hinterlässt SPLIT einen guten Gesamteindruck und ist über weite Strecken ein ausgezeichneter Thriller.

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