Review: STIGMATA (1999)

 

 
Overview
 

Darsteller: Patricia Arquette, Gabriel Byrne, Jonathan Pryce, Nia Long, Rade Serbedzija
 
Regie: Rupert Wainwright
 
Drehbuch: Tom Lazarus, Rick Ramage
 
Länge: 102 min
 
Veröffentlichung: 03. November 2017 (Collector's Edition)
 
Verleih/Vertrieb: Capelight
 
Genre:
 
Land:
 
Freigabe:
 
Bewertung
7.0
7.0/ 10


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Posted 15. November 2017 by

Die 90er waren ein seltsames Jahrzehnt. Für viele Horrorfilme wurde ein stattliches Budget ausgerollt und trotzdem stehen die Jahre um die Jahrtausendwende nicht im besten Ruf.
STIGMATA entstammt dieser Zeit, trägt viele typische Trademarks seiner Ära und wird im Übrigen dieser Tage neu aufgelegt.

Frisörin Frankie führt nicht gerade ein gottesfürchtiges Leben, doch als ihr durch einen Zufall ein Kruzifix eines verstorbenen Geistlichen in die Hände fällt, erleidet sie kurze Zeit später Anfälle und weist die Wundmale Jesu Christis auf. Als der Kirche davon zu Ohren kommt, schickt sie Vater Kiernan, der sich darauf spezialisiert hat, im Auftrag des Vatikans „Wunder“ zu erklären.
Aber gibt es für Frankies Symptome eine vernünftige Erklärung? Und kann er die junge Frau vor schlimmerem bewahren?

Inhaltlich ist das Ganze allemal interessant und während man glücklicherweise nicht so tut, als würde der Film auf wahren Begebenheiten beruhen, sind Stigmata doch ein reales Phänomen, das (in deutlich abgeminderter Form) einzelne, meist sehr gläubige Menschen befallen kann.
Ansonsten gibt es noch etwas Kirchenkritik, aber egal ob man persönlich pro oder contra Christentum steht, man muss sich zwangsläufig im Laufe des Films mit Kirchen, Priestern, Glauben und Mythen auseinandersetzen.

STIGMATA ist zwar einerseits ein „regulärer“ Okkult-Thriller, auch das Thema Exorzismus wird angerissen, aber man merkt, dass seit den 70ern, als diese Filme Hochkonjunktur hatten, viel Zeit vergangen ist.

Dass der Regisseur von STIGMATA Rupert Wainwright ist und der Mann davor und danach Musikvideos für MC Hammer und N.W.A. drehte ist auch dem Film anzusehen, der in düsterer MTV-Optik mit schnellen Schnitten arbeitet. Dass Wainwright einige Jahre später das schreckliche Remake von THE FOG abhandelte, fällt bei STIGMATA hingegen glücklicherweise noch nicht auf.

Musik ist aber auch hier wichtiges Stilmittel und wurde von Billy Corgan (für die jüngeren: Sänger der Smashing Pumpkins, die in den 90ern sehr erfolgreich waren) komponiert und zusammengestellt.

Die beiden Hauptfiguren werden von Patricia Arquette (FREEZE-ALPTRAUM NACHTWACHE, LOST HIGHWAY) und Gabriel Byrne (GHOST SHIP, END OF DAYS) verkörpert und die sind Profis, die eine ebenso professionelle Performance abliefern.

Eigentlich ist also alles da und STIGMATA ist keineswegs ein schlechter Film, er lässt lediglich etwas Gefühl vermissen. Auch wenn es mehr regnet als in THE CROW und SIEBEN zusammen, erreicht er keinen der beiden Klassiker. Auch wenn aus Frankie dämonische Stimmen sprechen, wird daraus nicht gleich DER EXORZIST.
Und was verdienen eigentlich Frisösen in Pittsburgh, um sich Frankies riesige Wohnung leisten zu können?

Manchmal verdecken Effekte, Zeitlupenmomente, Flashbacks zu Jesus Kreuzigung und andere optische Highlights eine überraschend schlüssige Geschichte, die (kleine Spoiler) nicht nur einen Zusammenhang zwischen Frankies Krankheitsbild und Kiernans letztem Fall herstellt, sondern auch an anderer Stelle ein/zwei Wendungen parat hält, die dem Rezensenten vor vielen Jahren bei der Erstsichtung durchrutschten.

Von daher macht es vielleicht auch für euch Sinn den Film (noch mal) anzusehen. Auch wenn er kein Meisterwerk ist, gibt es doch weit schlechtere und unoriginellere Streifen.

 

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