Review: THE AUTOPSY OF JANE DOE (2016)

 

 
Overview
 

Regie: André Øvredal
 
Drehbuch: Ian B. Goldberg, Richard Naing
 
Länge: 86 min
 
Veröffentlichung: 20. Oktober 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Universum
 
Sonstiges: Fantasy Filmfest
 
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Land: ,
 
Freigabe:
 
Bewertung
10.0
10.0/ 10


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Posted 26. Oktober 2017 by

Leichenbeschauer steht auf der Berufswunschliste ohnehin nicht ganz weit oben, das gilt aber insbesondere, wenn nach Feierabend die Leiche einer unbekannten Frau eintrifft, die obduziert werden soll und plötzlich seltsame Dinge geschehen.

In THE AUTOPSY OF JANE DOE arbeitet Austin mit seinem Vater Tommy zusammen im Familienbetrieb. Die beiden sind Gerichtsmediziner und Bestatter.  Tommy ist ein erfahrener Profi und liest in dem was die Toten zu erzählen haben, wie in einem offenen Buch.
Als in einem Haus die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, steht der örtliche Sheriff vor einem Rätsel. Weder weiß man wer sie ist, noch woran sie starb und auch nicht, in welchem Zusammenhang sie mit den ebenfalls toten Bewohnern des Hauses steht.
Tommy und Austin sollen schnelle Antworten liefern, doch stehen vor ihrem ungewöhnlichsten Fall.

Zunächst ein paar nüchterne Fakten:
TROLLHUNTER-Regisseur André Øvredal liefert mit THE AUTOPSY OF JANE DOE sein US-Debüt und hat sich mit Brian Cox (TRICK `R TREAT, ZODIAC) und Emile Hirsch (INTO THE WILD, KILLER JOE) zwei Hauptdarsteller in ein sinistres Kammerspiel geholt, die nicht nur gut spielen, sondern auch miteinander harmonieren.

Mit dem lockeren TROLLHUNTER hat dieser Film auf den ersten Blick wenig gemein. Humor ist hier nicht angesagt, was aber erneut auffällt, ist wie unverkrampft Øvredal seine Geschichte vorträgt.
THE AUTOPSY OF JANE DOE ist zu 100% Horror, aber keine wilde Jagd vom einen Schock zum Nächsten, sondern eine smart inszenierte Geschichte, die den Protagonisten (und dem Zuschauer) Rätsel nach Rätsel aufgibt und gekonnt die Spannungsschraube anzieht.

Obwohl keine klaren Spoiler folgen, ist THE AUTOPSY OF JANE DOE doch ein Film, über den man am besten wenig weiß. Daher am besten erst sehen, dann weiterlesen.

Als Beobachter dürfen wir den beiden Männern bei ihrer Autopsie zusehen. Zwar wird hier weniger rabiat zur Sache gegangen als in AFTERMATH, schwache Mägen könnten dennoch bereits an ihre Grenzen stoßen.

Vor allem, das Werk beschränkt sich nicht darauf einen aufgesägten Menschen zu zeigen, sondern erschafft lebendige Figuren, die in eine mysteriöse Geschichte eingebettet  sind.
Nichts was Austin und Tommy an der jungen Frau entdecken, scheint einen Sinn zu ergeben und noch weniger Sinn ergeben die Ereignisse die sich in den Kellerräumen des Leichenschauhauses zutragen.

Es sei verraten, dass vielleicht 1-2 Szenen erklärungsdürftig bleiben, aber dies ist immer noch ein Horrorfilm und keine Lehrdoku über Pathologie. Alles in allem verliert Øvredal nie den Faden und schafft am Ende nicht nur einen sauberen Abschluss der Geschichte, sondern bis dahin auch eine Art Grusel zu erzeugen, die gar nicht so weit weg ist von neueren Werken wie CONJURING, OCULUS und Co., gleichzeitig aber auch völlig eigen wirkt und an verschiedenen Horror-Subgenres kratzt, ohne dass man eine klare Zuordnung treffen könnte.

THE AUTOPSY OF JANE DOE ist definitiv eines der Highlights 2017. Der Film ist mysteriös, er ist gruslig, er ist stimmungsvoll, er ist eklig. Die Masken und Effekte wirken glaubwürdig, die Figuren authentisch und die Geschichte denkbar frisch und nahezu klischeefrei vorgetragen.

Falls man es nicht merkt, ich bin restlos begeistert und der Film hat die volle Punktzahl verdient.

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