Review: THE CABIN IN THE WOODS (2012)

 

 
Overview
 

Darsteller: Kristen Connolly, Chris Hemsworth, Anna Hutchison
 
Regie: Drew Goddard
 
Drehbuch: Joss Whedon, Drew Goddard
 
Länge: 91 min
 
Land: USA
 
Veröffentlichung: 6. September 2012 (Kino)
 
Verleih/Vertrieb: Universum
 
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Bewertung
10.0
10.0/ 10


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Posted 27. August 2012 by

Das wurde ja auch Zeit. THE CABIN IN THE WOODS spukt seit Jahren durch die Szene und immer wieder hieß es, der Film würde bald veröffentlicht werden, bevor der Release dann doch wieder verschoben wurde, was meist kein gutes Zeichen für die Qualität ist. Selbst auf einem der Filmposter war voller Selbstironie zu lesen: „If you make a kick-ass horror-movie…actually release it“

Nun ist es also so weit und ich weiß nicht, ob ich mehr erstaunt bin, den Film tatsächlich gesehen zu haben oder darüber, dass man uns ein Meisterwerk so lange vorenthalten hat.
Fünf Collegekids wollen Urlaub in einer einsamen Waldhütte machen. An der letzten Tankstelle ignorieren sie die Warnungen des kauzigen Hillbillys, auf die sie besser gehört hätten; denn was sie im Keller der alten Hütte finden, entfesselt das unsagbar Böse und was eigentlich ein Trip aus Alkohol, Sex und Drogen sein sollte, wird schnell zum Kampf ums nackte Überleben.

cabin in the woods hemsworth

Klingt bekannt? Erinnert euch an TANZ DER TEUFEL und unzählige andere Filme? OH JA, aber urteilt nicht zu schnell, denn immer wieder verlässt die Handlung die Kids und zeigt uns einige Wissenschaftler, die das Geschehen mit Kameras aus der Ferne beobachten und sogar steuern. Warum das geschieht, erfahren wir erst recht spät im Laufe der Handlung, doch wird schnell klar, dass wir es hier nicht mit dem üblichen 08/15-Filmchen zu tun haben.

cabin in the woods

Vielmehr steht THE CABIN IN THE WOODS in einer Reihe von Filmen wie SCREAM und BEHIND THE MASK: THE RISE OF LESLIE VERNON, die um die oft genutzten Klischees wissen und diese ganz bewusst hegen und pflegen, gleichzeitig aber auch etwas völlig neues bieten.
So darf man sich darauf freuen neben denkbar offensichtlichen Verweisen auf TANZ DER TEUFEL, auch an Filme und Subgenres erinnert zu werden. Hier etwas HELLRAISER, dort etwas Lovecraft, Monsterfilm, japanischer Geisterhorror und natürlich ein Wassermann (!). THE CABIN IN THE WOODS hat alles, was das Herz begehrt.
Eigentlich kein Wunder, denn das Buch stammt von Joss Whedon und der Mann schrieb schon für BUFFY und ANGEL, wo bekanntermaßen neben Vampiren auch alle anderen Kreaturen der Nacht auftauchten.
cabin-in-the-woods
Die Hauptfiguren sind selbstverständlich ebenfalls Prototypen des amerikanischen Horrorfilms. Eine Schlampe, ein schüchternes Mädchen, ein Draufgänger, ein Sportler und ein Kiffer. Seltsamerweise gewinnt man als Zuschauer dennoch von allen ein positives Bild, was in Filmen, die sich selbst weit ernster nehmen, gerne mal in die Hose geht.
Apropos Ernst: es ist völlig OK, bei dem Film laut zu lachen, „Yeehaw“ zu rufen oder ein Feuerwerk anzuzünden, zumindest wird man das Bedürfnis dazu haben. Insbesondere dann, wenn die Handlung zu den Wissenschaftlern springt, die ihre Arbeit mit einer lakonischen Professionalität verrichten und dabei in gewisser Weise an uns Zuschauer erinnern, die sich stets nach mehr Blut, mehr Action, mehr Sex sehnen. Der Sprung von den Backwoods in die sterile Technikzentrale erscheint dabei ebenso wenig störend wie die Kombination aus Humor und knallharten Splatterszenen. Vor allem das Finale bringt uns einen Horror-Overkill, der sich gewaschen hat und zu guter Letzt taucht auch noch eine Ikone des Genres auf, die wohl jeder Fan kennt.

Das einzige Manko des Films mag übrigens sein, dass Grusel-Rookies mit den Anspielungen wenig anfangen können, aber selbst wenn dies nur ein ganz regulärer Collegekids-werden-in-einer-Waldhütte-geschlachtet-Streifen wäre, wäre er immer noch guter Durchschnitt. Für Horrorfans ist das Werk aber ein Muss. Diesmal hat das Warten definitiv gelohnt und dies ist einer der besten Filme 2012.

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